An-ge-dacht
Vierter Advent - Düsseldorfer Flughafen geschlossen wegen Schneefall. Der Flug, der sie aus New York nach Düsseldorf bringen sollte, gecancelt. Sie bucht um auf einen Flug drei Tage später. Bei der Ankunft in Düsseldorf fehlt der Koffer. Für zwei Wochen woll1te sie bei den Eltern in Deutschland bleiben. Tag für Tag hofft sie, dass der Koffer nachgeliefert wird - umsonst.
Zu Hause wird improvisiert. Es ist Weihnachten- die Geschäfte haben geschlossen. Mutter sucht Anziehsachen heraus - einen Rock, der ihr zu klein geworden war, einen Pulli, den sie lange nicht getragen hatte. Die Sachen stehen der Tochter gut. Sie trägt sonst nur Hosen, aber der Rock gefällt ihr. Leider waren auch wichtige Medikamente im Koffer. Mutter kocht Tees mit pflanzlichen Tropfen. Sie schmecken scheußlich, aber sie helfen.
Bei der Bescherung ist die Tochter traurig - die Geschenke für die Eltern sind auch im Koffer. Aber sie hat ihren Dudelsack dabei. Die gespielten Weihnachtslieder klingen beschwingt und fröhlich. Sie sitzen zusammen bis tief in die Nacht, lachen und erzählen. Ein wundervolles Fest.
Der Koffer ist fast vergessen, als er zu Sylvester doch noch geliefert wird. „Siehe, ich mache alles neu“, heißt es in der Bibel. „Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ Manchmal müssen wir uns unfreiwillig darauf einstellen, dass wir Gewohntes aufgeben und uns neu zurecht finden müssen. Aber in jeder Veränderung liegt auch die Chance, Neues zu entdecken, Festgefahrenes aufzubrechen, uns selbst neu zu finden.
Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr, dass Sie Neues wagen und sich überraschen lassen, von sich selbst, den Menschen
und von Gott.
Ihre Pfarrerin Antje Wenzel-Kassmer
Krankhausseelsorgerin am Maria-Hilf-Krankenhaus, Krefeld
Zu Hause wird improvisiert. Es ist Weihnachten- die Geschäfte haben geschlossen. Mutter sucht Anziehsachen heraus - einen Rock, der ihr zu klein geworden war, einen Pulli, den sie lange nicht getragen hatte. Die Sachen stehen der Tochter gut. Sie trägt sonst nur Hosen, aber der Rock gefällt ihr. Leider waren auch wichtige Medikamente im Koffer. Mutter kocht Tees mit pflanzlichen Tropfen. Sie schmecken scheußlich, aber sie helfen.
Bei der Bescherung ist die Tochter traurig - die Geschenke für die Eltern sind auch im Koffer. Aber sie hat ihren Dudelsack dabei. Die gespielten Weihnachtslieder klingen beschwingt und fröhlich. Sie sitzen zusammen bis tief in die Nacht, lachen und erzählen. Ein wundervolles Fest.
Der Koffer ist fast vergessen, als er zu Sylvester doch noch geliefert wird. „Siehe, ich mache alles neu“, heißt es in der Bibel. „Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ Manchmal müssen wir uns unfreiwillig darauf einstellen, dass wir Gewohntes aufgeben und uns neu zurecht finden müssen. Aber in jeder Veränderung liegt auch die Chance, Neues zu entdecken, Festgefahrenes aufzubrechen, uns selbst neu zu finden.
Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr, dass Sie Neues wagen und sich überraschen lassen, von sich selbst, den Menschen
und von Gott.
Ihre Pfarrerin Antje Wenzel-Kassmer
Krankhausseelsorgerin am Maria-Hilf-Krankenhaus, Krefeld
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