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für den 24.05.2012

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Diakonisches Werk feiert 90-jähriges Bestehen

Ein Pfarrer und ehrenamtliche Aktive machten den Anfang und gründeten 1921 das "Evangelische Jugendwohlfahrtamt". Es folgte eine Geschichte der Professionalisierung - und nun die Feier zum "90-Jährigen" des Diakonischen Werks im Kirchenkreis An der Ruhr.

Gut gelaunt und wetterfest: Die Ruhr-River-Jazzband sorgte für musikalische Unterhaltung. Gut gelaunt und wetterfest: Die Ruhr-River-Jazzband sorgte für musikalische Unterhaltung.

121 Mitarbeitende feierten Gottesdienst mit Diakoniepfarrer Gerald Hillebrand, begrüßten dabei 19 neue Kolleginnen und Kollegen, gaben Einblick in ihre Arbeit und servierten ihren Gästen vielerlei schmackhafte Stärkung. Das Diakonische Werk im Kirchenkreis an der Ruhr feierte sein 90-jähriges Bestehen.

Beim Fest auf dem Kirchenhügel, im Diakoniegebäude, dem Diakonie Am Eck und im Martin-Luther-Haus konnten Besucherinnen und Besucher mit den Mitarbeitenden ins Gespräch kommen und viel über die Angebote der Diakonie erfahren. Die "Ruhr River Jazzband" erwies sich wetterfest und sorgte auch bei feuchter Witterung draußen für beste musikalische Unterhaltung. Im Haus der Diakonie konnte man etwa Wissenswertes über die rechtliche Betreuung erfragen, im Ambulatorium seine Sinne mit der "Rauschbrille" auf die Probe stellen oder bei der Schwangerschaftsberatung die Säuglings-Simulations-Puppe im Arm halten. Gefährliches Köpfchen-Hängen-Lassen wurde prompt mit Schreien quittiert.

Die Unternehmung, die 1921 unter der Leitung des Dümptener Pfarrers Müller als "Evangelisches Jugendwohlfahrtsamt" begann, steht heute knapp 7000 Mülheimerinnen und Mülheimern (KlientInnen und Mitberatene) im Jahr zur Seite. "Die Mülheimer Diakonie ist erwachsen aus Ehrenamt und gemündet in Professionalität. Und Professionalität tut Not", würdigte Superintendent Helmut Hitzbleck die Entwicklung in seinem Grußwort nach dem Festgottesdienst.

Hilfe durch hauptamtliche Fürsorger gab es im Diakonischen Werk seit den 1950er Jahren. Professionelle Beratung durch fundiert an der Fachhochschule ausgebildete Diplom-SozialarbeiterInnen und Diplom-SozialpädagogInnen seit Mitte der 1970er Jahre. Heute arbeiten ferner Psychologen, Erzieherinnen und Lehrerinnen beim Diakonischen Werk. Als erster hauptamtlicher Geschäftsführer trat 1972 Heinz Lipski seinen Dienst an. Ihm folgte 1999 Hartwig Kistner nach, der das Diakonische Werk noch heute leitet.

 

Voll besetzte Bankreihen in der Petrikirche zum Gottesdienst mit Diakoniepfarrer Gerald Hillebrand.

19 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in ihren Dienst eingeführt.

"Dass auch in Zukunft die notwendigen Mittel für diakonische Arbeit bereit stehen", wünschte Superintendent Helmut Hitzbleck. Die Gesellschaft müsse in ihr Sozialwesen investieren.

Ihre "vollständige und uneingeschränkte Zustimmung", sicherte Oberbürgermeisterin Mühlenfeld zu. Sie dankte allen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden für ihr Engagement. "Die Diakonie hilft denen, die anderswo oft keine Hilfe mehr bekommen."

Im Haus der Diakonie informierten die Mitarbeitenden über ihre Arbeit: zum Beispiel mit praktischen Tipps zum Betreuungsrecht.

Ein Gläschen in Ehren ...? Mit der "Rauschbrille" konnte man im Ambulatorium völlig nüchtern ausprobieren, wie sich die Promille im Blut auf die Geschicklichkeit auswirken.

Baby schaukeln in den Räumen der Schwangerschaftsberatung. Die Simulationspuppe lässt sich sorglose Behandlung nicht gefallen. Sobald das Köpfchen hängt, gibt's Geschrei.

Schutz vor Regen ...

... und Raum für Begegnung und Gespräche fand man im Haus der Diakonie.

Für schmackhafte Stärkung war reichlich gesorgt, nämlich im "Diakonie am Eck" (Bild), außerdem im eigens aufgebauten Zelt und im Martin-Luther-Haus.

"Keimzelle der diakonischen Arbeit ist sicherlich die Kinder- und Jugendarbeit", sagt Geschäftsführer Hartwig Kistner. In den 1970er Jahren kamen die Gemeinwesenarbeit und die Angebote für von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen hinzu. "Diese Entwicklung begann in anderen Ruhrgebietsstädten erst später", blickt Geschäftsführer Kistner zurück.

Im subsidiaren Sozialsystem arbeitet die Diakonie mit vielen anderen öffentlichen Trägern zusammen, und zwar "wohl koordiniert", wie Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld in ihrer Ansprache lobte. "Ihr Tun ist ein nicht mehr wegzudenkender Teil unserer Bürgergesellschaft geworden. Das soziale Netzwerk in unserer Stadt könnte ohne das Diakonische Werk nicht aufrecht erhalten werden", sagte Oberbürgermeisterin Mühlenfeld.

So widmet sich das nunmehr 90-jährige "Geburtstagskind" stets neuen Aufgaben. Der Bereich, der in jüngster Zeit am schnellsten wächst, sind die Schulprojekte. An 13 Standorten in der Stadt ist die Diakonie derzeit aktiv. Von den 19 neuen Mitarbeitenden arbeiten rund die Hälfte in diesen Betreuungsangeboten. Außerdem wachsen die Angebote für Migranten, zum Beispiel die Sprachschule mit ca. 100 SchülerInnen.

 

Folgende neue MitarbeiterInnen begrüßte das Diakonische Werk im diesjährigen Diakoniegottesdienst in seinen Reihen:

Dennis Dellwig, Laura Thiesling, Kerstin Materna, Stephanie Gropengießer, Kristina Horstmannshoff, Imke Bolte, Christian Kowalski , Henri Haardt, Jennifer Schlag, Astrid Runge, Doris Bruss, Swantje Makurat, Beate Terjung, Bianca Kachold, Katrin Niklasch, Julia Bohm, Valentina Bacht, Diana Seeger, Sieglinde Jaroszek.

ala / 12.09.2011



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