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Losung

für den 12.12.2017

Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht.

Psalm 119,172

Rückblick auf das Reformationsjubiläum

Dem Volk aufs Maul schauen

In der letzten Woche wurde in Remscheid das 500-Jährige Reformationsjubiläum gefeiert. Viele Veranstaltungen drehten sich um Martin Luther und das, was er mit seinen Schriften und seinem Wirken ausgelöst hat:

Pfarrer Friedhelm Haun fordert Willen zur Veränderung. (Foto: Kirchenkreis Lennep) Pfarrer Friedhelm Haun fordert Willen zur Veränderung. (Foto: Kirchenkreis Lennep)

Die Gründung der Evangelischen Kirche und die dadurch ausgelösten Reformen in der mittelalterlichen Katholischen Kirche. Höhepunkt war der Gottesdienst in der Wagenhalle mit etwa 2000 Besucherinnen und Besuchern. Ein Gottesdienst in anderer Gestalt, mit zeitgemäßer und traditioneller Musik, dem Verleihen von Preisen für einen Wettbewerb, der sich an Kindertagesstätten und Schulen gerichtet hatte, und der Predigt von Nikolaus Schneider, dem ehemaligen Leiter der Rheinischen und Vorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands, unterbrochen von Interviews zu aktuellen Fragestellungen. Dieser Gottesdienst zeigte ein anderes Gesicht als das, was man vom Sonntagsgottesdienst kennt. Manches erinnerte an einen Gottesdienst bei Kirchentagen. Die Stimmung war ausgelassen, das Echo der Teilnehmenden sehr positiv. Können Gottesdienste nicht häufiger so ablaufen war von vielen zu hören oder stand als „unausgesprochene Frage“ im Raum.

Wie können wir mit solchen Anfragen umgehen? Sicherlich befindet sich der sonntägliche Gottesdienst in einem Wandlungsprozess, den wir als Kirche ernster wahrnehmen und bewusster gestalten müssen. Gleichzeitig können wir nicht jeden Sonntag Vergleichbares bieten. Doch diese Anfragen und die Tatsache, dass immer weniger Leute regelmäßig unsere Gottesdienste besuchen, machen Umdenken und Entwicklung neuer Formen des Gottesdienstes unabdinglich. Wenn wir uns diesem Prozess verweigern, werden wir den Kontakt zu den Menschen, die nicht zur Kerngemeinde gehören, weiter massiv verlieren. Kreativität und Wille zur Veränderung sind gefragt. Anfangen könnten wir zunächst mit einer Sprache, die mehr der Sprache der Menschen im Alltag ent-spricht. Damit setzen wir auch eine der Forderungen Luthers „dem Volk auf’s Maul schauen“ um.

Ihr Friedhelm Haun
Pfarrer im Berufskolleg Remscheid, Bezirksbeauftragter für den evangelischen Religionsunterricht an den berufsbildenden Schulen im Evangelischen Kirchenkreis Lennep
Fhaun2607@aol.com

 

 

 

19.09.2017



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