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Tschernobyl - Start des Projekts

Der atomare Super Gau in Tschernobyl am 26.04. 1986 machte schlagartig klar, was der Begriff „Restrisiko“ im Zusammenhang mit der Atomenergie bedeutet. Die politischen Veränderungen in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion mit ihren gravierenden Auswirkungen auf die Versorgung der Opfer von Tschernobyl forderten die Männerarbeit damals heraus, nach neuen Wegen zur Unterstützung der betroffenen Menschen zu suchen.

Im Jahre 1989 besuchten Mitarbeiter des Ev. Männerwerkes u. a. die Region Wetka im Südosten von Weißrussland (Belarus). Sie erschraken über die Folgen der Reaktorkatastrophe. Ganze Landstriche sind seitdem unbewohnbar und die Menschen kämpfen mit Krankheiten, die sie vorher nicht kannten.

Angesichts der aufbrechenden Grenzen zwischen Ost und West und der damit besser realisierbaren Völkerverständigung entschloss sich das Männerwerk, nach möglichen Partnern in Weißrussland zu suchen.

Kontakte mit der Krankenhausleitung in Wetka führten 1991 zu einer Partnerschaft zwischen der Männerarbeit der Ev. Kirche im Rheinland und der Leitung der Krankenversorgung im Kreis Wetka. Seitdem leisteten wir umfangreiche Hilfe.

Das Projekt

Zunahme der Schilddrüsenerkrankungen von 1976 bis 2004 | Quelle: Nationales Schilddrüsenzentrum Belarus und Otto Hug Strahleninstitut - MHM Zunahme der Schilddrüsenerkrankungen von 1976 bis 2004 | Quelle: Nationales Schilddrüsenzentrum Belarus und Otto Hug Strahleninstitut - MHM

Am 26. April 1986 ereignete sich in Tschernobyl/Ukraine der bisher schwerste Unfall (Super GAU = größter anzunehmender Unfall) in einem Kernkraftwerk. Die gesamten Folgen der Reaktorkatastrophe sind bis heute nicht bekannt. Einer der am schlimmsten betroffenen Staaten ist Weißrussland, insbesondere das Gebiet im Südosten rund um die Stadt Wetka. Die hohe Strahlung machte weite Gebiete des Landkreises Wetka unbewohnbar und führte zu einem Anstieg der Krebserkrankungen, unter anderem Schilddrüsenkrebs. Den Ablauf des Unfalls können Sie auf der Seite des Umweltinstituts München nachlesen.

Das Krankenhaus in Wetka mit den umliegenden Krankenstationen und Ambulanzen ist seit 1991 Partner der Männerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Der Landkreis (Rayon) Wetka

Lupe

  • Größe: 1750 Quadratkilometer
  • 7800 Einwohner
  • Industrie:
    • Webereien
    • Spinnereien
    • Landwirtschaft

Große Flächen des Kreises (17 Dörfer) sind wegen der hohen Radioaktivität unbewohnbar, die übrigen Flächen sind nach wie vor hoch verstrahlt. Die Erkrankungen, die mit der hohen Radioaktivität zusammenhängen und zu einer erheblichen Schwächung des Immunsystems führen, sowie Krebs, Herz-, Gefäß- und Schilddrüsenveränderungen nehmen immer noch zu. Ein großer Teil der im Landkreis erzeugten Nahrungsmittel sind entsprechend kontaminiert und belasten die menschliche Gesundheit zusätzlich.

Zur Krankenversorgung gehören im Landkreis Wetka:

  • Krankenhaus in Wetka
  • Poliklinik in Wetka
  • Rehaklinik in Swetilowitschi
  • 2 Arztstationen
  • 15 ambulante Krankenstationen

All diese medizinischen Einrichtungen wurden in den letzten Jahren mit erheblichem Aufwand seitens des Trägers in Weißrussland renoviert. Die Situation der Gebäude und der Inneneinrichtung konnte dadurch umfangreich verbessert werden.

Bisherige Hilfen

Mit großem persönlichem Einsatz transportierten Mitarbeiter des Männerwerks seit 1991 Medikamente, medizinische Geräte (z. B. Röntgengeräte und Narkosegeräte), Artikel zur medizinischen Grundversorgung und hochwertige Nahrungsmittel (insbesondere für Kinder) sowie Materialien zur Sanierung des Krankenhauses und der ihm angeschlossenen Kliniken und Ambulanzen im Wert von mehr als 1.000.000 Euro nach Weißrussland. Seit einigen Jahren ist es kostengünstiger, die Transporte durch eine Spedition erledigen zu lassen.

Um sich mit neuen medizinischen Methoden vertraut zu machen, hospitierten seit 1994 mehrere Ärzte aus Wetka in westdeutschen Krankenhäusern. Daneben stand die Einführung in die Handhabung medizinischer Geräte, die für einen Transport nach Wetka vorgesehen waren, auf dem Programm.

In partnerschaftlicher Zusammenarbeit werden die jeweils nächsten Schritte in Bezug auf die vorrangig benötigten Hilfen mit der Krankenhausleitung abgesprochen.



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