Sie sind hier: Wir über uns  
 WIR ÜBER UNS
Gesichter der Gemeinde
Wissenswertes
Gemeindekonzept
Die Kellenbacher Musikwerkstatt
Krabbelgottesdienst
Kinderbibelnachmittag
Kirchlicher Unterricht
Jugendclub Stierstall
Frauenhilfe
Pressbyterium
Bücherei
Gottesdienste

WIR ÜBER UNS
 
Gesichter der Gemeinde
Wissenswertes
Gemeindekonzept
Die Kellenbacher Musikwerkstatt
Krabbelgottesdienst
Kinderbibelnachmittag
Kirchlicher Unterricht
Jugendclub Stierstall
Frauenhilfe
Pressbyterium
Bücherei
Gottesdienste




Wissenswertes über Kirche und Gemeinde

zusammengestellt von Walter Glöckner

Das Siegelbild zeigt eine Darstellung aus dem Abendmahlstisch der Kirche zu Kellenbach. Das Motiv zeigt in der Mitte einen Kelch, begleitet rechts und links von einem stehenden Leoparden auf einer Rundung. Darunter ist das Andreaskreuz, das an den Seiten des Abendmahlstisches angebracht ist. Die Leoparden könnten aus dem Wappen des Herrn Theoderich von Kellenbach aus dem Geschlecht der Linie von Steinkallenfels entnommen sein, die auch ein eigenes Chorgestühl in der Kirche hatten.
Die Evangelische Kirchengemeinde Kellenbach:

Zu unserer Kirchengemeinde gehören ca. 650 Gemeindeglieder in den Ortschaften Henau, Königsau, Kellenbach und Schwarzerden. Die Gemeinde war bis 1815 rein reformiert. Heute gehören wir zur Evangelischen Kirche der Union, zur Rheinischen Landeskirche und zum Kirchenkreis Simmern-Trarbach. Die reformierten Traditionen haben bei uns nicht nur in der Verwendung des Heidelberger Katechismus ihren Bestand, sondern auch in der Ausstattung der Kirche und im Gemeindeleben.

Das Presbyterium setzt sich aus 3 Presbytern und 5 Presbyterinnen sowie dem Pfarrer zusammen.

Neben der Pflege der traditionellen Ausdrucksformen christlichen Lebens (Gottesdienste, etc.) legen wir besonderen Wert auf Kirchenmusik und die Arbeit mit Kindern.

Pfarrer unserer Gemeinde ist seit 1.10.1986 Joachim Müller-Hargittay; erreichbar im Pfarrhaus am Fuß der Kirchgasse in der Lützelsoonstr. 6 oder unter Tel. 06765-7000. Seit 1999 ist Pfarrer Müller-Hargittay auch Diakoniebeauftragter des Kirchenkreises Simmern-Trarbach.

Die evangelische Kirche zu Kellenbach:

An Hand der vorliegenden Unterlagen läßt sich die Geschichte der ev. Kirche zu Kellenbach zurückverfolgen bis ins 13. Jahrhundert und man kann davon ausgehen, daß sie in dieser Zeit oder in dem vorausgegangenen Jahrhundert erbaut worden ist. Damals entstand in unserm Bezirk das Hochgericht Kellenbach, ein selbständiges Territorium, das in den folgenden Jahrhunderten die Dörfer Kellenbach, Königsau, Schwarzerden und Henau (zeitweilig auch Weitersborn) umfaßte, die auch heute noch die ev. Kirchengemeinde Kellenbach bilden.

Die ursprünglichen Herren dieses Territoriums waren die Ritter von Steinkallenfels. Mit Beginn des 13. Jahrhunderts treten die Ritter von Kellenbach, 100 Jahre später die mächtigen Grafen von Sponheim und die Schenk von Schmidtburg als Mitregenten auf. Ihre Namen sind eng mit der Geschichte unserer Kirche verknüpft. Man vermutet, daß der Ort Kellenbach ursprünglich zum Pfarrbezirk Hennweiler gehörte und erst mit Entstehung der Tochtersiedlungen Schwarzerden und Henau und mit der Entwicklung des Hochgerichts Kellenbach ein eigener Kirchenbezirk entstand. Über den Zeitpunkt des Kirchenbaus werden von den Heimatforschern verschiedene Ansichten geäußert: Einerseits sieht man in den Rittern von Kellenbach (1220 erstmals urkundlich erwähnt) die Erbauer der Kirche, andererseits verweist man auf ein zugemauertes Portal in der Westwand des Turmes, das schwerlich später als im 12. Jahrhundert entstanden sein dürfte. (Die Umrisse dieses angeblichen Portals sind von außen noch gut zu erkennen). Urkund

lich eindeutig erwähnt wird die Kirche erstmals im Jahre 1314 im Zusammenhang mit dem damaligen Pfarrer Johannes von Schwarzenberg.

Nach Ausführungen von H. Gramm, der in den 20er Jahren Pfarrer unserer Gemeinde war und sich intensiv mit der Geschichte Kellenbachs befaßte, war unsere Kirche dem hl. Vitus (Veit) geweiht, der im 3. Jahrhundert als Märtyrer starb und zu den 14 Nothelfern gerechnet wird. Mit der Kirchenstiftung war in der Regel die Kollatur, das Recht, niedere Pfründe zu verleihen, (Einsetzen des Pfarrers und dessen Versorgung) verbunden. Es ist anzunehmen, daß dieses Recht zunächst den Herren von Kellenbach – in denen man ja die Erbauer der Kirche vermutet (vgl.) – alleine zustand. Später kam es deswegen häufig zu Auseinandersetzungen mit den anderen Gemeinsherren, insbesondere mit dem kurpfälzischen Fürstenhaus (Erben der Sponheimer). Man einigte sich im 16. Jahrhundert dahingehend, daß die Ritter von Kellenbach das Recht hatten, den jeweils neuen Pfarrer zu präsentieren, während die Pfälzer ihn überprüften und in sein Amt einsetzten.

Über die Einführung der Reformation im Hochgericht Kellenbach liegt keine genaue Jahreszahl vor, es ist jedoch davon auszugehen, daß dies - wie in den benachbarten rein pfälzischen Gebieten – 1557 geschah. Dafür spricht die Anfertigung eines Pfarrweistums (Ordnung über organisatorische und finanzielle Angelegenheiten der Kirche) im Jahr 1558.

Anschließend war die Kirche bis 1689 im Alleinbesitz der Evangelischen, danach bis 1911 auch im Mitbesitz der Katholiken.

Von dem urspünglichen Gebäude ist nur noch der romanische Turm geblieben. Der gotische Chor wurde vermutlich im 15. Jahrhundert neu errichtet, was sich aus einem Schreiben des Ritters Nikolaus von Kellenbach schließen läßt. Im 18. Jahrhundert wurde der Chor abermals renoviert und das Kirchenschiff erneuert. Die Jahreszahl 1765 über dem Portal an der Südseite des Langhauses verweist auf die Beendigung der Bauarbeiten. Bis zu diesem Jahr befand sich in der Chor-Nordwand eine Bogennische mit der Kniebank der Herren von Kellenbach. Dieser Patronatssitz war mit dem Weggang des letzten hier ansässigen Ritters von Kellenbach im Jahre 1750 überflüssig geworden. An dieser Stelle wurde eine Verbindungstür zur Sakristei gebrochen, in der sich heute die Heizungsanlage befindet. (Der erste Ofen soll übrigens erst 1894 angeschafft worden sein).

Auch nach 1765 wurden – bis hin zur Gegenwart – viele Renovierungsarbeiten durchgeführt. Die letzte Renovierung 2000 – 2001 diente mit einem Kostenaufwand von über DM 400.000,-- der Emporensicherung, Wärmedämmung und Auffrischung des Innen- raumes.

Holzempore und Gestühl wurden den Zimmermeistern W. Kneipp und Chr. Nevian aus Schwarzerden – Henau in Auftrag gegeben. Am südlichen Chorbogen befand sich bis in der 60er Jahre der sogenannte Pfarrstuhl mit einem Aufsatz aus hölzernem Gitterwerk.

Die Kanzel und vermutlich auch der Abendmahlstisch wurden um 1765 von dem Schreinermeister Schätzel aus Limbach bei Meisenheim angefertigt. Die Kanzel der Meisenheimer Schloßkirche diente im offensichtlich als Vorbild. Die Einzelheiten des Orgelprospekts erinnern ebenfalls an die Arbeitsweise des Schreinermeisters Schätzel.

Die Orgel selbst ist wahrscheinlich von Michel Engers um 1790 gebaut worden. Nach mehreren Reparaturen wird sie 1908 von P. Faust zu einem romantischen Instrument umgebaut.

Bis zur Auslösung des Simultaneums stand im Chor auch der katholische Hochaltar. Er kam 1911 nebst dem Sakramentshäuschen in die zu Kellenbach neu erbaute katholische Kapelle.

H. Gramm vermutet unter dem Chorboden eine Gruft der Freiherrlichen Familie von Kellenbach und zählt einige Angehörige dieses Geschlechts auf, die nachweislich in der Kirche begraben sein sollen.

Zwei Grabplatten (Daniel von Kellenbach , + 1554 und Margarete von Kellenbach, + um die Mitte des 16. Jahrhunderts), die ursprünglich im Fußboden lagen, wurden 1953 bei Renovierungsarbeiten links neben dem Chor bzw. neben der Tür zum Turm eingemauert.

An altem liturgischen Gerät ist vorhanden: - eine Abendmahlskanne aus Zinn, versehen mit der Jahreszahl 1685 – ein Zinnteller, vermutlich aus demselben Jahr – Taufgerät aus Zinn, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der Glockenstuhl im fünften Geschoß des Turmes beherbergt zwei Glocken (63 bzw. 75 cm Höhe), die vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammen und eine ca.9 Zentner schwere Glocke (90 cm Höhe), von 1442. Eine vierte Glocke (ca. 1 Ztr.) 1882 gegossen, wurde im Zweiten Weltkrieg eingezogen.

Der an der Kirche liegende Friedhof war bis 1890 bzw. 1892 auch letzte Ruhestätte für die Toten aus Henau und Schwarzerden; von da ab besaßen diese beiden Dörfer eigene Begräbnisstätten. Im Jahre 1821 fand auf diesem Friedhof die sagenumwobene Maria Margaretha Rosenstein, bekannt als „Koppensteiner Gretchen“ ihre letzte Ruhe.

Ihr Grab ist heute verschwunden.

Walter Glöckner

Literatur/Quellen:

Bornheim gen. Schilling, Werner (Herausgeber): Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück.Kreises; München 1977

Glöckner, Walter: Henau – Geschichte eines Hunsrückdorfes, herausgegeben von Ortsgemeinde Henau, 1988

Gramm H.: Geschichte der evangelischen Kirche zu Kellenbach. In: Heimatblätter für Nahe und Hunsrück, 6.Jg. (1926), Nr. 7

Seibrich, Wolfgang: Die Entwicklung der Pfarrorganisation im linksrheinischen Erzbistum Mainz, 1977

Kirchenarchiv Kellenbach


 

Kirche zu Kellenbach