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für den 24.05.2012

Ist mein Arm nun so kurz geworden, dass er nicht mehr erlösen kann?

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Pogromgedenken

"Wenn dich morgen dein Kind fragt - dann rede!"

Die Erinnerung lebendig halten, dazu riefen die Evangelischen in zwei Veranstaltungen am 9. November auf. Die Schicksale jüdischer Mülheimer waren Thema einer Veranstaltung in der Ladenkirche und bei einer Andacht in der Petrikirche.

100 Teelichte erinnerten an die 100 mittlerweile verlegten Stolpersteine. 100 Teelichte erinnerten an die 100 mittlerweile verlegten Stolpersteine.

Sie waren Bergleute oder Grafiker, Mütter und Hausfrauen - ganz verschieden waren die Lebenswege der Menschen jüdischen Glaubens mit denen sich die Schülerinnen und Schüler der "AG Stolpersteine" von der Realschule Mellinghofer Straße beschäftigt hatten. Sie waren in Mülheim geboren worden oder ihr Lebensweg hatte sie in die Stadt geführt, ehe er mit Deportation und Ermordung endete. "Wir sind stolz, die Patenschaft für den Stolperstein übernommen zu haben", so begannen viele der Beiträge, in denen die Schülerinnen und Schüler in der Evangelischen Ladenkirche die Lebenswege der ermordeten Juden skizzierten.

 

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Mit großem Engagement hatten die 13- und 14-Jährigen ein gut einstündiges Programm mit Texten und Musik und selbstgemachten koscheren Snacks zusammengestellt. 100 leuchtende Teelichte erinnerten an die mittlerweile rund 100 verlegten Stolpersteine in der Stadt.

Jüdisches Leben betrachteten di e Schüler nicht nur in der Rückschau. Eine Jugendliche, die selber in der jüdischen Gemeinde aktiv ist, ließ sich auf der Bühne interviewen, berichtete vom Gemeindeleben in den Jugendgruppen und auch von der Sabbatfeier. In einem Videointerview stellten die AG-Mitglieder den jüdischen Gemeindevorstand Patrick Marx vor und befragten ihn über den Glauben im Alltag.

 

Sängerinnen und Schülerband präsentierten das Lied von "Leon Wolke" Sängerinnen und Schülerband präsentierten das Lied von "Leon Wolke"

Viele Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung schlossen sich auch der Andacht in der Petrikirche an. Pfarrer Justus Cohen warb für eine lebendige Erinnerungs- und Erzählkultur: "Wenn dich dein Kind morgen fragt, dann rede!" Die Gottesdienstgemeinde hörte die Geschichte einer alten Dame, die in ihrer Kindheit oft eine jüdische Nachbarin besuchte. Als kleines Mädchen konnte sie die Nachbarin alles fragen, was sie wissen wollte. Die Fragestunde beim nachmittäglichen Bügeln wurde zum geliebten Ritual voller Geborgenheit. Mit abruptem Ende. Eines Tages war die Nachbarin nicht mehr da. Als das Mädchen wissen wollte, wohin sie denn verschwunden sei, waren ihre Fragen nicht mehr willkommen.

"Seien Sie frag-würdig!" rief Pfarrer Cohen die Gottesdienstgemeinde auf. "Denn nur wenn die Alten ihre Geschichte weitererzählen, kann sie gemeinsame Geschichte werden."

 

 

ala / 10.11.2011



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