
Die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes für Familienplanung, Sexualität und Schwangerschaftskonflikte in Dinslaken gibt Minderjährigen, in den Räumen der Beratungsstelle, die Möglichkeit einen Schwangerschaftstest durchzuführen
Immer wieder hört man in der Presse von jungen Mädchen, die schwanger werden. So genannte Teenagerschwangerschaften beschäftigen die Öffentlichkeit sehr, da man jungen Mädchen die Verantwortung für sich und ein Kind nicht zutraut.
Doch mit viel Unterstützung schaffen es die Einen ganz gut der neuen Rolle gerecht zu werden, und die Anderen sehen aus Verzweiflung keine andere Möglichkeit, als sich nach der Geburt des Kindes zu entledigen.
So unterschiedlich der Ausgang dieser beiden Extreme ist, so ähnlich ist doch der Anfang:
Begonnen haben die sexuellen Kontakte in einem Alter, in dem andere Mädchen fast noch mit Puppen spielen. Ob immer die freiwillige Bereitschaft zum sexuellen Kontakt bestand, kann fraglich sein. Sicherlich halten viele dieser Mädchen es nicht für möglich gleich schwanger zu werden und über die tatsächlichen Vorgänge in ihren Körper sind sie oft nur unzureichend informiert.
So wird die Schwangerschaft ignoriert so lange es geht, gegebenenfalls bis zur Geburt.
Wie einsam und verlassen sich Mädchen fühlen müssen, wenn sie eine Ahnung haben, dass sich im Körper etwas verändert, es aber keine Möglichkeit gibt, darüber zu reden, lässt sich nur schwer nachempfinden.
Wie verzweifelt und trotzig sie die Reaktion ihrer Umwelt auf ihre Veränderungen abwehren, bestätigt nur die Not in der sich diese Mädchen befinden.
Es stellt sich nun die Frage, wie man diesen Mädchen helfen kann und was sie brauchen, um die Angst und die Scham zu überwinden sich jemanden anzuvertrauen?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat 2005 eine Studie zur Lebenssituation jugendlicher Schwangerer und Mütter „Wenn Teenager Eltern werden…“ herausgegeben. Darin heißt es:“ Die jugendlichen Schwangeren befinden sich in einer extremen Umbruchssituation. Falls sie die gesetzliche Frist für einen Schwangerschaftsabbruch noch nicht überschritten haben, müssen sie die Entscheidung treffen, ob sie die Schwangerschaft austragen wollen. Diese, das ganze Leben umwerfende, Entscheidung wird ihnen häufig durch Manipulationsversuche des Kindesvaters oder der Familien erschwert. So suchen die jungen Frauen zunächst oft Hilfe, um überhaupt „zu sich kommen“ zu können. Hierzu sind sie auf eine verständnisvolle, neutrale Person angewiesen, die sie bei der Entscheidungsfindung mit sachkundigen Informationen unterstützt.“
Genau hier möchte das Konzept der Beratungsstelle des Diakonischen Werkes ansetzen.
Die Beraterinnen möchten Schülerinnen die Möglichkeit geben, ganz anonym und unbürokratisch einen Schwangerschaftstest durchzuführen, wenn sie Bedenken haben, ob sie schwanger sein könnten.
Dies geschieht in der Beratungsstelle. In einem Raum, indem Minderjährige angstfrei über sexuelle Bedürfnisse, Kinderwunsch und Empfängnisverhütung reden können, denn die Beraterinnen stehen unter Schweigepflicht, auch den Eltern gegenüber.
Sollte ein Testergebnis positiv sein, so sind sie nicht allein. Sie haben die Gelegenheit ihren Gefühlen, Ängsten und Befürchtungen freien Lauf zu lassen. Sie können die nächsten Schritte mit der Beraterin be- und absprechen und eventuell Begleitung in Anspruch nehmen.
