September 24, 2011

Unser Besuch aus Tanzania


Vom 12.6. -3.7.2011 hatten wir Besuch aus unserer Partnergemeinde in Tanzania. In diesen drei Wochen haben wir viel gesehen und viele Möglichkeiten des Austauschs gehabt.

Hier ein paar Eindrücke:

Begrüßung am Flughafen                    Gottesdienst am Pfingstmontag

Zeche Zollverein                                  Seilbahn in Köln

Bunkermuseum                                    Im Kindergarten Bermensfeld

Besichtigung Schloss Burg                   Schwebebahn in Wuppertal

Pastor Titu predigt am 3.Juli                Abschiedsessen

 

Unsere ökumenischen Kontakte

Seit über 30 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen unserer Gemeinde und der Gemeinde Soni in Tansania. In Briefen und gegenseitigen Besuchen tauschen wir uns aus und versuchen so, unser Leben und unsere Gedanken ein Stück über die Grenzen hinweg miteinander zu teilen. 2006 haben wir die Gemeinde zuletzt besucht, 2003 war eine Delegation aus Soni in Oberhausen.

Jetzt - vom 12.6.-4.7.2011 - konnten wir wieder Gäste aus Soni bei uns begrüßen.

Neben dieser Partnerschaft bestehen Kontakte nach Botswana, insbesondere auch über unsere Marimba-Gruppen.

Der Blick „über den Tellerrand“ ist uns wichtig. Das üben wir durch diese Kontakte ein und darin, dass wir uns immer wieder mit übergreifenden gesellschaftlichen Problemen und Themen befassen.

Partnerschaft über Grenzen hinweg, Leben und Lernen miteinander und voneinander - das ist Globalisierung, die allen Menschen Zukunft eröffnet, nicht nur einem Teil der Menschheit.
Darum ist eine solche Partnerschaftsarbeit so wichtig.
„... Wenn wir Christen in Afrika und wir Christen in Europa Brüder sind, dann sind wir aufeinander angewiesen. Wir müssen miteinander sprechen, wir müssen aufeinander hören, und wir müssen unsere Probleme einander nahebringen. Dann muss es möglich sein, dass wir Klischeevorstellungen,
die wir voneinander haben, abbauen und dem Frieden in dieser Welt dienen."

(Aus dem 1.Brief unserer Gemeinde an Soni, 1974)

Der KED-Ausschuss (Kirchlicher Entwicklungs Dienst) ist die Gruppe, die an diesen Punkten arbeitet. Ansprechpartnerin für Interessierte ist Frau Burkardt.


Bildung in Tansania

Das Bildungssystem setzt sich nach britischem Vorbild aus drei Ebenen zusammen:

  1. 2 Jahre Vorschulerziehung „Nursery“ sowie 7 Jahre Primarschule
  2. 4 Jahre untere Sekundarschule und 2 Jahre obere Sekundarschule
  3. 3 oder mehr Jahre der tertiären Stufe, was sowohl eine akademische Ausbildung (Universität) aber auch eine nicht-akademische Ausbildung sein kann.

Eine Schulpflicht besteht für den Besuch der Nursery, vergleichbar mit unserem Kindergarten, und der Primarschule. Dies entspricht einer deutschen Grundschule. Eines der wichtigsten Ziele der Schulform ist es, Englisch zu lehren, da diese Sprache auf den höheren Stufen Unterrichtssprache ist. Auch Kiswahili wird gelernt, es soll den Schülern ihre kulturelle Herkunft und ihr Erbe näher bringen und hat auch eine einende Funktion als landesweite Sprache. Nach dem Besuch der Primarschule endet die Schulpflicht. Viele Kinder beginnen anschließend eine Lehre oder aber sie führen ihre Schulbildung mit Besuch der Sekundarschule weiter. Die Sekundarschule gliedert sich in zwei Teile: der erste Teil besteht aus den Stufen „Form 1“ bis „Form 4“; nachdem man die Prüfungen der „Form 4“ bestanden hat, kann man die Sekundarschule verlassen, ist aber nicht berechtigt an einer Universität zu studieren. Möchte man an einer Universität studieren, so verlässt man die Sekundarschule erst nach Abschluss der „Form 6“. In ganz Tansania gibt es zwei Universitäten, zum einen die Universität von Daressalam, die 1961 gegründet wurde, zum anderen die landwirtschaftliche Sokoine - Universität in Morogoro, die 1984 gegründet wurde. In die Hochschulen schreiben sich jährlich etwa 15 000 Studenten ein.

Nach Erlangen der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich Großbritannien 1964 war es Tansania durch die Ujamaapolitik von Julius Nyerere gelungen, sein Bildungssystem stark zu verbessern. Es bestand eine allgemeine Schulpflicht und der Schulbesuch war kostenlos. Bis zu Beginn der 80er Jahre erreichte das Land eine der höchsten Alphabetisierungsquoten (85% bei den über 15-Jährigen) in ganz Afrika.
Nach der Aufgabe der wirtschaftlich nicht tragbaren Ujamaapolitik 1985 wurde diese Praxis geändert und die Alphabetisierungsrate sank zwischenzeitlich auf etwas unter 70% (1995). Zwar bestand weiter eine Schulpflicht, aber der Schulbesuch der Sekundarschule war jetzt kostenpflichtig. Es werden zwar keine Schulgebühren für die Grundschule erhoben, die Eltern sind jedoch aufgefordert, sich an den Kosten für den Schulbetrieb zu beteiligen. Auch die Schulmaterialien einschließlich Bücher und vorgeschriebener Schuluniform müssen von den Eltern bezahlt werden. Die Schulgebühren betragen pro Jahr 2000 Tansanianische Schilling, was etwa 3 Euro sind. Dazu kommen 1000 Schilling für Schulveranstaltungen. Außerdem werden in der 4. und 7. Klasse einmal 1500 Schilling, und das andere Mal 1000 Schilling für Prüfungen eingezogen. Bei einem durschnittlichen Jahreseinkommen von circa 100$ (umgerechnet ungefähr 70 €) überfordert dies insbesondere die ärmsten Familien.
Infolge des Bevölkerungswachstums gibt es längst nicht mehr für jedes Kind einen Platz. Zwar können heutzutage (2003) ca.78% der über 15jährigen lesen und schreiben, was jedoch nicht über den desolaten Zustand der staatlichen Schulen hinwegtäuschen kann.

Es fehlt an Geld, Gebäuden und sonstiger Infrastruktur. Sekundarschulen, die eine weiterführende Bildung ermöglichen würden, sind rar und meist privat geführt, was deren Besuch für die meisten Kinder unmöglich macht, weil die finanziellen Mittel nicht vorhanden sind.
Finanzielle Engpässe, Bevölkerungszuwachs und damit steigende Schülerzahlen sowie eine Vernachlässigung des Bildungssektors haben die früheren Erfolge wieder zunichte gemacht.
Vor diesem Hintergrund hat die Regierung den Bereich der schulischen Bildung als einen prioritären Entwicklungssektor identifiziert. Unterstützt von den Gebern sind die staatlichen Förderprogramme in erster Linie ausgerichtet auf Erhöhung der Einschulungsrate, Steigerung der Effizienz der Primär- und Sekundärstufe sowie Verlagerung von Kompetenzen im Bildungsbereich auf die Distrikte.

Nach dem Besuch einer Gruppe aus unserer Gemeinde in Soni 2001 wurde ein Schulfond gegründet.   Dieser Fond wird durch Spendmittel von Gemeindemitgliedern erhalten und dient dazu, finanziell benachteiligten Familien in Soni die Möglichkeit zu bieten ihren Kindern den Besuch einer Sekundarschule zu ermöglichen.
Mit einer Spende können Sie helfen, durch diesen Fond Kinder und Jugendlichen in unserer Partnergemeinde einen weiterführenden Schulbesuch und damit einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen.

 

Jambo! Karibu !

In Tansania sind die Amts - und Handelssprache sowohl Englisch als auch Kisuaheli.
Kisuaheli ist die weitverbreitetste Sprache in Ostafrika. Sie wird von ca. 100 Millionen Menschen im Osten Afrikas verstanden und gesprochen.

Hier ein kleiner Kisuaheli - Sprachführer:

Jambo Guten Tag! Hallo!
Habari yako? Wie geht es Dir?
Mzuri sana Sehr gut
Karibu Willkommen
Unatoka wapi? Woher kommst Du?
Jina lako ni nani? Wie heißt Du?
Uimi ninaitwa... Ich heiße ...
Ndiyo Ja
Hapana Nein
Asante sana Vielen Dank!
Nataka... Ich möchte ...
Kahawa Kaffee
Chai Tee
Maziwa Milch
Maji Wasser
Pombe Bier
kunywa trinken
kula essen
Tafadhali, sema pole pole Sprich bitte langsam.
Hakuna matata Kein Problem!
Lala Salama Schlaf gut
Hodi? Darf ich hereinkommen?
Tafadhali Bitte
Samahani Entschuldigung!
Rafiki Freund
Kwa heri Auf Wiedersehen!
Kwa kesho Bis morgen
Usiku mwema Gute Nacht!

Mandazi - ein tansanisches Gebäck

300 gr. Mehl
l Teel. Backpulver/Mehl und Backpulver mischen
60 gr. Zucker
1 Prise Salz/Zucker und Salz dazugeben
2 Eier
einige Esslöffel Wasser oder Milch
Eier mit der Flüssigkeit verschlagen
Zum Ausbacken: Palmin oder Öl

Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
Er darf nicht mehr an den Händen kleben. Den Teig eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Danach entweder auf einer bemehlten Fläche 1,5 cm dick ausrollen und in kleine Quadrate oder Dreiecke schneiden, oder eine Rolle formen und diese in Scheiben schneiden. Das Fett im Topf erhitzen, die Mandazis goldbraun backen (dabei öfter wenden). Nach dem Backen abtropfen lassen und mit Puderzucker bestreuen.
Guten Appetit!

 

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