Evangelischer Kirchenkreis Dinslaken      -      Meldungen

Dorfkirche Götterswickerhamm
In der Dorfkirche Götterswickerhamm wurde die diesjährige Synode des ev. Kirchen­kreises Dinslaken mit einem Abendmahlsgottesdienst feierlich eröffnet.

Synode 2011

Während die Synodalen des ev. Kirchenkreises am Wochenende im Götterswickerhammer Gemeindezentrum Fragen zu Strukturwandel, Personalentwicklung und Reformprozessen verhandelten, waren ein paar Meter weiter Handwerker im ehemaligen Pfarrhaus mit handfesteren Umbaumaßnahmen beschäftigt. Die „Burg“, die fast zwei Jahrhunderte Theologen beherbergte, ist an einen Privatmann verkauft worden und wird derzeit saniert. Während das Bauprojekt wohl in naher Zukunft zu Ende geführt werden kann, brauchen die Baustellen auf Kirchenkreisebene noch mehr Zeit. Die Diskussion der Delegierten über notwendig gewordene Satzungsänderungen von Kindertagesstättenverbund und zentralem Verwaltungsarbeit zeigte, dass die Reformwerke zwar auf gutem Weg sind, aber weiterer Ergänzungen bedürfen. So muss auf landeskirchliche Vorgaben hin ein Personalentwicklungskonzept für den Pfarrdienst aufgelegt werden, das bis ins Jahr 2030 reicht. Im Kirchenkreis wird künftig die Gemeindegliederzahl pro Pfarrstelle auf 2500 angehoben. Um eine gleichmäßige Versorgung zu sichern, werden auf Kirchenkreisebene zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse geschaffen, die für eine Entlastung auf Gemeindeebene sorgen sollen.

Die Belange der übrigen rund 500 Beschäftigten bei der evangelischen Kirche in der Region werden bisher in Fragen des Arbeitsrechts und der Tarifverhandlungen über den „Dritten Weg“ vertreten, der seit Jahren auf Seiten der Gewerkschaften Protest herausfordert. Zwar hat die evangelische Kirche Deutschlands vor kurzem den „Dritten Weg“ als Instrument zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausdrücklich bestätigt, dennoch scheint nach den Worten von Jörg Koch, dem Geschäftsführer von Diakonischem Werk und Kinderwelt, auch hier Diskussionsbedarf, dem sich die Synode stellen muss.

Um die anfallende Arbeit in den Kindertagesstätten, der Verwaltung und Diakonie sowie den einzelnen Gemeinden weiterhin engagiert fortführen zu können, wird eine Menge Geld bewegt. So benötigt allein der Kindertagesstättenverbund rund 7,5 Millionen Euro. Die vom Gesetzgeber vereinbarte Refinanzierung von 88 Prozent der Kindpauschalen reicht bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken. Neben einem Eigenanteil von 12 Prozent muss die evangelische Kirche weitere 870.000 Euro zuschießen, um den Betrieb ihrer Kindertagesstätten zu gewährleisten. Der kreiskirchliche Haushalt, aus dem u.a. die Arbeit des Diakonischen Werks finanziert wird, liegt bei knapp 2,5 Millionen Euro, für die Verwaltung gibt der Kirchenkreis 1,5 Millionen Euro aus.

Umfangreiche Rechenschaftsberichte der Gemeinden und Synodalreferate und Fachausschüsse konnten belegen, dass das Geld gut angelegt ist. Neben den 58000 Gemeindegliedern kommt es auch vielen Menschen zugute, die nicht der evangelischen Kirche angehören. Superintendent Martin Duscha: „Wir werden auch in Zukunft nach dem Prinzip der Subsidiarität Aufgaben anpacken, die dem Gemeinwesen dienen. Dafür danke ich allen Engagierten im Haupt- und Ehrenamt sehr.“ Im Blick auf 2012 kündigte Duscha ein Jahr mit besonderen kirchenmusikalischen Aktivitäten an. Die Luther-Dekade setze hier deutschlandweit Akzente, die auch im Kirchenkreis aufgenommen würden.
Heiko Dringenberg