[Startseite]

Der Ablauf des Trau- (bzw. Segnungs-)gottesdienstes

Lassen Sie uns diesen Ablauf einmal gemeinsam durchgehen und dabei vorab klären, wie er zustande kommt. Antwort: Im wesentlichen im Gespräch des Ehepaares mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer. In diesen Ablauf können aber viele Personen und Gruppen einbezogen werden: Eltern und Paten; Geschwister und FreundInnen; Trauzeuginnen und Trauzeugen. An der Musik können mitwirken musikalische Menschen aus demselben Kreis, aber auch professionelle Solisten/Chöre/Ensembles. Und nun geht's los:

Noch bevor jemand die Kirche betritt, sind schon drei Fragen zu klären. Da ist erstens die Frage nach den
Kosten. Wir können Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass Ihnen keine entstehen, wenn einer der beiden Partner Mitglied unserer Gemeinde ist. Sind Sie beide von außerhalb, aber einer von Ihnen beiden ist Mitglied der Evangelsichen Kirche und Sie möchten bei uns heiraten etwa, weil Sie die Kirche so schön finden, dann stellen wir Ihnen Euro 150 und die eventuell anfallenden Vertretungskosten für den Organisten in Rechnung. Gehören Sie beide nicht der Evangelischen Kirche an, beträgt die Gebühr Euro 300, wiederum zzgl. der evtl. anfallenden Kosten für den Organisten.
Da sind zweitens die Gäste, die von auswärts kommen und das in aller Regel mit Autos.
Parkplätze sind in Düsseldorf knapp, bei Trauungen öffnen wir aber unseren Hof, so dass Ihnen (fast immer) mindestens zwanzig Parkplätze zur Verfügung stehen. Das
Fahrzeug für die "Braut" kann auch vor den Stufen der Kirche abgestellt werden. Das ist zwar öffentliche Verkehrsfläche, so dass streng genommen ein Knöllchen fällig würde, wir haben aber noch keinen Ordnungshüter erlebt, der tatsächlich so streng gewesen wäre. Und da ist schließlich die Frage nach der
Dekoration der Kirche. Die meisten Trauungen finden Samstags statt, so dass der Blumenschmuck für unseren Sonntagsgottesdienst bereits auf dem Altar steht. Wenn Sie Ihre eigenen Vorstellungen für die Altarblumen haben, lassen Sie uns das bitte wissen, damit wir unserem Blumenlieferanten rechtzeitig absagen können. Wir würden Sie in diesem Fall auch bitten, uns die Blumen für den Gottesdienst am folgenden Tag zu überlassen. Wenn Sie weitergehende Dekorationswünsche haben, steht auch denen nichts entgegen außer der folgenden Einschränkung: Bitte keine Dekoration oberhalb einer Höhe von zwei Metern; Leuchten, Kranz und Emporenbrüstungen sind als Halterungen tabu. Wenn nun das
Geläut schweigt, beginnt die
Orgel zu spielen und der
Einzug des Ehepaares beginnt. Und zwar tatsächlich der des Ehepaares, zusammen mit dem Pfarrer / der Pfarrerin. Verzichten Sie bitte - wenn irgend möglich - auf die katholische / anglikanische / amerikanische Unsitte, die "Braut" durch den "Brautvater" dem "Bräutigam" zuzuführen. Denn erstens gibt es nach evangelischem Verständnis bei diesem Gottesdienst keine Braut mehr, sondern eine rechtsgültig verheiratete Frau, und zweitens bebildert dieses Ritual die völlige Unselbständigkeit der Frau, die keinen Moment ihres Lebens ohne männlichen Beistand gelassen werden darf. (Hegen Sie Zweifel an dieser Auffassung? Dann beantworten Sie bitte die folgende Frage: Ist eine der beiden handelnden Personen in diesem Ritual austauschbar? Kann etwa ein junger Mann durch seine Mutter zum Altar geleitet werden? Sehen Sie!)
Es ist also ein Relikt vergangener Zeiten und steht allem direkt entgegen, was nach zeitgenössischem evangelischem Verständnis über Liebe und Ehe zu sagen ist. (Wenn überhaupt, gehört dieses Ritual ins Standesamt, nicht aber in die Kirche.) Spätestens hier ist nun auch der Zeitpunkt gekommen, wo diverse Fotoapparate und Videokameras gezückt werden. Auch hier bitten wir um Unterlassung. Das Presbyterium hat ein
Fotografierverbot während der Gottesdienste ausgesprochen. Vor und nach dem Gottesdienst steht Ihnen dagegen die Kirche zur Verfügung (auch die Pfarrerin / der Pfarrer). An dieser Stelle auch noch ein Wort zu den
Trauzeugen/Trauzeuginnen. Kurz und klar: Sie haben bei einer evangelischen Trauung keine angestammte Rolle. Aber sie zählen andererseits zu den ersten, die eingeladen sind, sich an der Gestaltung des Gottesdienstes zu beteiligen (s.o.), also den Psalm oder die Lesungen zu übernehmen, ein persönliches Wort oder ein Fürbittengebet zu sprechen (einen Entwurf geben wir Ihnen gerne an die Hand). Der Gottesdienst beginnt mit dem
Eingangsvotum, dem die
Begrüßung der Gemeinde folgt. Im Verlauf des Gottesdienstes wird auch der Zweck der
Kollekte mitgeteilt, die wir am Schluss des Gottesdienstes einsammeln. Diesen Zweck bestimmen die Eheleute. Als Zweck kommen in Frage internationale Hilfsorganisationen wie etwa "Brot für die Welt" oder lokale Einrichtungen wie etwa der "Freundeskreis Kinderhilfezentrum Eulerstraße". Besonders dankbar sind wir Ihnen, wenn Sie Einrichtungen unserer eigenen Gemeinde bedenken, denn auch bei uns ist - wie im gesamten Sozialbereich - die Kasse klamm. Es folgen (Angaben in Klammern bezeichnen die Stellen, an denen Lieder oder Musik einen sinnvollen/möglichen Ort haben und wie der Ringwechsel sein können, aber nicht müssen):
Lied,
Eingangspsalm,
Eingangsgebet,
Lesung aus der Bibel,
(Lied / Musik),
Predigt über den Trauspruch,
(Lied / Musik),
Lesung aus der Bibel zum Thema Ehe,
Traufrage oder Trauversprechen
(Ringwechsel),
Gebet,
Segnung des Ehepaares,
(Lied / Musik),
Fürbittengebet,
Vaterunser,
(Lied / Musik),
Segen und
Auszug aus der Kirche. Der Auszug des Ehepaares aus der Kirche ist traditionell mit vielen Sitten und Gebräuchen verbunden. Bekommen die zwei die Aufgabe, einen Stamm durchzusägen - in Ordnung; haben sie aus einem Betttuch ein Herz herauszuschneiden, um da hindurch zu steigen - auch in Ordnung. Weniger in Ordnung ist das Streuen von Blütenblättern in der Kirche, weil sie den Boden einfärben - bitte also nur außerhalb der Kirche. Gar nicht in Ordnung ist - wie in den meisten Kirchengemeiden - das Streuen von Reis.

Wenn Sie nun bis hierhin gekommen sind, wünschen wir Ihnen den Segen Gottes, eine schöne Feier, alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg und schließen mit der Bitte: Behalten Sie uns in guter Erinnerung.

zurück