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Kreissynode beschließt Fahrplan zur Konzeption

Fragen der Strukturentwicklung dominierten die Tagung der Kreissynode An der Ruhr. Die Synodalen gaben grünes Licht für einen Rahmenplan zur Konzeption. Außerdem beschlossen Sie eine Erhöhung der Finanzumlage an den Kirchenkreis bis zum Jahr 2016.

Tagung der Kreissynode im Haus der Kirche. Tagung der Kreissynode im Haus der Kirche.

Die Synodalen gaben grünes Licht für den vorgestellten zeitlichen und inhaltlichen Rahmenplan zur Erarbeitung einer künftigen Gesamtkonzeption für die Arbeit im Kirchenkreis und in Gemeinden. Ziel ist es, ein Ergebnis bis zum Frühsommer 2014 vorzulegen. Bis zum Mai 2012 wird sich das Gremium einer Situationsanalyse widmen. Es folgt eine Phase bis November 2012, in der mögliche Zukunftsentwürfe erarbeitet werden, die bis Mai 2013 in eine Prüfungsphase eingehen. Die Ergebnisse sollen bis Mai 2014 kommuniziert und diskutiert werden und dann in eine synodale Beschlussvorlage münden.

"Die regelmäßige und offene Kommunikation mit allen Beteiligten", so die Leiterin der Steuerungsgruppe Dagmar Tietsch-Lipski, "ist dabei während des gesamten Prozesses von zentraler Bedeutung". Der Steuerungskreis war auf der letzten Synode eingesetzt worden und besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aller Kirchengemeinden sowie aus den Kuratorien der Einrichtungen und Werke.

 

Superintendent Helmut Hitzbleck Superintendent Helmut Hitzbleck

Entschieden haben die Synodalen auch über die Umlagefinanzierung des Kirchenkreises. Der Kirchenkreis hat keine eigene Kirchensteuerhoheit und wird daher in einem internen Umlageverfahren durch die Gemeinden finanziert. Um eine solide Finanzbasis bis zum Ende des Konzeptionsprozesses zu sichern, hatte der Synodale Finanzausschuss in seiner Beschlussvorlage eine Erhöhung von 28 auf 31,5 Prozent vorgeschlagen. Nach Diskussion in der Synode wurde diese Quote für den Zeitraum von 2012 bis 2016 beschlossen.

Auch in der Rheinischen Landeskirche steht Strukturplanung zurzeit auf der Tagesordnung. Die Kirchengemeinden Kettwig und Heißen legten einen gemeinsamen Antrag vor, der darauf abzielte, auf der Landessynode im Januar 2012 ein Proponendum anzuregen. Im Rahmen eines solchen Proponendums wären dann alle Kirchenkreise und jedes Gemeindepresbyterium zu einer verbindlichen Stellungnahme zur landeskirchlichen Verwaltungsstrukturreform und Personalplanung aufgerufen. Bei knappem Abstimmungsergebnis fand dieser Antrag jedoch keine Mehrheit.

Wenn auch Fragen der Strukturentwicklung die Tagesordnung dominierten, beschlossen die Synodalen auch über Anträge aus konkreten Arbeitsfeldern. Für das entstehende stationäre Hospiz an der Friedrichstraße gewährten die Synodalen die Finanzierung eines "Raums der Stille" als Ort des Rückzugs und Gebets für Gäste, Angehörige und Mitarbeitende in Höhe von 19.000 Euro. "Wir wollen der Seele Raum geben", erklärte Pfarrerin Klaudia Schmalenbach, Vorsitzende des Hospiz-Fördervereins, in der Antragsbegründung. "Wir möchten einen Raum bieten zum Klagen, Weinen, Beten und Schweigen, aber auch für Trost und Ermutigung."

In einem weiteren Beschluss sprachen sich die Synodalen für den Erhalt eines weiterführenden Schulstandortes an der Bruchstraße aus. Der Sozialethische Ausschuss des Kirchenkreises hatte die Beschlussvorlage zur Schuldiskussion erarbeitet. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine Alternative für die Entwicklung des Stadtteils Eppinghofen (...) nicht mehr geboten wird, nachdem der besondere Bedarf hierfür bislang parteiübergreifend Konsens war", heißt es darin. In den vergangenen Monaten hatte sich schon die Lukaskirchengemeinde, zu deren Gebiet Eppinghofen zählt, für das Bündnis für Bildung und für den Erhalt der Schule am Ort eingesetzt. "Es geht uns nicht um einen Verdrängungswettbewerb", erläuterte Pfarrer Helmut Kämpgen aus der Lukaskirchengemeinde auf der Synode. "Vielmehr glauben wir, dass dieser Stadtteil unser Engagement sehr braucht."

Ferner beschlossen die Synodalen die Haushalts- und Stellenpläne für das kommende Jahr, die routinemäßig in jeder Herbstsynode auf der Tagesordnung stehen.

Für kreiskirchliche Ausschüsse und Kuratorien wurden einige nachrückende Mitglieder gewählt:

  •  Kuratorium der Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen: Rosemarie Esser (Kirchengemeinde Broich-Saarn) und Irmtrud Schäckermann (stellvertretend für die Kirchengemeinde Broich-Saarn)
  •  Kuratorium des Diakonischen Werkes: Dr. Friedrich-Wilhelm Elstermann von Elster (Kgm. Broich-Saarn) 
  • Frauenfachausschuss: Doris Zalkau (Kgm. Broich-Saarn) und Elke Harnisch (sachkundige Vertreterin)
  • Verwaltungsfachausschuss: Peter Jansen (Kgm. Broich-Saarn)
  •  Nominierungsausschuss: Pfarrer Jürgen Krämer (Kgm. Broich-Saarn).

Stichwort: Synode
Die Kreissynode tagt mindestens einmal, oft zweimal im Jahr und ist das höchste Entscheidungsgremium, das "Parlament", eines jeden Kirchenkreises. Zu den Synodalen zählen alle Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie weitere gewählte Mitglieder aus den Gemeindepresbyterien (von den Gemeindegliedern gewählte Leitungsgremien). Die Synodalen entscheiden unter anderem über kreiskirchliche Finanzen, erarbeiten auch gemeinsame theologische und sozialethische Stellungnahmen und können Anträge an die Landessynode stellen. Die Synode verhandelt öffentlich. Zum Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr zählen rund 59.000 Gemeindeglieder in Mülheim und Essen-Kettwig.

 

 

ala / 10.11.2011



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