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Referent Dr. Reiner Knieling, Wuppertal
Die bisherige Dominanz von Männern in der Kirche sei nicht mit einem männerspezifischen Gepräge oder gar männerfreundlichen Strukturen/Angeboten usw. der Kirche zu verwechseln, führte Reiner Knieling aus. Im Gegenteil, Männer fänden sich mit ihren Erfahrungen und Fragen in unserer Kirche nur ungenügend wieder: Leistung, Konkurrenz, Erfolg und Scheitern, Macht und Ohnmacht – diese Themen sucht man in Verkündigung, Seelsorge und Angebotsstruktur oft vergebens. Dabei sei es nicht schwierig, auf Männer zu zugehen und z. B. „männerkompatible“ Gottesdienste zu entwickeln oder lebensnahe, vielschichtige Männergestalten in der Bibel zu entdecken und für heutige Männer zum Sprechen zu bringen. Exemplarisch führte Knieling das in einem Kapitel seines Vortrags aus: „Jakob als Sohn“.
Deutlich wurde, dass die akademische Theologie die Männer erst zu entdecken hat – und die unproduktive Arbeitsteilung zwischen ihren Unterdisziplinen (Altes Testament, Neues Testament, Systematische Theologie, Praktische Theologie usw.) überwinden muss.
Sonst wird in der Praktischen Theologie losgelöst von biblischen und dogmatischen Inhalten über angemessene Vermittlungsweisen nachgedacht und in den biblischen Disziplinen ohne Berücksichtigung der Sinnhorizonte der Menschen, die es letztlich verstehen sollen.
15.09.2010
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