„KlarSicht“ Parcours gastierte in Dinslaken und Voerde
„Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren brauchen altersgerechte Präventionsangebote. In Rollenspielen, Diskussionen und mit eigenen Fragen sollen sie sich mit den Themen Alkohol und Tabak auseinandersetzen.“ So Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Prävention ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt der Mitmach-Parcours „KlarSicht“, der vom 27.6.-1.7.2011 in Dinslaken und Voerde gastierte.
Auf Initiative von Martina Paduch, Suchtpräventionsfachkraft der Drogenberatung Dinslaken, machte der Parcours der BZgA in dieser Zeit Station in der Aula des Gustav-Heinemann-Schulzentrums und anschließend im Sitzungssaal des Voerder Rathauses. Neben der Drogenberatung und der Aufsuchenden Jugendarbeit des Diakonischen Werkes beteiligten sich zahlreiche Kooperationspartner: die Stadt Dinslaken, die Stadt und das Jugendzentrum Voerde, der Kirchenkreis Dinslaken, die Caritas, die Polizei und der Kreis Wesel. Bei der Pressekonferenz, die die BZgA anlässlich des Parcours im Voerder Rathaus einberufen hat, wurde deutlich: eine effektive, qualifizierte Suchtprävention kann nur gelingen, wenn sie von unterschiedlichen Seiten personell, materiell und kreativ unterstützt wird.
Der Grund, warum die Drogenberatung schon seit mehreren Jahren einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bei der Alkoholprävention setzt, sind die alarmierenden Zahlen: ein Fünftel der 14-17-Jährigen trinken einmal im Monat bis zum Vollrausch. Die Tendenz: die „Binge-Drinker“ werden immer jünger.
Darum ist ein Highlight des „KlarSicht“ Parcours, bei dem die Jugendlichen in kleinen Gruppen die verschiedenen Stationen durchlaufen, der „Drunk-Buster“. Eine Rauschbrille simuliert 1,3-1,5 Promille im Blut und die Jugendlichen sollen auf einer geraden Linie gehen, oder es versuchen. Aber kaum ein Schritt trifft die Linie. Das ist für viele eine ernüchternde Erfahrung.
Auch die anderen Stationen informieren spielerisch und interaktiv über die Gefahren von Alkohol- und Zigarettenkonsum. Ziel ist dabei nicht, solchen Konsum zu verteufeln. Vielmehr soll ein kritischer und bewusster Umgang vermittelt werden. Aber auch die sozialen Folgen des Konsums werden in den Blick genommen.
In Dinslaken und Voerde haben jeweils mehr als 300 Schülerinnen und Schüler (Gymnasium und Realschule im GHZ und Realschule und Gesamtschule in Voerde) am Mitmach-Parcours teilgenommen. Die Erfahrungen, die sie bei dem Parcours sammeln konnten sind mit Sicherheit nachhaltiger als jeder eindringliche Vortrag.