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Rundbrief "Augenblick bitte!" Juni 2017 (Veranstaltungen in Gemeinden) sowie die Ausgaben der vergangenen Monate.

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für den 20.09.2017

Es kommt die Zeit, da werde ich meinen Geist ausgießen über alle Menschen.

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Konsultation

Flüchtlingen eine Stimme geben

Wie berichten Medien über Flüchtlinge? Welche Themen greifen sie auf? Kommen Flüchtlinge selbst zu Wort? Medien- und Kirchenleute, Netzwerke und Flüchtlinge diskutierten jetzt dazu in Brüssel bei einer Konsultation des Projekts „RefugeesReporting.EU“.

Das Projekt ist von der Kommission der Kirchen für Migrantinnen und Migranten in Europa (CCME) und der europäischen Sektion des Weltverbandes für Christliche Kommunikation (WACC) initiiert. Seit Dezember 2016 untersucht es in acht europäischen Ländern die Medienberichterstattung zum Thema Flüchtlinge. Die Ergebnisse werden am 16. November in Brüssel vorgestellt.

Es geht darum, fundierte Berichterstattung zu stärken und Flüchtlingen zu ermöglichen, ihre Sicht in der Öffentlichkeit einzubringen. Das Projekt unterstützen unter anderem die italienische Waldenser-Kirche und die Evangelische Kirche im Rheinland.

Rolle und Ziel der Medien

„In der Diskussion kam es bald zur Frage nach der Rolle und dem Ziel der Medien“, berichtet Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter der rheinischen Kirche und Mitglied im Lenkungskreis des Projekts. Berichten Medien nur oder sollen sie Fürsprecher sein? Während Vertreterinnen und Vertreter der Flüchtlingswerke die Chance sehen, über die Medien ihre Anliegen zu verbreiten, beklagen sie zugleich, dass rechtsextreme Parteien eine weitere Plattform für ihren Hass bekommen können.

Einig war man sich, dass die Stimmen der Flüchtlinge gestärkt werden müssen. „Der Schutz von Persönlichkeitsrechten und die Absicht, Empathie für die Anliegen von Flüchtlingen zu wecken, stehen dabei aber manchmal in einem Widerspruch“, so Reimann. So hätten Helfer in den Camps beim französischen Calais unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vor den Medien abgeschirmt. In der britischen Presse sei dann über erwachsene Männer berichtet worden, während unbegleitete Jugendliche kein Thema gewesen seien.

Geflüchteten Frauen ein Gesicht geben

Andere berichteten von den Schwierigkeiten, geflüchteten Frauen ein Gesicht zu geben. Während ein Fotograf zum Beispiel bei einer Reportage von Frauen die Erlaubnis bekommen habe, sie zu fotografieren, verhinderten deren Männer das dann.

Ein Fazit der Konsultation lautet für Reimann, dass man Vertrauen zwischen Medien und Flüchtlingsnetzwerken aufbauen müsse – etwa in Seminaren für Journalistinnen und Journalisten und Medientrainings für Vertreterinnen und Vertreter der Flüchtlingsnetzwerke.

Am stärksten beeindruckt zeigt er sich davon, wie gut und wie schnell die bei der Konsultation anwesenden Flüchtlinge in Europa angekommen seien. „Sie sprechen nicht nur die Sprache ihres Herkunftslandes, sondern auch die Sprache ihres neuen Landes und diskutierten in Englisch auf Augenhöhe“, so der Theologe und Informatiker: „Solche Stimmen müssen und werden gehört werden“.

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ekir.de / rtm / 19.09.2017



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27.10.2010



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