Augenblick bitte
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Rundbrief "Augenblick bitte!" Juni 2017 (Veranstaltungen in Gemeinden) sowie die Ausgaben der vergangenen Monate.

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für den 24.07.2017

Ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit.

Jeremia 3,15

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'Ich habe den tollsten Job der Welt', denkt sich Diakonin und Jugendleiterin Ariane Drieskes häufig. "Ich habe den tollsten Job der Welt", denkt sich Diakonin und Jugendleiterin Ariane Drieskes häufig.

Diakonenausbildung

"Es ist persönlich so bereichernd"

„Es gibt oft Situationen, in denen ich denke: Mensch, ich habe den tollsten Job der Welt!“ Das sagt Ariane Drieskes über ihre Arbeit. Seit dem Jahr 2003 ist die studierte Sozialpädagogin Jugendleiterin in der Evangelischen Kirchengemeinde Hüls in Krefeld. Seit 2005 ist sie auch Diakonin.

Denn verbunden mit der Zusage für die Stelle in der Hülser Gemeinde war damals die Bitte, die Zusatzausbildung als Diakonin zu erwerben. Das hat Ariane Drieskes dann beim Neukirchener Erziehungsverein berufsbegleitend über zwei Jahre gemacht. „Es war eine sehr intensive Zeit, nicht nur beruflich, auch persönlich“, sagt die heute 46-Jährige im Rückblick. „Es ist schön, ein gutes theologisches Grundwissen zu erhalten. Man lernt Dinge wie: einen Bibeltext auslegen, eine Predigt verfassen, Seelsorge, Verkündigung.“

Genau so ist es gedacht. „Dafür ist die Diakonenausbildung so unglaublich wertvoll, weil sie ein Basiswissen vermittelt, eben die Grundzusammenhänge im Glauben“, sagt Nicole Ganss. Als Referentin für Mitarbeitende im gemeindepädagogischen Dienst berät sie im Landeskirchenamt zu Fragen der Aus- und Weiterbildung. Sie erläutert: „Es ist immer ein Weg der doppelten Qualifikation, Diakon oder Diakonin zu werden.“

Ausbildung berufsbegleitend möglich

Das bedeutet: Wer schon einen Sozialberuf wie beispielsweise Erzieherin, Krankenpfleger oder Sozialpädagogin erlernt hat, kann später berufsbegleitend die Diakonenausbildung absolvieren. Insgesamt drei Diakonenausbildungsstätten innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland bieten dies an: neben dem Neukirchener Erziehungsverein auch die Evangelische Stiftung Tannenhof in Remscheid und die Kreuznacher Diakonie in Bad Kreuznach.

Ariane Drieskes hat dabei gut gefallen, dass die Teilnehmenden des ersten und zweiten Ausbildungsjahres gemeinsam in einer Klasse unterrichtet wurden. „Dadurch wird man von anderen mit herangeführt und betreut. Viele Dinge sind einem anfangs ganz fremd. Wenn man dann mit Leuten zusammen ist, die das schon ein Jahr gemacht haben, ist es natürlich schön, sich mit ihnen auszutauschen.“

Studium der Gemeindepädagogik und Diakonie

Doch es gibt auch einen anderen Weg ins Diakonat. Die Alternative ist ein Studium der Gemeindepädagogik und Diakonie an der Evangelischen Hochschule in Bochum. "Das zählt bei uns auch als doppelte Qualifikation“, gibt Nicole Ganss Auskunft, und erklärt: „Man kann innerhalb von acht Semestern einen Abschluss machen.“ Dies ist vor allem für junge Leute nach der Schulausbildung interessant. „Die Ausbildung an einer Diakonenausbildungsstätte ist dagegen gut für Menschen, die schon im Beruf sind und auch schon eine gewisse Lebenserfahrung haben.“

Als Diakonin oder Diakon sei man jedenfalls gut qualifiziert, um die unterschiedlichsten Jobangebote wahrnehmen zu können, weiß Ariane Drieskes: „Man kann mit Behinderten arbeiten, im Heim, mit Kindern und Jugendlichen...“ Auch den Sozialdienst im Altenheim oder Besuchsdienste in einer Gemeinde zu leiten sind typische Tätigkeitsbereiche. Nicole Ganss erwähnt die Einsatzmöglichkeiten in Ämtern und Werken: „Ich selbst bin beispielsweise als Diakonin im Landeskirchenamt tätig. Es gibt auch Diakone im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland.“

An vielen Stellen einsetzbar

Innerhalb einer Gemeinde ist ein Diakon oder eine Diakonin an vielen Stellen einsetzbar. Ariane Drieskes meint: „Für mich ist das Diakonenbild so: Man ist ein Profi in seiner ersten, sozialen Ausbildung. Zusätzlich lernt man dann in allen kirchlichen Arbeitsbereichen die Grundlagen, so dass man in allen Arbeitsfeldern einsetzbar ist.“ Sie selbst sei ein Beispiel dafür, wie vielfältig der Alltag in einer Gemeinde sein kann. „Weil ich nicht nur mit Kindern und Jugendlichen arbeite, sondern auch mit Erwachsenen und Senioren.“ Es ist also durchaus eine Bereicherung für eine Gemeinde, so vielfältig ausgebildete Mitarbeitende zu haben.

Dabei sprechen für Ariane Drieskes bei weitem nicht nur praktische Gründe für die  Ausbildung zur Diakonin: „Wenn jemand darüber nachdenkt, sie zu machen: Ich kann es nur empfehlen. Selbst wenn man es später nicht beruflich anwenden kann, ist es persönlich so bereichernd, dass es sich lohnt.“ Das deckt sich mit den Erfahrungen von Nicole Ganss, der Referentin im Landeskirchenamt: „Ich kenne nur Menschen, die gesagt haben, diese Ausbildung war für mich eine Bereicherung - für die Arbeit auch, aber vor allem für mich.“

Rheinische Kirche fördert die Ausbildung

Nicht zuletzt lohnt sich der Schritt auch finanziell. „Weil die Kirche möchte, dass die Mitarbeiter doppelt qualifiziert sind, ist es mit einer höheren Eingruppierung verbunden“, sagt Ganss. Außerdem gilt: Die rheinische Kirche fördert die Nachqualifizierung zum Diakon oder zur Diakonin bei Menschen mit einem pädagogischen Abschluss, die schon in der Kirche arbeiten. Sie beteilige sich an Ausbildungskosten, und die Anstellungsträger könnten die Mitarbeiterin bzw. den Mitarbeiter für ein Viertel seiner Arbeitszeit freistellen und für diese Zeit eine Ersatzkraft einstellen und bekommen die Kosten erstattet, so Ganss. Ebenso wird das Studium der Gemeindepädagogik und Diakonie gefördert.

Warum ist der Kirche die Diakonausbildung so wichtig? Das kann Nicole Ganss klar beantworten: „Weil es so wichtig ist, dass die Menschen zusätzlich zu ihrer wichtigen pädagogischen oder pflegerischen Qualifikation, also zu ihrem Sozialberuf, auch eine kirchliche Qualifikation zu haben, um noch ein Stückchen mehr auskunftsfähig zu sein über das, was uns umtreibt.“

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ekir.de / Alexandra Stoffel / 22.07.2017



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27.10.2010



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