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Losung

für den 25.05.2012

Du sollst anbeten vor dem HERRN, deinem Gott, und sollst fröhlich sein über alles Gut, das der HERR, dein Gott, dir und deinem Hause gegeben hat.

5.Mose 26,10.11

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Wir in dieser Welt

Halb voll oder halb leer?

Sie kennen das: ein Glas, halb gefüllt mit Wasser. Für manche Menschen ist das Glas halb leer, für andere halb voll. Dies ist ein Sinnbild dafür, ob eine Situation oder ein Gegebenheit positiv oder negativ eingeschätzt wird.

Pfarrerin Annette Stoll, Seelsorgerin im Sana-Klinikum Remscheid Pfarrerin Annette Stoll, Seelsorgerin im Sana-Klinikum Remscheid

Ein Beispiel: zwei Menschen haben am Abend einen Termin, nachmittags jedoch fängt es an zu schneien und bis zum Abend ist  der ganze Verkehr zusammen gebrochen. Der eine klagt: „Was mache  ich nur? Nun verzögern sich alle Nachfolgetermine und es wird mir  angelastet werden.“ Der andere sagt sich: “Nun gut, ich kann es nicht  ändern. So habe ich heute Abend unerwartet geschenkte Zeit für mich.“

Im Markusevangelium wird uns die Geschichte von der Speisung der  5000 erzählt. So viele Menschen kamen zusammen, um Jesus zu sehen  und zu hören. Am Abend sagen die Jünger zu Jesus: „Lass sie gehen, dass  sie sich in den umliegenden Dörfern Brot kaufen. Denn wir haben nicht genug  Geld, ihnen allen zu essen zu geben.“ Doch  Jesus sagt zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen! Seht nach, wie viel Brot da ist.“ Und mit den vorhandenen fünf
Broten und zwei Fischen sättigt Jesus alle, die zu ihm gekommen waren.

Die Jünger richten ihren Blick auf das fehlende Geld, auf die Unmöglichkeit, und sie bleiben im Praktischen verhaftet. Jesus dagegen lenkt den Blick auf das, was da ist, er fragt: was ist vorhanden? Was ist da? Und er weiß, dass es bei dem Hunger der Menschen um mehr geht, nämlich auch um den Hunger  nach Leben.

Diese Geschichte ermutigt uns, das Glas als halb voll zu betrachten. Es ist immer etwas vorhanden, ein Brot, ein Fisch, der Hunger nach Leben. Richten wir den Blick auf den ganzen Berg, der vor uns liegt, so sehen wir nur die Unmöglichkeit. Sehen wir jedoch auf das, was jetzt möglich ist, in diesem Moment mit den Menschen und den Bedingungen, die jetzt gegeben sind, so mag daraus etwas Wunder-volles entstehen.

Annette Stoll
Pfarrerin in der Krankenhausseelsorge
am Sana-Klinikum Remscheid

 

30.01.2012



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