Pfarrer Ralf Federwisch aus Götterwickerhamm wird im Sommer nächsten Jahres in die fünfte Pfarrstelle der Kirchengemeinde Dinslaken wechseln. Der Möllener Seelsorger tritt seinen Dienst nach der Pensionierung von Pfr. Axel Schröder (Erlöserkirche) an. Das Dinslakener Presbyterium gab nach Gesprächen mit Federwisch dazu jetzt grünes Licht. Pfr. Federwisch begründete seinen Entschluss zur Übernahme einer neuen Aufgabe in der Nachbargemeinde Dinslaken mit gemeindlichen Strukturüberlegungen und der kreiskirchlichen Rahmenplanung für den Pfarrdienst.
Die Kreissynode Dinslaken hatte vor Wochen beschlossen, im Kirchenkreis die Gemeindegliederzahl pro Pfarrstelle auf 2500 anzuheben, die frei werdende Dinslakener Pfarrstelle im closed-shop-Verfahren zu besetzen und damit Bewerbungen aus anderen Kirchenkreisen auszuschließen. Im Rahmen von Beratungen über Strukturveränderungen und Gemeindekonzepte war das Götterswickerhammer Presbyterium schon 2007 zum Ergebnis gelangt, mittelfristig nicht mehr alle vier Pfarrstellen finanzieren zu können. Rückläufige Gemeindegliederzahlen, sinkende Kirchensteuereinnahmen und ein hoher Sanierungsbedarf an kirchlichen Immobilien hatten damals dazu geführt, dass der gemeindliche Haushalt nur durch Rücklageentnahmen ausgeglichen werden konnte.

Durch Federwischs Wechsel nach Dinslaken kann die Anpassung an die von der rheinischen Landeskirche vorgegebene Personalplanung im Pfarrdienst sozialverträglich gestaltet werden. Versetzungen in den Wartestand wie in anderen Kirchenkreisen im Rheinland sind im Raum Dinslaken nicht zu erwarten. Die angehobene Gemeindegliederzahl pro Pfarrstelle macht allerdings in Götterswickerhamm und einigen anderen Gemeinden im Kirchenkreis den Neuzuschnitt von Bezirksgrenzen, die Bündelung pfarramtlicher Aufgaben und kreiskirchliche Entlastungsdienste nötig. Auf den synodalen Arbeitskreis, der sich mit diesen Themen beschäftigt, wartet im nächsten Jahr noch eine Menge Arbeit.
Portrait Ralf Federwisch
Vor 14 Jahren wählte ihn das Götterswickerhammer Presbyterium zum Pfarrer der ev. Kirchengemeinde, seither arbeitet Ralf Federwisch als Seelsorger im Pfarrbezirk Möllen.Der gebürtige Kaarster hat in dieser Zeit die Offenheit seiner Gemeinde gegenüber den Menschen im Stadtteil schätzen gelernt. Die Direktheit der Bergleute und ihre hohe soziale Verantwortung beeindrucken ihn ebenso wie ihre Freiheit zu Vergebung und Neuanfängen. Dies ermögliche immer wieder, sich nötigen Veränderungen und neuen Herausforderungen zu stellen. Eine Sichtweise, die auch ihn selbst prägt. Federwisch: „Früher hat unsere Rheinischen Kirche angeregt, dass eine Pfarrerin, ein Pfarrer nach etwa acht Jahren die Stelle wechseln sollte. Mir haben die Gründe dafür immer eingeleuchtet, weil viel Gewohntes neu werden kann, weil die Sicht und Ansichten eines Menschen eben begrenzt sind, weil andere Menschen auch mal zum Zuge kommen sollen.“
Seine persönliche Lebensgeschichte entspricht dieser Haltung. Bevor Federwisch Pfarrer wurde, schloss er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher ab. In Möllen gehört die Seniorenarbeit und das Engagement für die integrative Kindertagesstätte Auf dem Bünder zu Schwerpunkten seines Pfarrdienstes. Die im Team mit Musikern und Künstlern gestalteten Gottesdienste, Aktionen und Feste haben über den Pfarrbezirk hinaus Beachtung gefunden.
Um die Zukunft der evangelischen Kirche in Möllen ist ihm nicht bange: „Die Bezirke müssen neu geordnet werden. Dabei kommt auf das Presbyterium wie Pfarrteam sicher eine Menge Arbeit zu. Aber ich weiß, dass sie bei den Verantwortlichen in guten Händen ruht.“ Der Pfarrstellenwechsel nach Dinslaken ist für Ralf Federwisch nicht das einzige highlight im nächsten Jahr. Seine Ehefrau Susanne, mit der er seit 20 Jahren verheiratet ist und zwei Töchter hat, und er sehen im nächsten Sommer Großelternfreuden entgegen.
Heiko Dringenberg