Männerarbeit der EKiR
mehr- Macht ganz schön was los: das Zentrum Männerarbeit der EKiR
- Der neue Newsletter 15 ist da!
- Radiobeitrag Studientag Saarland
- KiTa-Aktuell: Kinder haben Väter
- Pressemitteilung: Fortbildung für Männer abgeschlossen
- Was Maenner umtreibt - J. Rams
- Radiobeitrag Lohe
- "Väter tun auch, was sie sagen"
- Mann, wo bist du?
Kinder gemeinsam fördern
Das fragten sich die Veranstalter (Männerarbeit der Ev. Kirche im Rheinland und die Männerarbeit im Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen) Männer, Referent Michael Tunc und 48 Interessierte gemeinsam beim Abendforum am 27. September ab 19.00 Uhr im Haus Villigst.
Viele Väter und Mütter vielfältiger ethnisch-kultureller Zugehörigkeiten bringen ihre Kinder in Kindertageseinrichtungen. Es liegt im Interesse der Einrichtungen im Hinblick auf die Kinder deren Eltern als Erziehungspartner zu gewinnen. Ob sie besonders angesprochen werden und wie diese Ansprache gelingen kann, erörterte Referent Michael Tunç in seinem Impulsvortrag. Tunç forscht seit vielen Jahren zu den Themen ethnisch-kulturelle Vielfalt von Väterlichkeit und interkulturelle Väterarbeit. In seinem Vortrag brachte er auch seine Erfahrungen aus mehr als 13 Jahren deutsch-türkisch und christlich-muslimische Partnerschaft mit zwei Kindern ein.
Sensibel mit den Themenfeldern Männlichkeit und Diversität umzugehen und die Entwicklung interkultureller Männer- und Väterarbeit differenziert zu begleiten, darum warb Tunç. Er forderte, dass Eltern als Vater und Mutter wahrgenommen und angesprochen werden sollten. Das beinhalte eine bewusste geschlechterspezifische Ansprache, die beiden Elternteilen die Möglichkeit gebe, sich qualifiziert als Erziehungspartner einzubringen. In der persönlichen Ansprache gelänge das besonders gut. Tunç warnte vor der Tendenz, Urteile über Menschen auf eine ethnische Zuordnung zu reduzieren. Es sei daher wichtig, deutlich zu machen, dass Menschen in ihren Urteilen viele Brillen aufsetzten.
Im heterogenen Publikum saßen 48 Interessierte ganz unterschiedlicher Erwartungen – Leitende und Mitarbeitende von Familienzentren, von Kindertageseinrichtungen, Erfahrungsträger und Neulinge auf dem Gebiet der ethnisch-kulturellen Vielfalt. Die vertretenen Einrichtungen zeigten die Vielfalt von dem, was in „Kinder mit Migrationshintergrund“ zusammengefasst wird – 5 und 40 Prozent mit türkischer, spanischer, oder russischer Migrationsgeschichte. Angeregt durch den Vortrag Tunçs tauschten sie ihre Erfahrungen aus. Viele Väter können sie bereits erreichen, erzählte eine Zuhörerin aus ihrer Arbeit. Persönliche Ansprache sei dabei investierte Zeit, die sich lohne. Auch eine annehmende Willkommenskultur fördere den ersten Kontakt und die weitere gemeinsame Erziehungsarbeit von Eltern und Einrichtung. Ein Kalender, der die Feiertage verschiedener Religionsgemeinschaften erkläre und deutlich mache, könne ein wichtiges Zeichen dieser Willkommenskultur sein, so Pfarrer Ralf Lange-Sonntag, Referent für Fragen des christlich-islamischen Dialogs im Institut für Kirche und Gesellschaft
„Neben einem Perspektivwechsel brauchen wir niedrigschwellige Angebote bei denen die Väter in den Planungsprozess einbezogen werden“, empfehlen Haas und Rams als Veranstaltet in ihrem Resümee.
Das Abendforum war Teil der Weiterbildung der Vater-Kind-Agentur, die von der Männerarbeit der Ev. Kirche im Rheinland und der Männerarbeit im Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen durchgeführt wird.
07.10.2011
© 2011, Männerarbeit der EKiR – Ekir.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
