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Tschernobyl

Gäste aus Weißrussland danken für die Hilfe

Oberkirchenrat Klaus Eberl hat Besuch aus dem weißrussischen Wetka empfangen. "Leben nach Tschernobyl" heißt das Hilfsprojekt der Männerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Derzeit hat die Männerarbeit ihre weißrussichen Partner zu Besuch.

Vertreter der Männerarbeit mit der Delegation aus Weißrussland zu Gast im Landeskirchenamt: Wetkas Oberbürgermeister Viktor Bourakov (2.v.r.) und Chefärztin Dr. Nadja Zimina (M.), Oberkirchenrat Klaus Eberl (3.v.r.). LupeVertreter der Männerarbeit mit der Delegation aus Weißrussland zu Gast im Landeskirchenamt: Wetkas Oberbürgermeister Viktor Bourakov (2.v.r.) und Chefärztin Dr. Nadja Zimina (M.), Oberkirchenrat Klaus Eberl (3.v.r.).

Zur Delegation gehört der Oberbürgermeister von Wetka, Viktor Bourakov, sowie die Chefärztin des Kreiskrankenhauses Dr. Nadja Zimina. "Leben nach Tschernobyl" unterstützt das Kreiskrankenhaus und seine Außenstationen. Seit 1991 läuft das Projekt, wie Projektleiter Uwe Schwarz jetzt beim Besuch im Landeskirchenamt in Düsseldorf berichtete.

In diesem Jahr 1991 hatte die rheinische Landessynode ihr Engagement zur Versöhnung mit der (damals noch bestehenden) Sowjetunion begonnen, erinnerte Oberkirchenrat Eberl. Natürlich erzählte er seinen Gästen vom Engagement der Evangelischen Kirchengemeinde Wassenberg, in der er bis vor kurzem arbeitete. Wassenberg hat im russischen Pskow ein Heilpädagogisches Zentrum aufgebaut und organisiert und finanziert bis heute die dortige Arbeit für Behinderte. "Ich habe es nicht gezählt, aber ich war sicherlich mehr als hundert Mal in Pskow."

Versöhnung durch Begegnung

Versöhnung zwischen Menschen entstehe nicht dadurch, dass Politiker Verträge unterschreiben, sagte Eberl weiter. "Versöhnung muss konkret gelebt werden." Erster Schritt dazu sei es, dass sich die Menschen besuchen und kennenlernen. Dann gehe es darum, die Sorgen und Hoffnungen des anderen zu verstehen. "Das Bild, das Menschen voneinander haben, verändert sich dadurch."

Der Oberbürgermeister aus Wetka berichtete, dass für die Delegation neu sei, dass Kirche soziale Arbeit leistet. Dies sei wichtig, besonders für Kinder, so Bourakov. "Die Kirche ist die Brücke zwischen Bedürftigen und denjenigen, die helfen."

Diesen Monat jährt sich der GAU

Am 26. April 1986 ist das Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine explodiert. Weil das benachbarte Weißrussland, vor allem die Gegend um Wetka, besonders schwer betroffen ist von der Reaktorkatastrophe, startete die rheinische Männerarbeit ihre Hilfsaktion. Der Schwerpunkt: Hilfe für das Kreiskrankenhaus, Krankenstationen und Ambulanzen.

Medikamente, medizinische Geräte und Nahrungsmittel haben die Männer seither nach Wetka gebracht. Die bis heute geleisteten Hilfslieferungen dürften mehr als eine Million Euro wert sein, berichtet die Männerarbeit. Schließlich leiden die Menschen bis heute unter der radioaktiven Verstrahlung. Vor allem Krebserkrankungen belasten die Menschen, bis heute.

Mit dem Leid nicht allein

Neben den Hilftstransporten gehört auch Fortbildung zu dem, was "Leben nach Tschernobyl" auf die Beine gestellt hat. So haben in den vergangenen Jahren Ärztinnen und Ärzte aus Wetka in Westdeutschland hospitiert, um sich mit neuen medizinischen Methoden vertraut zu machen.

Die Reaktorkatastrophe liegt 21 Jahre zurück. "Aber die Probleme bleiben noch lange bei uns", so Oberbürgermeister Bourakov. "Wir sagen ehrlich: Wir haben große Hilfe von ,Leben nach Tschernobyl' bekommen." Dafür seien die Menschen in Wetka sehr dankbar. Bourakov weiter: "Es ist sehr wichtig, dass wir nicht mit unserem Leid allein sind."

 

 

neu / 19.04.2007



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