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Die Walcker-Orgel in der Lutherkirche. Foto: B. Furchheim
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Die Walcker-Orgel in der Lutherkirche. Foto: B. Furchheim

Lutherkirche in Krefeld  

Die Walcker-Orgel hat wieder Töne

Die Walcker-Orgel in der Lutherkirche Krefeld wurde am Sonntag wiedereingeweiht. Nach nur einem Jahr Restaurierung entfaltet die Orgel nun wieder ihren vollen Klang.

Den Festgottesdienst zur Wiedereinweihung am 4. Juli hielt Pfarrer Volker Hülsdonk, Pfarrer an der Lutherkirche, die Festrede Superintendent Burkhard Kamphausen. Prof. Dr. Karlheinz Schüffler präsentierte die Orgel im Gottesdienst. Zudem sang der Markus-Chor unter der Leitung von Wolfram Krüger. Anschließend führte Christian Scheffler, Orgelrestaurator aus Brandenburg das Instrument vor und hielt einen Vortrag.

Fast hatten sich die Gemeindeglieder der Lutherkirche schon an die „Ersatzorgel“, ein kleines Positiv gewöhnt. Denn bereits 1980 war der Walcker-Orgel die Luft ausgegangen – sie hatte kaum noch Töne, richtige schon gar nicht mehr. „Wie gut für uns, dass die Ge-meinde damals die Orgel nicht reparieren ließ“, freut sich Prof. Dr. Karlheinz Schüffler, Vorsitzender des Förderverein Walcker-Orgel, der auch als Organist tätig ist. „Dann wäre ein halbelektronisches Instrument dabei herausgekommen, eben ganz im Trend jener Zeit.“ Jetzt hat die Lutherkirche ihr musikalisches Juwel wieder.

Die Walcker-Orgel opus 1112 ist nicht irgendein Instrument, sondern ein besonderes: Hier bringt Luft nicht nur die Pfeifen zum Klingen, sondern bewegt auch den gesamten Mechanismus, der für das Öffnen und Schließen der Verbindungen vom Spieltisch, an dem der Organist sitzt und in die Tasten greift, zum eigentlichen Klangkörper verantwortlich ist. Solche so genannten pneumatischen Orgeln, die nur in der Zeit von etwa 1880 bis 1920 gebaut wurden, besitzen einen ganz unverwechselbaren, „lebendigen“ Klang. Die Orgel „atmet“ und ist zu einer romantischen Klangentwicklung fähig, die andere Instrumente nicht vorweisen können. Die Walcker-Orgel wurde 1904 gebaut und ist die einzige ihrer Art in Krefeld und Umgebung. Die nächste steht in Essen.

Noch ein paar Zahlen: Die Restaurierung dauerte ein Jahr. Sie kostete 205.000 Euro, die Hälfte hat die Gemeinde aufgebracht, die andere der Förderverein Walcker-Orgel. Dafür wurden 19 Benefizkonzerte seit 2002 veranstaltet, eines davon sogar in der Alten Kirche Krefeld. „Das war ein besonderes Entgegenkommen“, meint Karstjen Schüffler-Rohde vom Förderverein Walcker-Orgel. „Wir hatten ein paar Großspenden und ein bedeutender Teil der Spenden stammt aus einem Orgelkasten, den wir als Spendenbox aufgestellt ha-ben. Da gab fast jeder etwas.“ Das besondere Interesse der Gemeinde an „ihrem“ Instru-ment hat auch Pfarrer Volker Hülsdonk von der Lutherkirche festgestellt: „Das Projekt hat die Gemeinde belebt – es ist ein großes Geschenk, dass die Orgel nun wieder Leben hat.“

Ausführliche Informationen unter www.walcker-orgel-krefeld.de


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Spieltisch der Walcker-Orgel. Foto: B. Furchheim


 

01.08.2010


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