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Baudenkmal an der Wilhelminenstraße

Evangelische Kirche in Broich - Ein Tryptichon gibt die besondere Note

Die Broicher Kirche an der Wilhelminenstraße ist eines von acht denkmalgeschützten Gotteshäusern im Kirchenkreis An der Ruhr. Besonders charakteristisch ist ihr Chorfenster von Karl Hellwig.

Die Fußwaschung ist eine von 17 biblischen Szenen, die das Broicher Fenster darstellt. LupeDie Fußwaschung ist eine von 17 biblischen Szenen, die das Broicher Fenster darstellt.

Eigentlich hätte es ab 1887 eine Gemeinde Broich-Speldorf geben sollen. Gegen diesen Beschluss der Kirchenbehörde setzten sich aber die Broicher Christen mit ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit durch.
Die ab 1890 eigenständige Broicher Kirchengemeinde benutzte für den Gottesdienst und Unterricht zunächst einen Betsaal in der Wilhelminenstraße, kaufte aber 1896  ein Grundstück an der Ecke Wilhelminenstraße / Bülowstraße und beauftragte den Architekt Heidsiek mit der Planung einer neuen Kirche.

Zwischen 1898 und 1901 wurde die kurze dreischiffige Kreuzkirche ganz aus Ruhrsandstein mit querschiffartigen Seitenarmen und Rechteckchor erbaut. Hinzu kam ein  47 Meter hoher Turm an der Nordostseite. Der Turm flankiert den Giebel des Mittelschiffs, in dem auch das durch einen kleinen vorgezogenen Giebel betonte Hauptportal liegt. Sowohl die Fassade als auch der Innenraum wurde mit überwiegend neugotischen Stilelementen gestaltet. Das Innere der Kirche blieb von Kriegszerstörungen weitestgehend verschont.

 

 

Blick auf die Orgelempore LupeBlick auf die Orgelempore

Die Besonderheit des Innenraumes liegt in dem zentralen, quadratischen Gewölbejoch, auf das sich auch die innere Raumhöhe hochstuft und das so fast den Eindruck eines Zentralbaus vermittelt. Unterstrichen wird diese Anordnung durch eine dreiseitige Empore, die mit ihrem warmgetönten Holzwerk optisch die Mittelzone umfängt.

Die Empore beherbergt auch die noch aus der Bauzeit weitgehend original erhaltene Orgel des renommierten Orgelbauers W. Sauer aus Frankfurt an der Oder, die 1976 von der Firma Schuke, Berlin, überarbeitet und wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht wurde. Mit den Deckenleuchtern und dem Taufschalenständer sind noch Kunstschmiedearbeiten im Art-Deco-Stil von 1926/27 erhalten geblieben.

Die Kriegsschäden betrafen vor allem die Buntglasfenster, wobei das Chorfenster im Jahre 1949 nach Entwürfen von Karl Hellwig (Haßlinghausen) mit Motiven aus dem Alten und Neuen Testament neu gestaltet wurde (siehe Seite 13).
Der Chorraum wurde 1967/68 zum Kirchenschiff hin erweitert. Die damals vorgenommenen gestalterischen Veränderungen (Absenkung der Kanzel, Farbfassungen) wurden im Rahmen einer umfassenden Renovierung der Kirche in den Jahren 2000 / 2001 durch den Architekten Peter Probst, Duisburg, erneut überarbeitet. Dabei  wurden die vorhandenen bzw. wiedergefundenen architektonischen Stilelemente zu einer warmen und harmonischen Einheit zusammengeführt.

 


 

 

Chorfenster von Karl Hellwig (1948/49) LupeChorfenster von Karl Hellwig (1948/49)

Lichtspiel in 17 biblischen Szenen

Ein gläsernes Triptychon verleiht dem neugotischen Kirchenraum in Broich seine besondere Note. Gestaltet wurde es vom Künstler Karl Hellwig. Er schuf so einen Zusammenhang zwischen neugotischem Kirchenraum, künstlerischer Tradition und  Theologie der Reformation.

Der Mittelteil des Fensters erinnert an das Johannes-Evangelium: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen." Die linke Tafel zeigt biblische Szenen zum Sakrament der Taufe, die rechte Tafel Szenen zum Sakrament des Abendmahls. Der Glasmaler Karl Hellwig entwarf 1947/48 das Fenster im Dialog mit den Pfarrern Hermann Ristow und Ludwig Quaas. Die Ausführung übernahm die Glaswerkstatt Heberle & Co. in Hagen-Haspe.

 

Dieser Text ist der Broschüre "Orte der Einkehr und des Gebets - Denkmalgeschützte Kirchen" entnommen. Das Heft ist erschienen zum Tag des offenen Denkmals 2007 und kann im Öffentlichkeitsreferat des Kirchenkreises An der Ruhr nachbestellt werden. Die Broschüre enthält Texte, Fotos und Architekturzeichnungen, von denen die Untere Denkmalbehörde der Stadt Mülheim zahlreiche zur Verfügung gestellt hat.

Broschüre als pdf zum Download.

 

 

 



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