Evangelischer Kirchenkreis Dinslaken      -      Meldungen

Mit der Frau – nicht gegen sie

35 Jahre Schwangerenberatung im Diakonischen Werk Dinslaken

Im Jahr 1976 startete das Diakonische Werk Dinslaken seine Schwangerenberatung mit einer Fachkraft. Sie begleitete in ihrem ersten Jahr 10 Frauen. Im Jahr 2001 waren es schon 280 Beratungen jährlich. Aktuell suchen 600 Frauen jährlich Rat und Begleitung in der „Beratungsstelle für Familienplanung, Sexualität und Schwangerschaftskonflikte“, die seit 2004 auf drei Beraterinnen mit je einer halben Stelle aufgestockt wurde. Zurzeit arbeiten Annette Christoph, Beate Heinen und Claudia Meys unterstütz von zwei Verwaltungskräften als Beraterinnen im Haus der Diakonie an der Wiesenstr 44.

Am 14.10. feierte die Beratungsstelle im ev. Gemeindehaus an der Duisburger Straße ihr 35-jähriges Jubiläum. Superintendent Martin Duscha erinnerte in seinem Grußwort anlässlich der Jubiläumsfeier an die Worte Albert Schweitzers über die „Ehrfurcht vor dem Leben“ und erläuterte, dass die Angebote der Beratungsstelle von dieser Ehrfurcht getragen seien. Die Abteilungsleiterin Regina Marx erläuterte: „Das Angebot wurde kontinuierlich fortgeschrieben. Neuester Zusatz ist die Beratung bei pränataler Diagnostik, für die die Fachkräfte eigens fortgebildet wurden“.

Landrat Ansgar Müller richtete sich mit Worten des Dankes an die Einrichtung: „Die engagierte, zuverlässige und kompetente Arbeit der Beratungsstelle ist ein Gewinn für den Kreis Wesel“. Die stellvertretende Bürgermeisterin Margarete Humpert formulierte es ähnlich: „Nicht die Fallzahlen sind in dieser Arbeit wichtig, sondern die fachlich und menschlich hoch qualifizierte Hilfe“.

Vor dem Impulsreferat von Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe von der Universitat Gießen stimmte der Pantomime Norman Wilke vom Filou-Theater die geladenen Gäste eindrucksvoll auf die emotionale Achterbahn einer Frau zwischen Verliebtheit, Schwangerschaft und Mutterwerden ein.

Ähnliches beschrieb auch die Gastreferentin zu Beginn Ihres Vortrags, als sie sich an ihre eigene Situation als schwangere junge Frau erinnerte, die sich vor der Wahl zwischen Karriere und Kind sah und nur durch die Unterstützung am Arbeitsplatz den Mut fand, ihr Kind auszutragen. Anschließend skizzierte die Gießener Professorin zum Thema „Friede, Freude, Schwangerschaft?! – Familienmodelle im Wandel“ die problematische Entwicklung in der Bundesrepublik, dass zwar 90% der jungen Frauen sich Kinder wünschen, dass aber faktisch – zumindest im akademischen Mittelstand -nahezu 80% der Frauen kinderlos bleiben. Damit steht Deutschland im internationalen Vergleich alleine. In anderen Ländern sei das anders, so Meier-Gräwe. Die Gründe liegen oft in befristeten Arbeitsverträgen, die die Gründung einer Familie zu einem großen Risiko werden lassen. Die Referentin hielt darum ein engagiertes Plädoyer für unterstützende Netzwerke, die schon von der KiTa an eine Kombination von Berufstätigkeit und Familie ermöglichen.