Evangelischer Kirchenkreis Dinslaken      -      Meldungen

Der „Mythos Dresden“

Nach den Kirchentagen der letzen beiden Jahre, dem evangelischen Kirchentag in Bremen und dem ökumenischen Kirchentag in München, hatten die Veranstalter nicht damit gerechnet, dass das diesjährige Christentreffen so viel Zuspruch erhalten würde. Es mussten mehrere zehntausend Privatquartiere mehr als geplant bereit gestellt werden. „Das hat uns unerwartet viel Arbeit gemacht“, sagte Landesbischof Jochen Bohl in einem Interview auf dem Kirchentag. Aber die Unterstützung der Menschen in Dresden war groß.

Kirchentag 2011
Kirchentag 2011

Es war wohl der „Mythos Dresden“, der so viele Menschen in die sächsische Landeshauptstadt zog. Sie wollten die wieder aufgebaute Stadt sehen, die Kirchen, allen voran die Frauenkirche. Sie wollten sich als Christen in einem überwiegend konfessionslosen Bundesland Vergewisserung holen: wir sind viele.

Beim Abend der Begegnung stehe ich am Elbufer der Neustadt. Vor mir die barocke Kulisse der Altstadt. Die imposanten Bauten überwiegend violett angestrahlt. Davor, an beiden Seiten der Elbe und auf der historischen Augustusbrücke zehntausende von brennenden Kerzen. Ein Lichtermeer, das noch von hunderten auf der Elbe treibenden Hoffnungslichtern verstärkt wird. Vor mir ein Ehepaar, beide schon ergraut. Schweigend schauen sie auf die Kulisse. Ab und zu schauen sie einander an ohne ein Wort zu reden. Sie schütteln kaum merklich, ungläubig den Kopf. Sie können es nicht fassen und sind tief berührt. Das ist deutlich zu spüren.

Dieser „erste wirklich gesamtdeutsche Kirchentag seit (dem Mauerbau) 1961“ wie die Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt ihn nennt, berührt viele Menschen. Auch sie können sich dem „Mythos Dresden“ nicht entziehen.