Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.06.11, Anne Rütten

Großes Kino

Ich liebe es, ins Kino zu gehen. Gruselfilme und Science Fiction sind eher weniger mein Fall. Action ist ganz in Ordnung, wenn es nicht so ein sinnloser Hau-drauf-Film ist.

Am liebsten gucke ich mir Liebeskomödien an. Ja genau, so nach dem Motto „Frauen gucken immer nur Liebesfilme“. Und manchmal lässt sich auch mein Freund  mit in eine Liebesschnulze schleifen.  Wie am Dienstag.
Schnell noch ein bisschen aufgehübscht, Popcorn und Cola gekauft und ab in den Kinosaal. Als das Licht ausgeht, kribbelt es vor Vorfreude in meinem Bauch und ich tauche für 109 Minuten komplett in der Geschichte ab. Als die Lichter wieder angehen, reicht mir mein Freund ohne weiteren Kommentar eine Packung Taschentücher.  „Das war so schön,“  schluchze ich. „Ich wünschte, mein Leben wäre auch wie im Film!“
„Tja,“ meint mein Freund.  „Unser Leben hat doch  für andere Menschen bestimmt Film-Qualität hat. Zum Beispiel für Menschen aus der 3. Welt. Die können von so einem Leben wie wir es führen nur träumen. Und aus der Ferne betrachtet sieht unser Leben vielleicht wirklich aus wie ein Film, in dem wir alle bestimmte Rollen spielen und einnehmen. Ich meine, ist ja nicht so als würde es im echten Leben nicht auch Action, Happy Ends, Dramatik und Spannung geben. Wir sind mittendrin in unserem eigenen Film. Und Gott ist der Regisseur, der uns zwar machen lässt aber trotzdem so den groben Plan für uns hat.“
Bei dem Gedanken muss ich lächeln.  So habe ich mir das noch nie vorgestellt.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Großes Kino


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen