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für den 27.05.2016

HERR, lass den Geringen nicht beschämt davongehen.

Psalm 74,21

Partnerschaft

Niemals zuvor habe ich so viel und innig gebetet

Besuchen - Informieren - Beten - Anteil haben: Diese Schwerpunkte hat die trilaterale Partnerschaft, die der Evangelische Kirchenkreis Lennep mit der Christlichen Kirche in Nordmittel-Java und der Kígeme-Diözese der Anglikanischen Kirche in Ruanda aufbaut.

Pfarrerin Dagmar Cronjäger 2015 unterwegs in Ruanda (Foto: Kirchenkreis Lennep) LupePfarrerin Dagmar Cronjäger 2015 unterwegs in Ruanda (Foto: Kirchenkreis Lennep)

Pfarrerin Dagmar Cronjäger, die 2015 mit einer Delegation nach Ruanda gereist war, sprach im Synodalgottesdienst am 13.11.2015 über den Aspekt "Beten":

Ruanda – das war eine Reise ganz nah zu den Menschen.

Niemals zuvor habe ich so viel und innig gebetet, wie in diesen Tagen auf den Straßen und in den Dörfern dieses Landes, für dessen Bewohner die unmittelbare Vergangenheit des Genozids eine tägliche Herausforderung ist. Niemals zuvor habe ich so viel gebetet .Und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Berührend und zugleich etwas fremd erschien die tiefe Spiritualität der Menschen und deren selbstverständlicher Umgang mit Fürbitten, Krankenheilungen und dem starken Vertrauen, dass Gebete Berge versetzen können. Die Freude und Dankbarkeit für unseren Besuch zeigte sich in Tanz und Gesängen, sowie dem Bedürfnis, uns in ihre Gebete einzuschließen. Mein Unwohlsein auf den Fahrten durch die Berge auf regennassen, matschigen Buckelpisten, entlang tiefer Abgründe, wurde mit Hallelujas weggesungen und dem wiederkehrenden Satz: Don’t worry, Jesus is with us.

Die fröhlichen, lachenden Kinder in den Schulen und Gemeinden, in Lumpen gekleidet, staubig und ohne Schuhe trafen mich tief ins Herz. Ich fand keinen Mangel in ihren Augen, aber eine große Portion Neugierde.

Wir verteilten kleine Holzkreuze zum Umhängen und sprachen in unserer Sprache ein Segensgebet. Die Kinder spürten diese kleine Geste der Nähe, wurden still und andächtig. Von klein auf erfahren Menschen in Ruanda täglich, welche große Bedeutung und Kraft ein Gebet hat.

Beeindruckend waren die unendlich Wege zwischen den Gemeinden, Dörfern, Schulen. Sowohl die Gemeindeglieder, als auch die Pastoren, Lehrer und Kinder haben teilweise stundenlange Strecken zu bestreiten, um an ihre Ziele zu gelangen – und dass zum Teil ohne Schuhe durch die Berge auf schlammigen Wegen. Und so kamen sie auch von weither, um uns in ihren Gemeinden zu begrüßen. Ein Dankgebet, wenn das Ziel erreicht war. Ein Dankgebet für unseren Besuch von soweit her zu ihnen, den Menschen in den letzten Hütten, kurz vor dem Ende der Welt. Der Dank für das Essen - Kartoffeln, Bohnen und Kochbananen – hatte eine besondere Tiefe.
Ein Bittgebet für all unsere Anliegen und einen Reisesegen für den Weg zur nächsten Gemeinde. Die jeweils fremde Sprache spielte dabei keine Rolle, vielmehr die Gemeinsamkeit, das Zusammenkommen, das Innehalten und Danken für das Wenige und so lebensnotwendige. Dabei betet jedes Gemeindeglied frei und unvorbereitet.

Beten ist das Zentrum des gemeindlichen und individuellen Lebens der Christen in Ruanda. Das gemeinsame Gebet ist Zeichen einer tiefen Verbundenheit mit Gott und untereinander.

Auf diesem Hintergrund ist der selbstverständliche Wunsch der Partnerkirchen zu sehen, dass das Gebet auch in dieser trilateralen Partnerschaftsbeziehung eine tragende Rolle spielt.

Gemeinden und Institutionen mögen in ihren gottesdienstlichen Fürbittengebeten die Menschen in Ruanda und Java mit einbeziehen.

Schulreferentin Pfarrerin Dagmar Cronjäger, schulreferat@kklennep.de

 

16.11.2015



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