Heute ist es kaum vorstellbar, dass der Bereich unserer Gemeinde vor 150 Jahren aus Feldern und Wiesen bestand. An Stelle der Kreuzkirche stand Collenbachs Gut, dessen Gelände sich bis an Rheinufer erstreckte. Mit der dann einsetzenden Industrialisierung kamen zahlreiche Menschen und ließen sich hier im Norden der Stadt Düsseldorf nieder. Innerhalb weniger Jahre wuchs die evangelische Gemeinde an. 1899 wurde an der Stelle des Gutes ein Betsaal für 600 Leute errichtet und schon 1907 begann man mit dem Bau der Kreuzkirche, die Platz für 1400 Menschen bieten sollte. Die Gebäude mit Kindertagesstätte, Jugendetage, Sälen und dem Gemeindeamt entstanden 1929 - 30 an Stelle des Betsaales.
Im Zuge der Aufteilung der zu groß gewordenen Evangelischen Gemeinde Düsseldorf erlangte 1948 die Kreuz-Kirchengemeinde ihre Selbständigkeit. Die Tersteegenkirche, Zionskirche und Reformationskirche wurden in den folgenden Jahren gebaut, die ersten beiden als Predigtstätten eigenständiger Gemeinden.
Die Kreuzkirche wurde 1910 eingeweiht. Dem Architekten, Regierungsbaumeister Schleicher, war es wichtig, dass die Kirche nicht nur Ort der Predigt ist, sondern dass das Bauwerk auch selbst predigt. So fiel die Wahl auf den charakteristischen neoromanischen Baustil. Durch diesen Stil stellt er den Bezug zur Zeit der ersten Christen her. Darüber hinaus setzte sich die Kreuzkirche so schon äußerlich von den beiden katholischen Kirchen ab, die im neugotischen Stil errichtet sind.
Sowohl an der Fassade, als auch im Innenraum fallen die zahlreichen frühchristlichen Symbole, die Reliefs mit Darstellungen biblischer Erzählungen und die Zitate im Mauerwerk auf. Die Fenster unter den Emporen und die Reliefs an der Brüstung zur Apsis haben alttestamentliche Themen. Kanzel und Apsis selbst nehmen Bezug auf das Neue Testament. Die großen Fenster oben und die Darstellungen der vier Reformatoren, sowie die Bilder der zwölf Jünger in der Kuppel stellen den Bezug zur Geschichte der Kirche her. So ergibt sich auch in der Komposition der einzelnen Elemente eine Linie durch die Geschichte, angefangen bei den Vorläufern Jesu, bis zu seinen Nachfolgern heute.
Die Kreuzkirche hat seit ihrem Bau einige Veränderungen erfahren. Bei zwei Bombenangriffen im Jahr 1944 wurden Dächer und Turm beschädigt, die Fenster zerstört und die Räume hinter der Apsis verwüstet, unter anderem auch die Taufkapelle. Die reichhaltige Deckengestaltung fiel zum größten Teil der eindringenden Feuchtigkeit zum Opfer, nur in der Kuppel blieb sie erhalten. 1954 konnten Sakristei und Kapelle wieder in Dienst genommen werden, die Fenster, nach Entwürfen des Künstlers O. E. Köpke, folgten in den nächsten Jahren. Die beiden großen Fenster "Gabe des Heiligen Geistes" und "Gemeinschaft der Heiligen" haben Taufe und Abendmahl zum Thema.
Die größte Umgestaltung erfolgte 1974. Stühle ersetzten die Bänke, der Altar rückte in den Kreis der Gemeinde und der alte Altar verschwand, der Boden wurde erneuert, der Eingangsbereich wurde neu gestaltet. Jede Zeit hat in der Kreuzkirche ihre Spuren hinterlassen. Bei aller Kritik sind es aber gerade diese Spuren, die deutlich machen, dass diese Kirche nicht einfach nur ein Gebäude, ein Denkmal aus vergangener Zeit ist. Durch sie spiegelt die Kreuzkirche die Zeiten und Ereignisse, die Stadtteil und Gemeinde mit ihr und in ihr erlebt haben.
Ein Blick in die Kreuzkiche lohnt sich, kommen Sie einfach während der Öffnungszeiten herein.