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für den 19.02.2018

Gefällt es euch nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.

Josua 24,15

Gefängnisseelsorge

Gesicht einer Flucht

„Denn hier auf der Erde haben wir keine Heimat. Unsere Sehnsucht gilt jener künftigen Stadt, zu der wir unterwegs sind.“

Horst, 85, aus Oberschlesien (Foto: www.gesicht-einer-flucht.de) Horst, 85, aus Oberschlesien (Foto: www.gesicht-einer-flucht.de)

Vertriebene, Flüchtlinge, Auswanderer. Schlagworte, die heute die Medien füllen. Oft wird sehr pauschal über „die“ und „wir“ gesprochen. Um nicht nur allgemein darüber zu reden, sondern Menschen und ihre Schicksale anzuschauen, um ihnen ein Gesicht zu geben, gehe ich einmal ganz weit zurück:

Schon die Bibel ist voll von Berichten darüber. Zum Beispiel ist mit Mose das Volk Israel aus Ägypten vor der Unterdrückung geflohen. Und selbst Jesus wurde von Maria und Josef mit auf die Flucht genommen, damit er nicht ermordet wurde. Anders ausgedrückt: Als Gott Mensch wurde, wurde er Flüchtling.

Im Gefängnis in Lüttringhausen ist jetzt für eine Woche eine Ausstellung aus Haltern zu Gast (gesicht-einer-flucht.de). Darin soll auch Geflohenen ein Gesicht gegeben werden: Jeweils ein großes Porträt und ein kurzer Bericht stehen zusammen und laden zum Nachdenken ein. Die Frau, die im 2. Weltkrieg aus Ostpreußen geflohen ist. Menschen aus Angst vor dem IS aus Syrien. Aus der DDR, aus Eritrea, Afghanistan und und und. 

Das Thema ist gerade auch wichtig in einer Justizvollzugsanstalt. Auch da sind Menschen, die geflohen sind. Menschen, deren Eltern geflohen waren. Auch da bilden sich Gruppen und Grenzen. Flucht ist keine Frage der Nation, des Geschlechtes, der Rasse oder der Religion. Es kann alle treffen. Und darum machen auch die christlichen Seelsorger und der muslimische Imam mit.

Ich bin gespannt, wie die Gespräche dazu laufen werden. Ob ein bisschen Offenheit entstehen kann. Ein bisschen mehr Verständnis. Für mich hat die Vorbereitung bereits ein Ergebnis gebracht: Ich mache in der Bibel wieder neue Entdeckungen. Und es wird mir wichtiger, was ich im Hebräerbrief (Kapitel 13 Vers 14) lese: „Denn hier auf der Erde haben wir keine Heimat. Unsere Sehnsucht gilt jener künftigen Stadt, zu der wir unterwegs sind.“

 

Von Rainer Feistauer,
Evangelischer Pfarrer an der Justizvollzugsanstalt in Remscheid-Lüttringhausen,
rainer.feistauer@jva-remscheid.nrw.de

Gefängnisseelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Lennep

Koordination Flüchtlingsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Lennep

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24.01.2018



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