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Foto: Alexander Franke, jugendfotos.de
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Foto: Alexander Franke, jugendfotos.de

Bildrecht in der Jugendarbeit 

Alles rechtens mit den Freizeitfotos?

Auch in diesem Sommer sind wieder hunderte von tollen Freizeitfotos entstanden, manche eignen sich gar für eine Veröffentlichung. Was gibt es bei der Veröffentlichung von Bildern mit Teilnehmern zu beachten?

Bei Teilnehmern, Pädagogen und Teamern immer mit dabei: Foto- und Videokameras, um das bunte Treiben letztlich auch für die Öffentlichkeit zu dokumentieren und für ein „Gutes Bild“ von der eigenen Jugendarbeit zu sorgen.

Das Recht am eigenen Bild
Das Bild- und Persönlichkeitsrecht in Deutschland schützt Kinder und Jugendliche davor, willkürlich veröffentlicht zu werden. Kinder und Jugendliche haben ein Recht am eigenen Bild. Die Erziehungsberechtigten nehmen dieses Recht für sie wahr.
Folgerichtig behelfen sich schon jetzt viele Einrichtungs- und Freizeitleitungen mit pauschalen Einverständniserklärungen zur Bildveröffentlichung der eigenen Kinder und Jugendlichen in ihren Ausschreibungen, welche die Eltern unterschreiben sollen.
Aber mal ehrlich, würden Sie als Leser/in dieses Artikels ihr Recht am eigenen Bild so pauschal abtreten wollen? Selbst mit der Motivation, die örtliche Jugendarbeit durch ein Bildnis der eigenen Schönheit erheblich aufzuwerten, will doch gerade der Eitle und die Ästhetin über jedes einzelne Foto selbst entscheiden, ob dieses schwarzweiß im Gemeindebrief oder als Fotostrecke im weltweiten Facebook-Account der Einrichtung erscheint.
Es würden bestimmt tolle Fotos veröffentlicht werden, wenn mit Klick auf den Auslöser gleichsam die Abgebildeten ihr OK geben, die Eltern benachrichtigt werden und deren schriftliches OK zur Veröffentlichung im Gemeindebrief oder online auf der Webseite des Jugendtreffs automatisch im Mail Fach des Fotografen und der Freizeitleitung landet.
Doch so einfach ist es leider nicht. Selbst wenn die pauschalen Einverständniserklärungen nach bestem Wissen formuliert sind, bleibt das einzelne veröffentlichte Abbild einer Person anfechtbar und ist im Streitfall zurückzunehmen.

Fotokodex und Jugend-Redaktion
Nils Kruse plädiert vor dem Hintergrund der Gesetzeslage und ersten Ergebnissen einer Umfrage* dafür, gemeinsam mit Jugendlichen einen einrichtungsspezifischen Fotokodex zu erarbeiten. Auch könnten Jugendliche im Rahmen von Freizeiten und Projekten selbst eine Fotoredaktion gründen, die einem solchen Kodex folgt und für wenige ausgesuchte Fotos vor allem für Transparenz bei der Veröffentlichung sorgt. 
Er fordert ferner, dass der Respekt vor Jugendlichen sich nicht in der entfernungsmäßigen fotografischen Distanz ausdrücken sollte, sondern in der Transparenz und dem Einvernehmen im Umgang mit Teilnehmerfotos und deren Veröffentlichung - ein Plädoyer gegen ausufernde Gruppenfotostrecken zugunsten ästhetisch ansprechender und aussagekräftiger Bilder.

Mitdiskutieren im Blog
Wie gehen wir also vor, um vor lauter Vorschriften den Spaß an Bildberichten nicht zu verlieren und um weiterhin authentisch zu bleiben? Dieser und anderen Fragen, wollen wir ab heute auf einer externen Internetseite Raum geben. In dem Blog „Jugendarbeit und Fotorecht“ wird Nils Kruse die Gesetzestexte, viel Wissenswertes und Materialien zusammenstellen, um erste Hilfe zu leisten. Die dortigen Artikel können (auch anonym) kommentiert werden, man muss nicht Mitglied im „Club“ werden. Natürlich können dort auch neue Aspekte des Themas genannt und diskutiert werden.
Sie sind /und Ihr seid herzlich eingeladen, den kompletten Leitartikel und Internet Blog „Jugendarbeit und Fotorecht“ zu besuchen.
http://jufore.blogspot.com/
Autor: Nils Kruse

* Umfrage März/April 2010 “Wie haltet ihr’s mit den Fotos – Foto- und Persönlichkeitsrecht in der Jugendarbeit“. 41 am Thema interessierte pädagogische Fachkräfte aus offener/gemeindlicher Jugendarbeit aus NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gaben Auskunft über ihre Foto- und Veröffentlichungspraxis und den damit verbundenen Schwierigkeiten, Chancen und Fragen. Herausgeber: Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland


07.07.2011


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