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Losung

für den 23.04.2018

Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.

4.Mose 24,17

Gipfelkreuze sind für Vizepräses Christoph Pistorius immer wieder Ziel, aber auch Ruhepol zum Innehalten und zum Blick auf die Welt mit anderen Augen. Gipfelkreuze sind für Vizepräses Christoph Pistorius immer wieder Ziel, aber auch Ruhepol zum Innehalten und zum Blick auf die Welt mit anderen Augen. Foto: IdeeID - Fotolia.com

Kreuz

„Gott ist in der Welt und in meinem Leben“

Ein Gipfelkreuz, ein Kreuz-Tattoo und ein Treibholzkreuz auf einem Kreuzweg: Drei Mitglieder der Kirchenleitung erzählen persönliche Geschichten zum Kreuz, dem zentralem Symbol des christlichen Glaubens.

Christoph Pistorius Christoph Pistorius

Vizepräses Pistorius: „Gipfelkreuze erinnern mich: Gott ist in der Welt und in meinem Leben“

Gipfelkreuze regen mich an. Ich nehme sie in den Blick, breche auf und verbinde damit eine Ahnung von Anstrengung, aber auch die Hoffnung auf Horizonterweiterung. Gipfelkreuze sind mir immer wieder Ziel, aber auch Ruhepol zum Innehalten und zum Blick auf die Welt mit anderen Augen. Gerne setze ich mich und lehne mich an den Stamm des Kreuzes. Ich denke nach über den zurückgelegten Weg; den eigenen aber auch den Weg dessen, der sich hat aufs Kreuz legen lassen und in seinem Sterben auch die dunkelsten Erfahrungen unseres Menschseins geteilt hat. Kreuze stehen für mich für die Verkörperung der abgrundtiefen Liebe Gottes zu uns Menschen, die auch im Tod nicht aufgelöst wird. Todernst und zugleich Zeichen der Hoffnung auch in den dunklen Momenten meines Lebens. Kreuze – nicht nur auf Berggipfeln – erinnern mich: Gott ist in der Welt und in meinem Leben. Ich darf auch in dunkelsten Augenblicken meines Lebens mit Gott rechnen, weil er sich auf seine Liebe zu mir hat festnageln lassen.

Pfarrer Christoph Pistorius ist Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Leiter der Abteilung Personal im Landeskirchenamt.

Barbara Rudolph Barbara Rudolph

Das Bild einer koptischen Frau mit tatöwiertem Kreuz begleitet Oberkirchenrätin Rudolph bis heute

Der Bus biegt in eine unasphaltierte Straße am Rande Kairos ein, die Gebäude werden baufälliger, die Menschen ärmer, die Gerüche intensiver – ich bin auf dem Weg zu den Müllsammlern Kairos, die auf dem Müll und von dem Müll leben. Ich sehe eine junge Frau im Straßengewühl direkt neben unserem Bus. Sie reckt ihren Arm hoch und zeigt auf ihr Handgelenk. Erst stutze ich, dann erkenne ich, sie zeigt auf eine Tätowierung, ein koptisches Kreuz. Sie steht da, stolz und fröhlich zugleich. Schon ist unser Bus vorbei gefahren. In der Müllstadt treffe ich auf andere koptische Christinnen und Christen, die so ein kleines tätowiertes Kreuz an ihrem Handgelenk tragen, ein unauffälliges aber deutliches Bekenntnis zu ihrem christlichen Glauben in einer muslimisch geprägten Gesellschaft. Die Menschen auf dem Müll sind doppelt verachtet, wegen ihrer Armut und ihres Glaubens. Aber dieses Kreuz begleitet und stärkt sie ein Leben lang. Und mich begleitet das Bild der jungen Frau am  Straßenrand – bis heute.

Pfarrerin Barbara Rudolph ist Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche im Rheinland und Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt.

Henrike Tetz Henrike Tetz

Henrike Tetz: Es ist längst ungewohnt, mit dem Kreuz seinen Glauben öffentlich zu zeigen

Das Kreuz ist aus Treibholz gezimmert. Es ist rau und geborsten und liegt schwer in den Händen. Die Menschen wechseln sich ab, wenn sie es am Karfreitag durch die Straßen tragen. Rund zweihundert Christen und Christinnen nehmen an diesem ökumenischen Kreuzweg in Düsseldorf teil. Schweigend gehen wir durch die Innenstadt und machen Station an den evangelischen und katholischen Kirchen, die am Weg liegen. Dort hören wir auf Worte aus der Bibel und geben ihnen Raum, auch im gemeinsamen Singen und im Gebet. Mit dem Kreuz durch die Straßen zu gehen ist für mich etwas Besonderes. Seine Gegenwart verändert die Situation fühlbar. Denn es ist heute ungewohnt, so seinem Glauben öffentlich Ausdruck zu geben. Für Passanten und Zuschauer ist der Anblick fremd und verunsichernd. Teilnehmende fühlen sich verletzlich und ausgesetzt. Es ist zu spüren, wie die Gegenwart des Kreuzes eine ungewohnte Sensibilität für sich selbst und für einander auslöst.

Viele Fragen entstehen beim Gehen: Was bewegt mich? Wer ist mit mir unterwegs? Wer sind die Menschen, die in diesen Straßen leben? Was bewegt sie? Was brauchen sie? Worauf hoffen sie? In der Gegenwart des Kreuzes entsteht eine wahrnehmende Zugewandtheit. Davon erzählt auch das Johannesevangelium: Der Gekreuzigte stiftet eine neue, enge Verbindung zwischen seinem geliebten Jünger und seiner Mutter (Joh 19, 26f). Weil ich etwas von dieser verbindenden und gemeinschaftsstiftenden Kraft erlebe, gehe ich den ökumenischen Kreuzweg am Karfreitag mit.

Pfarrerin Henrike Tetz ist Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche im Rheinland und Leiterin der Abteilung Erziehung und Bildung im Landeskirchenamt.

 

Wollen Sie mehr zu Thema Kreuz erfahren? Dann schauen Sie sich unser Themenpaket Kreuz an. Und am Sonntag, 25. März 2018, gibt es hier auf ekir.de unsere neue Multimediastory "Kreuz".

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ekir.de / Fotos: Uwe Schinkel (2), Thomas Goetz (1) / 23.03.2018



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