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mehrNicht nur sonntags wird in den Gemeinden im Kirchenkreis An der Ruhr Gottesdienst gefeiert. Auch an Werk- und Feiertagen treffen sich Christinnen und Christen in den Kirchen und Gemeindezentren der Stadt.
mehrfür den 24.05.2012
Ist mein Arm nun so kurz geworden, dass er nicht mehr erlösen kann?
Jesaja 50,2
mehrSchritte zur Konsolidierung
Tagung der Kreissynode An der Ruhr im Haus der Ev. Kirche
Konzeptionsdiskussionen prägten die Frühjahrssynode des Kirchenkreises An der Ruhr, die an diesem Samstag im Mülheimer Haus der Kirche (Altenhof) zu Ende ging. Die Synodalen beschlossen, die Evangelische Ladenkirche als Anlaufstelle in der Innenstadt fortzuführen, eine halbe Stelle im Jugendreferat einzurichten sowie Familienbildungsstätte und Öffentlichkeitsreferat zu erhalten.
Eine vom Kreissynodalvorstand vorgeschlagene finanzielle Umschichtung, um gemeinschaftliche Aufgaben wie Familienbildung, Beratung, Ladenkirche, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die gemeinsame Gemeindeverwaltung auch mittelfristig zu sichern, wurde abgelehnt.
Dennoch trugen die Synodalen der Sparnotwendigkeit in ihren Entscheidungen Rechnung. Die halbe Stelle für einen/e kreiskirchliche/n Jugendreferent/in wird in den Stellenplan aufgenommen, aber vorläufig nicht besetzt. Zuvor soll der gleichfalls von der Synode beschlossene Konzeptionsprozess abgeschlossen werden.
Die bislang befristet eingerichtete Evangelische Ladenkirche wird fortgeführt, allerdings mit verringerter Personalausstattung. Die Synode beschloss die Fortführung der Ladenkirche mit einer halben hauptamtlichen Stelle, zuzüglich einer geringfügig beschäftigten Kraft (statt bisher zwei). Der Beschluss zur Ladenkirche war nötig geworden, da die entsprechenden Verträge bis Ende 2011 befristet waren.
Auch nach der Synodentagung wird die Strukturentwicklung im Kirchenkreis An der Ruhr fortgesetzt. Der Kirchenkreis wird nun in einen Konzeptionsprozess einsteigen, um die finanzielle Konsolidierung zu sichern.
Keine Mehrheit fanden die Anträge verschiedener Kirchengemeinden, schon zum jetzigen Zeitpunkt weitere Einsparungen in den Bereichen Familienbildung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vorzunehmen.
Stichwort Finanzen
Aktuell gibt es aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage steigende Kirchensteuerzahlen. Im Kirchenkreis An der Ruhr liegen die Einnahmen für das Jahr 2011 voraussichtlich bei 6,1 Mio. Euro. Diese Entwicklung sowie die auf der nun zu Ende gegangenen Synode gefassten Beschlüsse und laufende Sparmaßnahmen ermöglichen es, die noch vorhandenen finanziellen Rücklagen des Kirchenkreises An der Ruhr mittelfristig stabil zu halten. Darüber hinaus gibt es jedoch Handlungsbedarf: Langfristig werden Kirchensteuern sinken, während Personal- und Sachkosten steigen. Dies wird durch Rücklagenentnahmen nicht auszugleichen sein. Nur weitere Einsparungen werden einen langfristig ausgeglichenen Haushalt ermöglichen.
Stichwort: Synode
Die Kreissynode tagt mindestens einmal, oft zweimal im Jahr und ist das höchste Entscheidungsgremium, das "Parlament", eines jeden Kirchenkreises. Zu den Synodalen zählen alle Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie weitere gewählte Mitglieder aus den Gemeindepresbyterien (von den Gemeindegliedern gewählte Leitungsgremien). Die Synodalen entscheiden unter anderem über kreiskirchliche Finanzen, erarbeiten auch gemeinsame theologische und sozialethische Stellungnahmen und können Anträge an die Landessynode stellen. Die Synode verhandelt öffentlich. Zum Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr zählen rund 60.000 Gemeindeglieder in Mülheim und Essen-Kettwig.
Synode im Rückblick - Superintendent Hitzbleck zur Kreissynode An der Ruhr
"Ich bin froh, dass der Start in einen neuen Konzeptionsprozess von einer so breiten Mehrheit der Synodalen mitgetragen wird", sagt Superintendent Helmut Hitzbleck im Rückblick auf die Tagung. 90 Prozent der Synodalen hatten dafür gestimmt, eine Steuerungsgruppe aus Gemeindevertretern sowie Repräsentanten aus KSV und Kuratorien zu beauftragen, bis 2014 ein Zukunftskonzept für die Evangelische Kirche An der Ruhr zu entwickeln.
Mittelfristig müsse nun die finanzielle Ausstattung des Kirchenkreises an seine Aufgaben und Bedarfe angepasst werden. "Auch wenn wir uns dieses Mal noch nicht auf die Höhe der Umlage einigen konnten, haben wir die Gespräche nur zurückgestellt und werden konkrete Zahlen bei den Haushaltsplanungen auf der Herbstsynode miteinander aushandeln", so Hitzbleck weiter.
71 Prozent der Synodalen folgten dem Antrag des Jugendausschusses, eine neue halbe Stelle für eine/n Jugendreferent/in im Kirchenkreis einzurichten. "Die Synodalen waren sich einig, evangelische Jugendarbeit durch ein personelles Rückgrat auf Kirchenkreisebene zu stärken", resümiert Hitzbleck. "Auf diese Weise wollen wir auch in Zukunft Fortbildungen für ehrenamtliche Jugendmitarbeitende anbieten und bei Großereignissen in der Stadt präsent sein." Besetzt werden soll die Stelle allerdings erst nach Abschluss des Konzeptionsprozesses.
Große Einigkeit unter den Synodalen gab es auch darüber, die Evangelische Ladenkirche an der Kaiserstraße fortzuführen, 76 Prozent stimmten für den Erhalt. Allerdings wurde die Personalausstattung verringert. Die Synode beschloss die Reduzierung auf eine halbe hauptamtliche Stelle, zuzüglich einer geringfügig beschäftigten Kraft (statt bisher zwei).
Eine deutliche Mehrheit der evangelischen Kirchenvertreter sprach sich auch für die Beibehaltung der Familienbildungsstätte sowie des Referates für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus. 78 Prozent der Synodalen stimmten für den Erhalt des Pressereferates, 72 Prozent für den der Familienbildungsstätte.
Nun wird die von der Synode beauftragte Steuerungsgruppe ihre Arbeit aufnehmen und auf der Herbstsynode ihre Ziele vorstellen. Ergebnisse sollen bis zum Jahr 2014 vorliegen. "Es besteht kein Zweifel daran, dass die Evangelischen aus dem Schatten ihrer Kirchtürme treten müssen, wenn sie sich neuen Rückhalt in der Öffentlichkeit erarbeiten wollen. Neben das Standbein der ortsgemeindlichen Seelsorge und Verkündigung gehört das zweite Standbein der öffentlichen Präsenz mit konkreten Lebenshilfeangeboten für die Menschen", beschreibt Superintendent Hitzbleck den Ausgangspunkt der Diskussion.
ala / 27.05.2011
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