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Friedensbotschaft für Jamaika

Pfarrerin Ursula Thomé war eine von 1000 Teilnehmenden aus 120 Ländern der internationalen ökumenischen Friedenskonvokation, in Kingston / Jamaika. Mehr über Ihre Erwartungen zuvor und ihre Eindrücke von der Tagung hier.

Acht großflächige Banner hat Pfarrerin Thomé als künstlerisch gestaltete Friedensbotschaft im Gepäck. LupeAcht großflächige Banner hat Pfarrerin Thomé als künstlerisch gestaltete Friedensbotschaft im Gepäck.

Als "Erntedankfest" zum Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt, verstand sich die internationale ökumenische Friedenskonvokation, die vom 17. bis zum 25. Mai in Jamaika stattfand. Pfarrerin Urula Thomé vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene war in Kingston dabei und wird am Donnerstag, 8. September, 19 Uhr, in der Ev. Ladenkirche (Kaiserstraße 4) von der Tagung berichten

Ihre Eindrücke une Erlebnisse in Kingston hat Ursula Thomé in ihrem Blog aufgeschrieben.

Als Friedensbotschaft im Gepäck hatte Pfarrerin Ursula Thomé vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) acht großflächige Banner. Sie sind Ergebnis eines Kreativprojekts im Rahmen einer internationalen Partnerschaftsbegegnung des Kirchenkreises Essen im Kulturhauptstadtjahr 2010. Im Vorfeld der internationalen Begegnung sprach sie über ihre Erwartungen und blickte zurück auf die Dekade zur Überwindung von Gewalt.

Was erhoffen Sie sich von der Versammlung in Jamaika?
Solch große Zusammenkünfte erleben alle Teilnehmenden meist als gegenseitige Stärkung in der Arbeit für den Frieden. Ich hoffe, dass auch ich davon etwas mit nach Hause nehmen kann. Die Friedenskonvokation wird voraussichtlich eine gemeinsame Erklärung zum gerechten Frieden verabschieden. Sie ist mit dem Lukas-Zitat "...und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens" überschrieben. Ich möchte in Essen, Mülheim, Duisburg und Oberhausen dazu einladen, diesen Weg mitzugehen.

Konkret arbeitet die Konvokation zu den Themen: Friede "in der Gemeinschaft", "mit der Erde", "zwischen den Völkern" und "in der Wirtschaft" - große Ziele. Konnten Sie in ihrer Arbeit der letzten Jahre schon etwas ernten?
Ich denke schon, dass die Friedenstheologie in vielen Arbeitsbereichen praktisch wirksam geworden ist. Es gibt beispielhafte Projekte in der Jugendarbeit, die sich mit gewaltfreier Konfliktbearbeitung beschäftigen. Viele basisnahe Impulse hat es auch in der Frauenarbeit gegeben, so beteiligen sich evangelische Gruppen etwa am jährlichen Aktionstag gegen häusliche Gewalt am 25. November. Auch die KiTa, die den Kindern interkulturelles Lernen ermöglicht, arbeitet mit an der Friedenstheologie. Auch wenn nicht jedes einzelne Projekt darunter mit dem Etikett der "Dekade" versehen ist, so ist es doch ein wichtiger Beitrag auf unserem gemeinsamen Weg.

Welche Stärkung möchten Sie persönlich aus Jamaika mitnehmen?
Die Tage einer solchen internationalen Begegnung sind immer auch für einen selbst bereichernd. Ich würde gern mehr von der ökumenischen Spiritualität ganz selbstverständlich in unseren Alltag einbetten, so wie es viele der Teilnehmenden aus Südamerika oder Afrika tun. Wir werden während der Tagung in international zusammengestellten WGs auf dem Universitätscampus leben. So bekommen wir Gelegenheit, ein Stück Alltag und sicher auch manches Gebet und Lied miteinander zu teilen.

Sehen Sie auch Rückschritte auf dem Weg?
Ja natürlich. Während wir lokal viele Fortschritte erreichen, stehen wir einer global wachsenden Militarisierung gegenüber. Die deutsche Rüstungsindustrie verzeichnet wachsende Exportzahlen.

Sind die Schritte auf dem Weg des gerechten Friedens nicht furchtbar klein?
Jeder einzelne Schritt mag klein sein, aber nie unbedeutend. Sich für den Frieden einzusetzen, ist Teil unseres christlichen Glaubens und unseres Auftrags als Kirche. Die Frage, ob man damit weitermacht, stellt sich deshalb nicht. Bestenfalls geht es um das "Wie". Und dass man dazu einen langen Atem braucht, ist nicht neu. Was mir hilft, dranzubleiben ist, uns dabei als Teil der großen Ökumene zu verstehen und zu begreifen und dazu leistet die Friedenskonvokation in Jamaika einen guten Beitrag.

Was gibt es für uns, hier im Ruhrgebiet, als nächstes zu tun?
In der interkulturellen Arbeit und in der interreligiösen Begegnung, da könnte und sollte bei uns noch viel mehr passieren. Da sind wir herausgefordert, uns zu öffnen. Da können wir von anderen Teilnehmerländern der Friedenskonvokation lernen.

 

Stichwort Konvokation
Convocare (lat.) bedeutet "zusammenrufen", die internationale ökumenische Friedenskonvokation versteht sich als Zusammenrufung des Volkes Gottes. Ihr historischer und kirchenpolitischer Rang ist zwischen einer ökumenischen Konferenz und einem ökumenischen Konzil einzuordnen. Die Friedenskonvokation in Jamaica wird unter anderem die nächste Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) 2013 in Busan (Südkorea) vorbereiten.

Pfarrerin Ursula Thomé berichtet in Gemeinden, Einrichtungen und Kreisen gerne über ihre Erfahrungen in Jamaica und Mit-Mach-Möglichkeiten bei Projekten auf dem Weg zu einem gerechten Frieden, Kontakt: thome@gmoe.de, Telefon: 0208. 882269413

 

 

26.04.2011



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