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Jeremia 14,21

Freiwilligendienst Was erwartet uns in Nes Ammim? Darüber tauschen sich Berit Hoffmann, Daniel Friesen, Judith Cantu Flores Reimann und Paul Bochynek (v.l.n.r.) beim Vorbereitungsseminar aus.

Freiwilligendienst

„Israel eignet sich nicht für Small-Talk“

„Ich will unbedingt Israel in allen seine Facetten kennenlernen“, sagt der Kölner Abiturient Paul Bochynek. Mit weiteren jungen Menschen beginnt er im Sommer einen Freiwilligendienst im israelischen Friedensdorf Nes Ammim. Noch gibt es freie Plätze für weitere Engagierte.

„Es war ruhig, und es war friedlich“, beschreibt Daniel Friesen den Eindruck, den er in Israel vom Ort Nes Ammim im Norden des Landes bekommen hat. Der Abiturient war mit der evangelischen Gemeinde Kartäuserkirche aus Köln bei einer Studienreise unterwegs gewesen und hatte im Hotel des christlichen Dorfes Nes Ammim übernachtet. „Man spürt als Gast, dass hier Menschen als Gemeinschaft wirken“, sagt der junge Kölner. Und weil ihn das nachhaltig beeindruckt hat, wird er ab August selbst ein Teil dieser Gemeinschaft sein und ein Jahr lang einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst in Nes Ammim leisten.

Ein „Zeichen der Völker“

An diesem Vormittag tauscht sich Daniel Friesen im Richard-Martin-Haus im siegerländischen Hilchenbach mit anderen jungen Erwachsenen aus, die entweder ebenfalls einen Freiwilligendienst in Nes Ammim leisten wollen oder bereits einen geleistet haben. In dem Gäste- und Tagungshaus haben sie sich mit Gerlinde Butzphal, Vorsitzende des Deutschen Nes Ammim-Vereins, zum Vorbereitungsseminar getroffen.

Der Name „Nes Ammim“ ist hebräisch und bedeutet „Zeichen der Völker“. Und das soll das Dorf sein, das zu Beginn der 1960er Jahre von Europäern als Zeichen der gelebten Friedensarbeit gegründet worden ist. Nach den Schrecken des Nationalsozialismus sollte hier aktive Versöhnungsarbeit zwischen Christen und Juden, Europäern und Israelis geleistet werden.

Gerlinde Butzphal vom Nes Ammim-Verein bereitet die jungen Menschen auf ihren Dienst vor. Gerlinde Butzphal vom Nes Ammim-Verein bereitet die jungen Menschen auf ihren Dienst vor.

Einsatz bei Gartenarbeit, Technik und Hotelbetrieb

Die sechs angehenden Freiwilligendienstler, die aus ganz Deutschland nach Hilchenbach gekommen sind, wissen noch nicht genau, welche Tätigkeiten auf sie zukommen. „Man wird vor Ort entweder dem Hotelbetrieb und Gästeservice, dem Technikbereich, der Wäscherei oder der Gartenarbeit zugeteilt“, so viel hat der Abiturient Paul Bochynek aus Köln schon in Erfahrung gebracht.

Die Freiwilligen wohnen und arbeiten eng mit ihren israelischen Nachbarinnen und Nachbarn zusammen, sie erfahren, wie Juden und Araber leben und was sie glauben. „Es ist eine Art der Gemeinschaft, die uns deutschen individualistischen Einzelkämpfern guttut“, meint Gerlinde Butzphal vom Deutschen Nes Ammim-Verein. Und daher lädt sie auch Menschen im Ruhestand oder für eine berufliche Auszeit zu einem befristeten Dienst nach Nes Ammim ein.

„Die Gemeinschaft ist das Beste!“

Das Zusammenwirken habe zu den besten Dingen gehört, die sie in Nes Ammim erlebt habe, erzählt Berit Hoffmann in Hilchenbach. Die Psychologiestudentin ist im Vorjahr von ihrem Freiwilligendienst in Nes Ammim zurückgekehrt und teilt ihre Erfahrungen mit den Neulingen. „Wieder hier in Deutschland ist die Gemeinschaft das, was ich am meisten vermisse“, sagt sie.

„Mir gefiel, dass wir Freiwilligendienstler von jeweils einer israelischen Familie quasi adoptiert worden sind, mit ihr gegessen und gefeiert haben“, ergänzt Judith Cantu Flores Reimann. Die junge Frau aus Mülheim an der Ruhr war ebenfalls im vergangenen Jahr in Nes Ammim und hat ihre dortige Familie in der Zwischenzeit schon wieder besucht.

„Seid offen, lasst euch ein“

Die Ehemalige hat beim Vorbereitungsseminar vor allem einen Tipp für ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger: „Seid offen und bereit, euch auf andere einzulassen.“ Dass das nicht immer einfach ist, weiß Vereinsvorsitzende Gerlinde Butzphal: „Konflikte im Dienst lassen sich in Nes Ammim nicht einfach nach Feierabend ablegen.“ Denn man sitze ja beim Essen mitunter mit einem Kollegen am Tisch, der stets zu spät zum Dienst erscheine.

Der richtige Umgang mit Konflikten gehört in Nes Ammim zum Lernprozess – im Kleinen wie im Großen: Denn die Versöhnung zwischen Juden und europäischen Christen nach der Shoah und das Initiieren von Dialog- und Friedensprozessen zwischen Juden und Arabern benennt der Nes Ammim-Verein als Ziele der Arbeit.

„Ich möchte Israel und alle seine Facetten unbedingt kennenlernen“, beschreibt der Kölner Paul Bochynek in Hilchenbach seine Motivation. Und Kyra Abt aus Ravensburg will beim Freiwilligendienst vor allem etwas über die Wurzeln ihres christlichen Glaubens erfahren. Je mehr man das Land und seine Menschen kennenlerne, umso schwieriger sei es, deren Leben und Denken anderen zu vermitteln, meint Judith Cantu Flores Reimann und ergänzt: „Israel ist eben kein Thema für einen Small-Talk.“

Noch gibt es Plätze für einen Freiwilligendienst. Auskunft erteilt der Deutsche Nes Ammim-Verein unter Telefon  0211 4562 493 oder per Mail an info@nesammim.de

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ekir.de / Text und Fotos: Sabine Eisenhauer / 15.06.2018



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