Augenblick bitte
Augenblick bitte

Rundbriefe "Augenblick bitte!" (Veranstaltungen in Gemeinden)

mehr
Losung

für den 24.05.2018

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!

Psalm 32,1

Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Service

Karnevalssonntag 2018

Gereimte Predigt in der Markuskirche Fischeln

In der gereimten Predigt von Marc-Albrecht Harms ging es ums Geld, um die GroKo, um die Frage der Geschlechtergerechtigkeit und um vieles mehr. Um was? Lesen Sie hier ...

Lupe

"So wie’s in vielen Kirchen Brauch,
so halt’ ich’s heute Morgen auch:
Die Predigt soll gereimt erklingen,
Der Karneval tut’s mit sich bringen.

Jedoch, so könnte jemand fragen,
darf ich’s im Gotteshause wagen,
gereimt die Predigt vorzutragen?
Ihr Schwestern und ihr lieben Brüder,
der Karneval, er hat uns wieder.
Das Schunkeln und die frohen Lieder
bewegen Herz und auch die Glieder.

Womöglich bringt’s die Leut’ zum Lachen.
Was sind denn das für Sachen?
Christsein ist ein ernstes Ding!
Da sind wir auch schon mittendrin.

Denn: nur in diesen Zeiten darf man's wagen,
Nicht-gern-Gehörtes auszusagen:
Denn harmlos wird Kritik gemacht,
ist sie in Versform dargebracht.
Ein scharfes Wort klingt schon gebrochen,
wird es im Rhythmus vorgesprochen.

Am Rhein ist dieses Spiel bekannt,
und hat so manchen Streit gebannt:
Was man direkt nicht wollte sagen,
in Reimen konnt' man's dennoch wagen.

Wer hat nicht schon mal gestöhnt
Über lange Predigten und gehöhnt
Tritt fest auf, tu’s Maul auf, hör bald auf.

Wer ist noch nicht mit den Gedanken abgeschweift
Hat selbst in Gedanken eine Predigt - ganz ausgereift
Gehalten und dann sich dabei ertappt
Jetzt mach ich schon wieder schlapp

Karneval, Fasching, Rosenmontag, in 3 Tagen ist alles vorbei
Für die Katholischen kommt dann die Fastenzeit herbei
Evangelisch nennen wie diese Zeit – Passion
Hören wir auf Amos, den Propheten, er trifft den richtigen Ton

(Lesen Sie nach: Amos 5,21-24)

Die Lieder – Amos sagt, es sei Geplärr
Choräle zu singen, fällt uns schwer
Das Harfenspiel kann er nicht leiden
Spielt die Harfe, mag man nicht bleiben
Harfenspiel – ist auch mir oft zu viel
Pling Plang Plong, da warte ich auf den Schlussgong

Recht solle strömen wie Wasser
Seit Dezember wird´s bei uns nur nass und nasser
Und Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach
Gerechtigkeit, welch großes Weh, welch großes Ach!

Der Prophet hat es leicht, die Zeiten waren schlimm
Die Predigt darf nicht zu seicht, ich mache jetzt Klimm-
Züge geistiger Art - von früh bis spat.
Kritik und Polemik gegen den Gottesdienst
Ist nicht allein des Zeitgeistes Verdienst
Auch unter uns Kirchgängern allzu oft
Wird der Gottesdienst gerne gemobbt.

Der Glaube soll weniger heilig und mehr weltlich sein
Als ob die Praxis wäre der Weisen wahrer Stein
Der Prophet wendet sich gegen Verlogenheit
bei Kirche und Gericht
Ihm geht es um Redlichkeit,
in beiden findet er sie nicht.

Der Amos sagt: Eure Gottesdienste sind lieblos und billig
Darüber wird Gott zornig und unwillig.
Er kann es nicht leiden, wenn ihr euch anbiedert
Dem Zeitgeist, das ist ihm zuwider.
Ihr sollt eure Stimme erheben für die Schwachen und Armen
Ihr sollt nicht kuscheln und scharwenzeln mit reichen Damen

Bestechung und Korruption sind ganz üble Sachen
Darüber kann niemand hier lachen
Das Vertrauen ist hin und weg
Das ist nicht nur ein kleiner Fleck
Auf der sonst auch nicht makellosen Weste
Für mich immer nur das Beste.

Amos spricht in einer Zeit sozialer Schieflage
Reiche werden immer reicher, Arme führen Klage.
Der Aufschwung geht an ihnen vorüber
Amos wird nicht leiser noch müder.
Er prangert an die große Kluft
Ein Hauch von Revolution liegt in der Luft

Die Antwort bei uns auf Revolution, das weiß jedes Kind
Die Antwort heißt: Alexander Dobrindt
Dieser Mann liebt großkarierte Anzüge
Und spielt in der Politik schon mal mit der Lüge
Bei den Verhandlungen zu Jamaika und GroKo
Ist er stets dabei und macht nicht alle froh
Er lärmt und droht und pöbelt
Solange, bis ihn Angela Nahles vermöbelt

Gehen wir wieder ganz charmant
Aus Berlin ins Heilige Land:
Amos wird des Landes verwiesen, muss weichen
Damit Ruhe einkehrt für die wenigen Reichen
Es geht ihm nicht nur um sozialen Frieden
Für die, die im Lande geblieben
Es geht ihm auch um Glaube und Religion
Um Gott, darum geht es ihm schon.

Wer den Nächsten aus dem Auge verliert
Ist bei Gott weit abgeschmiert.
Wer die Schwachen und Armen nicht schützt
Dem die Spenden und Opfer nichts nützt.

Er sieht voraus, dass Geld und Gier
Nicht nur damals, auch bei uns hier
Immer mehr das Leben bestimmen
Man muss mit Gott gegen den Strom schwimmen.
Geiz ist nicht geil
Arme unterdrücken, macht niemanden heil

Sonst zerfällt unsere Gesellschaft
Und das Geld nimmt uns in Haft
Egal wer es hat – das Geld
Mit viel Euro ist man der Held
Der Mammon, die Bitcoins, die Flocken
Immer wieder will es uns locken.

Denn Geld regiert die Welt
Auch wir als Kirche machen mit
Schauen auf unsere Einnahmen mit bangem Blick
Werden sie mehr, reichen sie aus?
Der letzte macht das Licht aus!

Was können wir tun mit unseren Mitteln?
Wie sollen wir Gottes Liebe vermitteln?

Es geht nicht um Gott oder Geld
Diese Alternative ist nicht von dieser Welt.
Es geht darum für die Welt und Gott zu sein
Für alle: Arme, Reiche, Groß und Klein.

Es geht um die Perspektive in dieser Welt.
Die Ausrichtung auf Rendite vieles auf den Kopf stellt

Was soll uns dieser Text nun sagen?
Sollen wir wie Amos es wagen,
von eingetretenen Pfade ablassen,
unser Leben riskieren, das Land verlassen?

Sollen wir auch alles tun auf Erden,
um an Leib und Seele gesund zu werden?
Oder ist das wieder so eine Kirchen-Idee,
dass unsere Seele muss tun uns weh?

Meine Seele, lieber Gott, das tu ich dir kund,
sie ist quietsch fidel und auch pumperlg‘sund.

Jesus will dich finden in deinem Leben.
Er will dir Freude und Gesundheit geben.
Jesus ist kommen, wir sind nicht verloren,
so klingt es in all unseren Ohren.
Den Nächsten lieben, wie dich und deine Lieben
Dann bist du ganz in der Nachfolge Jesu geblieben.

Der Zeitgeist erfindet neue Geschlechter
Nur Mann und Frau, was für ein Gelächter.
Das gibt`s nur in der Bibel und ist längst Geschichte
Facebook hat 55 neue Geschlechter gesichtet

Es wird gegendert auf Teufel komm raus
Ob Mann, ob Frau, ob weiße Maus
Da kennt sich am Schluss niemand mehr aus.
Müssen wir für alle Geschlechter Toiletten vorhalten
Oh, ich wär bei der Frage gerne bei den Alten.

In der Weihnachtsgeschichte: nur alte weiße Männer, o Schreck
Die Engel in ihren Gewändern sind schnell wieder weg
Josef, Quirinius, Augustus; und da war
Auch Caspar, Melchior, Balthasar

Das wurde nicht durch Donald Trump getwittert
Das haben Lukas und Matthäus bereits gewittert

Wo sind die Frauen, die Transgender, das dritte Geschlecht und das vierte?
In der Mee-too Debatte gibt es viele Blamierte
Es geht um Geld, um Sex und um Macht
An dieser Stelle Dieter Wedel sicher nicht lacht.

Wir sind schon weit gekommen in der Emanzipation
Aber es gibt bei uns Bürger einer gewissen Tradition
Bei der Frauen viel weniger Rechte haben
Hinter dem Mann her traben
Mit großem Abstand und Gesicht verhüllt und bedeckt
Mädchen werden im Schwimmunterricht versteckt
Müssen wir uns nicht viel mehr trauen
Müssen wir nicht genau da hinschauen
Wo Frauen diese Unterdrückung erleben
Sollen wir unsere Stimme erheben.

Es war einmal eine große, stolze Partei
Sie stellte erst einen Kanzler, dann noch einen und dann drei
Ein vierter ist lange nicht in Sicht
Martin Schulz, der Mann ohne Macht, der wird es sicher nicht
Er wirkt eher wie ein bärtiger Brüsseler Wicht
Der seine Partei führt, ohne Kraft und Weitsicht

Für Entscheidungen in dieser Partei werden andere gefragt
Es hat ihm nur noch niemand gesagt,
Die Nahles gibt die Richtung vor,
Das rufen die Abgeordneten im Chor
Martin Schulz ist ein Auslaufmodell
verhandelt wird in Berlin jetzt ganz schnell
6 Monate nach der September-Wahl
Wird diese GroKo die nächste Leidens-Qual

Dem blöden Dobrindt, der Minister von Murks und Maut
Andrea Nahles in die Fresse haut
Bis es quietscht. Dann schreit Kevin, der Chef der Juso
Alles, nur keine GroKo!
Tritt ein, stimm dagegen
Das kommt mir gelegen
Ich bin immer für nichts, und jedes Mal nur dagegen

Noch was zu Seehofer, dem Ober-Bayer
Och nein, nicht schon wieder die alte Leier.
Vielleicht über Markus Söder
Als Minister ist der auch nicht blöder

Als Jürgen Dosenpfand Trittin von den Grünen
Bei denen stehen jetzt andere auf den Bühnen
Vor allem ein Schriftsteller aus Kiel
Ist jetzt am parteipolitischen Ziel
Parteivorsitz und Ministeramt
Das war den Grünen bisher unbekannt
Die Grün-Linken stehen ein bisschen im Regen
Die Realos sind etabliert und oft nicht mehr dagegen

Dagegen sein ist echt in Mode
Neue Parolen ziehen die Liberalen aus der Kommode

Besser nicht, als schlecht regieren
Besser nicht, als schlecht agieren
Besser nicht, als nur lamentieren
Die anderen sind Schuld am Jamaika-Aus, mein Herr
Sagt Mister FDP, Christian Lindner

Der Christian ist so arm, dass er auf Wahl-Fotos
Sitzt im Unterhemd halbnackt und bloß
Und unrasiert; gut, dass Plakate keine Düfte
Ausstoßen in die Lüfte

Plakate sind eben analog
Wie das Auto, das blitzschnell langsam um die Ecke bog
Es fährt autonom und digital, also ganz allein
Mal ganz ehrlich: das braucht doch kein Schwein
Autofahren ist doch toll und macht riesen Spaß
Darauf erheben wir alle unser Glas

Die Belastung der Umwelt durch CO²
Ist mir dank fake News völlig einerlei
Erderwärmung und Klimawandel gibt es nicht
Ich folge da Donald Trumps Weltensicht.

Es kommen Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern an
Sie kommen aus Syrien und Afghanistan
Dort hausen mitnichten die Vandalen
Das Alter der Minderjährigen bestimmen unsere Röntgenstrahlen
Sie träumen auf ihrer Flucht vom Paradies in ihren Sandalen
Und wachen auf in Nordrhein-Westfalen

Ein Land, in dem Milch und Honig fließt
Braunkohle aus dem Boden sprießt
Stromtrassen und Autobahnbrücken
Herr Laschet aus Aachen ist voller Entzücken
Jetzt der Chef von NRW
Das tut der Hannelore kraftvoll weh

Schlaglöcher und Schul-WC
Das sind kommunalpolitische Ach und Weh
Nicht zuletzt der Theaterplatz, das Seidenweberhaus
Lösen bei vielen nur noch Entsetzen aus
Eishockey und König-Palast
Machen kaum Spaß, sind zu viel Ballast

Von meinem Verein, dem Kölner FC
Gibt’s dieses Jahr viel mehr Ach und Weh
Ein neuer Trainer musste her
Vom Himmel herab lacht Hennes Weisweiler
Schmadtke ist fott, Stöger ist fott
Das sieht aus wie ein Borussen Komplott

Sie traben nicht, sie hinken vielmehr
Ganz anders die Fortuna, die funkelt umso mehr
Dem Aufstieg entgegen
Das hat dann an Friedhelm gelegen.

Die Narren träumen nur wenige Tage,
die Christen jedoch ohne Frage,
sie dürften täglich es mal wagen,
der Welt ihren Traum zuzusagen.

Hier will ich meine Predigt schließen,
Will euch nicht mit zu viel verdrießen.
Ich hoff’, es war nicht allzu fad,
Ihr habt auch etwas Spaß gehabt.

Und weil die Pfarrer allenthalben
Für sich das letzte Wort behalten,
Lad’ ich euch ein, ihr Herrn und Damen,
Ruft ihr das letzte Wort, sagt: „Amen!“ "

Pfarrer Marc-Albrecht Harms


 

 



© 2018, Evangelischer Kirchenkreis Krefeld-Viersen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung