Die Ev. Kirchengemeinde Mülheim (Mosel) nimmt das
Proponendum "Auf Sendung" zustimmend zur Kenntnis. Sie kann sich viele
der dort enthaltenen Impulse, Positionen und Stellungnahmen zum Thema "Mission
und Evangelisation" zu eigen machen. Sie begrüßt es, dass "Mission
und Evangelisation" als vorrangige Aufgabe der Gemeinden und der Kirche
auf all ihren Ebenen sowie der kirchlichen Einrichtungen ins Blickfeld
kommen. Was wäre es eigentlich für eine Kirche, wenn sie nicht
Menschen innerhalb und außerhalb der Gemeinde bzw. Kirche Gottes
Wort verkündigen, sie zum Glauben an Jesus Christus einladen und in
ihrem Glauben stärken und begleiten würde ?
Gemeinde und Kirche leben heute in einer Gesellschaft,
in der andere Religionen und Weltanschauungen offensiv für ihre Ideen
werben und die Medien vielfach kritisch und sogar feindlich der christlichen
Botschaft und der Kirche gegenüberstehen. Dies macht es nötig,
dass unsere Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen mutiger ihren Glauben
bezeugen.
Wir sehen kritisch, dass manche Verantwortliche in unserer
Kirche den Glauben an Jesus Christus in eine allgemeine Religiosität
auflösen, die Kirche als religiös-soziales Dienstleistungsunternehmen
missverstehen und zentrale Inhalte des christlichen Glaubens ablehnen.
Die Ev. Kirchengemeinde Mülheim (Mosel) ist der Überzeugung,
dass Mission und Evangelisation auch bei vielen haupt-, neben- und ehrenamtlich
Mitarbeitenden in der Kirche bis hin zu Mitgliedern kirchenleitender Gremien
nötig ist.
Das Anliegen der Mission und Evangelisation sollte regelmäßig
in das Fürbittengebet unserer Gottesdienste aufgenommen werden, verbunden
mit der Bitte um die Hilfe des Heiligen Geistes, ohne den Mission und Evangelisation
nicht gelingen kann.
Zu Frage 1 - Von welchen Erfahrungen mit einladenden Projekten und
Mission kann Ihre Gemeinde berichten?
Unsere Gemeinde bietet besonders gestaltete Gottesdienste
in regelmäßigen Abständen an, in denen junge Leute, Kindergarteneltern,
Familien, Feriengäste usw. besonders angesprochen werden. Diese Gottesdienste
werden über den Gemeindebrief hinaus durch Plakate und durch Anzeigen
im Mitteilungsblatt der kommunalen Verbandsgemeinde bekannt gemacht. Wir
achten darauf, dass in der Gestaltung die Verkündigung von Gottes
Wort im Mittelpunkt steht.
Im Juni 2003 haben wir erstmals zu einem "Treff für
Leute mit Fragen" eingeladen, um in Gesprächsform Fragen des Glaubens
anzusprechen und zu vertiefen. Als Grundlage verwenden wir den "Emmaus-Kurs"
aus Nordengland, den wir auf dem Missionale-Treffen im Februar 2003 kennen
gelernt haben. Wir haben damit positive Erfahrungen gemacht. Es haben sich
25 Personen für dieses Projekt gemeldet. Daraus haben wir zwei Gruppen
gebildet, die sich an jeweils an 7 Abenden treffen. Nach Abschluss bieten
wir einen neuen Kurs mit neuen und bisherigen Teilnehmern an.
Wir wollen versuchen, in Zukunft Mission und Evangelisation
einen hheren Stellenwert in unserer Gemeindearbeit zu geben.
Zu Frage 2 -Welche Herausforderungen und Probleme bei der Weitergabe
des Glaubens beschäftigen Ihre Gemeinde besonders?
Wir haben in unserer Gemeinde die gleichen Probleme wie
in anderen Gemeinden: die Weitergabe des christlichen Glaubens in den Familien
funktioniert vielfach nicht. Menschen, die in verschiedener Weise in der
Gemeinde mitarbeiten, sind in ihrem Glauben nicht gefestigt.
Zu Frage 3 - Welche mittelfristigen und langfristigen Ziele haben
Sie sich für das Handlungsfeld Mission und Evangelisation gesetzt?
Wir möchten Eltern zur Weitergabe des Glaubens an
ihre Kinder ermutigen. Wir tun dies durch Taufgespräche, durch Elternarbeit
in unserer Gemeinde und in unserer Ev. Kindertagesstätte. Wir sehen
aber auch die Verantwortung, durch Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde
und in der Kindertagesstätte an der Vermittlung des christlichen Glaubens
mitzuwirken.
Wir möchten möglichst viele Menschen zum Glauben
hinführen, in ihrem Glauben stärken und befähigen, über
ihren Glauben zu sprechen. Wir sehen die Notwendigkeit, die Mitarbeiter
in unserer Gemeinde nicht nur fachlich, sondern auch geistlich zu begleiten
und zu stärken.
Zu Frage 4 - Für welches Projekt und von wem erwarten Sie Hilfen?
Wir versprechen uns Hilfe und Impulse von den "Missionale-Treffen"
in Köln.
Wir sind damit einverstanden, dass unsere Stellungnahme
auf der Internetseite "aufsendung" veröffentlicht wird.
Einstimmig beschlossen auf der Presbyteriumssitzung am
13.10.2003