Ekupholeni,
Ort der Heilung, so die Übersetzung, bietet
vor allem psychologische Hilfe für die Bewohner der
Townshipgebiete am Ostrand von Johannesburg in Südafrika. Armut,
Arbeitslosigkeit, häusliche Gewalt, Vergewaltigungen auch ganz
kleiner Kinder, HIV-Infektionen und viele Aidstote gehören zum
Alltag der dort lebenden Familien. Viele Menschen, vor allem Frauen,
sind traumatisiert und können ihren Alltag nicht mehr
bewältigen. In Einzelberatungen und vor allem mit
gruppentherapeutischer Arbeit versucht Ekupholeni zu helfen.
Das Projekt wurde Anfang der 1990er Jahre von der Psychologin Johanna
Kistner gegründet und wird seit 2006 von der Psychologin Antje
Manfroni geleitet.
Näheres finden Sie im Faltblatt zum EKUPHOLENI-Partnerschaftsprojekt.
Seit mehreren Jahren sammelt unsere Kirchengemeinde
Geld zur Unterstützung des Projekts. Im Frühjahr 2005 kamen
Johanna Kistner und ihre Mitarbeiterin Neo Manqele in unsere Gemeinde
und berichteten sehr beeindruckend von ihrer Arbeit. Ein Jahr
später besuchte unser Gemeindeglied Annegret Klasen Ekupholeni und
hatte Gelegenheit, drei Wochen die Arbeit zu begleiten.
So entwickelte sich eine Partnerschaft zwischen
Ekupholeni und unserer Kirchengemeinde. Von der Verbundenheit zeugen
die beiden Regenbogenfahnen, die bei Ekupholeni [siehe obiges Foto,
links Annegret Klasen, rechts Psychologin Johanna Kistner] und im
Kirchraum unseres Gemeindezentrums in Polch hängen.
Im Mai 2006 übernahm Antje Manfroni die Leitung
von Ekupholeni. Johanna Kistner wechselte zu Sophiatown Community
Psychological Services (Psychologische Dienste in der Gemeinschaft von
Sophiatown), wo sie die bei Ekupholeni erarbeiteten Projekte und
Programme weiterführt. Sophiatown ist ein innerstädtischer
Bezirk von Johannesburg. Dort leben sehr viele Flüchtlinge aus
anderen afrikanischen Staaten, für die das Koffer-Projekt
angeboten wird.
Näheres finden Sie in dem Faltblatt zu SOPHIATOWN.
Im Frühjahr 2008 besuchten Antje Manfroni und
Johanna Kistner unsere Kirchengemeinde, um über beide Projekte zu
berichten. Wir waren beeindruckt von der psychologischen Arbeit der
beiden Teams, die den Menschen in fast aussichtslosen Situationen neue
Hoffnung und Lebensmut gibt.
Wichtig ist uns, nicht nur Geld zu spenden, sondern
die (Leidens)geschichten und Erfahrungen der Menschen zu teilen und und
uns über Tausende von Kilometern miteinander verbunden zu
fühlen. So fließen Erfahrungen aus dieser Partnerschaft
immer wieder einmal in unsere Gottesdienste ein.
Hier können Sie
die früheren Rundbriefe
als PDF-Datei lesen:
E K U P H O L E N I
Mental Health Centre
und
Sophiatown Community Psychological Services
Psychologische Dienste in der Gemeinschaft von Sophiatown
Rundbrief Nr. 9 vom Mai 2009
Liebe Freundinnen und Freunde von Ekupholeni,
liebe Freundinnen und Freunde von Sophiatown CPS,
liebe Ökumene-Interessierte,
ein Jahr ist nun vergangen, seit Johannesburg von einer Welle gewalttätiger Übergriffe überrollt wurde, die zum Tod vieler armer Einwanderer und zur Vertreibung von 20.000 Menschen führte.
Die Direktorin von Sophiatown CPS, Johanna Kistner, schrieb kürzlich über die Situation:
„Wir winkten zum Abschied, als über tausend Menschen in das Rückführungszentrum nach Lindela
abtransportiert wurden, die riefen “Wir wollen lieber zu Hause sterben als in diesem Land des zerstörten
Regenbogens.“. Drei Tage später sahen wir sie wieder – sie saßen an der Straße außerhalb des Zentrums. Diesmal waren sie nicht nur obdachlos, sondern hatten noch nicht einmal die Verzweiflungs-Option, nach Hause zurückzukehren – die meisten von ihnen hielten sich nämlich tatsächlich legal in Südafrika auf. Schließlich wurden die Männer wegen “Herumlungerns” und weil sie angeblich „nicht in der Lage waren, ihre Frauen und Kinder zu beschützen“, verhaftet und in “sichere Verwahrung” gebracht, zuerst in das Gefängnis in Krugersdorp und dann nach Lindela.
Die Frauen und Kinder wurden in eine heruntergekommene Unterkunft in der Nähe verlegt. Nahrungsmittel
und andere Spenden wurden vom Leiter der Unterkunft abtransportiert und verkauft. Schließlich wurden Schüsse abgefeuert, um diejenigen, die absolut nicht wussten, wohin sie gehen sollten, zurück auf die Straße zu zwingen. Letztendlich wurden die meisten dieser Familien mit Drohungen, Gewalt und Misshandlungen gezwungen, freiwillige Wiedereinbürgerungspapiere zu unterzeichnen, und wurden in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Einige sind inzwischen schon wieder nach Südafrika zurückgekehrt.
Die verbliebenen Menschen kamen langsam in die Gemeinden zurück, aus denen sie ursprünglich vertrieben wurden. Einige glückliche bekamen eine Zeit lang finanzielle Unterstützung von NGO´s, von uns oder von einzelnen gutherzigen Menschen. Seit im Oktober 2008 die Lager geschlossen wurden, leben die meisten Familien nun in Umständen, die nur als unbeschreiblich beschrieben werden können. Die kleine Summe Geld, die viele mit dem Verkauf von Gemüse, Süßigkeiten oder Zigaretten verdienen, wird von den Wuchermieten für winzige Zimmer verschlungen.
Die meisten Flüchtlinge können die Miete nicht aufbringen.
Die Kinder sind abgemagert und unterernährt,viele sind auf Schulspeisungen, sofern es sie überhaupt gibt, angewiesen, damit sie wenigstens eine Mahlzeit täglich bekommen. Viele gehen überhaupt nicht zur Schule. Selbst wenn ihre Eltern es schaffen, eine Befreiung von den Schulgeldern zu erwirken, ist kein Geld für Schuluniformen und -material vorhanden, und es gibt auch keine Anlaufstelle, bei der man dafür Unterstützung bekommen könnte.
Viele Frauen und Kinder haben bei kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrer Heimat und oft
gewaltsamer Vertreibung sexuelle Ausbeutung und Missbrauch erfahren. Unter den gegenwärtigen
Umständen der extremen Armut und der ständigen Bedrohung durch Gewalt widerfährt ihnen dies
erneut. Wir haben in Bertrams ein Beratungsbüro eingerichtet, wo wir mittwochs bis zu 20
KlientInnen beraten – fast ausschließlich Frauen. Alle leben unter hoffnungslosen Bedingungen. Es
ist für sie beinahe unmöglich, sich auch noch mit den emotionalen Problemen, mit denen sie zusätzlich
zu ihrem täglichen Überlebenskampf konfrontiert sind, zu beschäftigen. Und trotzdem
kommen mit viel Zeit und Geduld die Lebensgeschichten ans Tageslicht.
Ein Schicksal von vielen:
N kam eines Tages im Jahr 2004 von ihrer Internatsschule in Burundi nach Hause und fand in ihrem Haus die Leichen ihrer Eltern, ihrer drei Schwestern und ihres sechs Monate alten Neffen.
Sie entkam mit Hilfe einer Frau, die ihr die Fahrt nach Johannesburg bezahlte, wo ein Bruder der Frau lebte. Da sie keine Papiere hatte und niemanden, zu dem sie gehen konnte, wurde sie gezwungen, diesen Mann zu heiraten. Er missbrauchte sie sexuell, misshandelte sie und brachte in das Zimmer, das sie gemeinsam bewohnten, andere Frauen mit.
Als ihr Baby 26 Tage alt war, zerriss er ihre Papiere und verließ sie. Seitdem hat sie nichts mehr von ihm gehört. Eine südafrikanische Familie überließ ihr eine Garage, in der sie wohnen konnte, für die sie jetzt aber Miete zahlen soll. Sie besitzt keine Kleidung, weder für sich noch für das Baby, hat nichts zu essen und
leidet unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung und unter Depressionen. Sie trauert zutiefst um ihre Eltern und versucht verzweifelt, ihnen ein ehrendes Andenken zu bewahren, indem sie Englisch lernt und dadurch einen Weg findet, Geld zu verdienen, um für ihren und den Unterhalt ihres Kindes sorgen zu können. Eines Tages möchte sie sich gern ihren Traum erfüllen und möchte Rechtsanwältin werden und für Gerechtigkeit in ihrem Heimatland arbeiten.
Von den 199 unbegleiteten Kindern aus Zimbabwe, die unter unsäglichen Bedingungen in der Central Methodist Church leben, konnten 11 in einem Heim für Straßenkinder untergebracht werden. Wir sorgen uns um das Wohlergehen der verbliebenen Kinder, deren Lebensbedingungen eindeutig gegen die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verstoßen, und bemühen uns darum, dass sie in Heimen untergebracht werden, wo sie sicher und behütet leben können. Bei den 11 Kindern, die wir therapeutisch begleiten können, kommen nach und nach herzzerreißende Geschichten zutage:
Eine Zwölfjährige verlor ihre Mutter, wahrscheinlich durch Aids, lebte eine Zeit lang auf der Straße ihres Heimatortes, fand dann Leute, die ihr versprachen, sie nach Südafrika zu bringen. Sie lief 32 Stunden durch trockene Landschaften, wurde vergewaltigt, kam schließlich nach Johannesburg, fand in der Central Methodist Church Zuflucht, wo sie sich eine sexuelle übertragbare Krankheit zuzog. Es dauerte 4 Monate, bis jemand sie in das Kinderheim brachte.
Ein 13jähriger Junge verließ seine drei jüngeren Geschwister und kam nach Johannesburg in der
Hoffnung,
Arbeit zu finden und Geld für deren Lebensunterhalt nach Hause
schicken zu können.
Er hat entsetzliches Heimweh und sorgt sich, wie seine Geschwister überleben.

Der humanitäre Hilfsfonds, in den so viele unserer FreundInnen im letzten Jahr eingezahlt haben, trocknet
langsam aus. Wir können der Masse der Menschen nicht helfen, wir versuchen aber, Menschen zu unterstützen, die sich für ihr eigenes Fortkommen und ihre Entwicklung einsetzen und die regelmäßig an Gruppentreffen oder Einzelgesprächen teilnehmen.
Wir helfen hauptsächlich mit Geldbeträgen von 500 bis 1.000 Rand als Starthilfe für kleine Geschäfte. Vielen
Menschen fehlt das nötigste Essen, den Kindern Schulutensilien und -uniformen. Wir brauchen
dringend Babywindeln, -kleidung und -nahrung, Waschpulver und haltbare Lebensmittel.
Ganz wichtig sind auch gebrauchte Handies. Den Frauen in Bertrams und Troyeville geben sie ein Gefühl
der Sicherheit, des Schutzes und eine Offenheit, sich ergebende Möglichkeiten( zu arbeiten, etwas zu essen zu organisieren usw.) zu nutzen. Für die Kinder aus Zimbabwe stellen sie ein Stück Teenager-Normalität dar und die Möglichkeit, mit ihren Lieben in der Heimat in Verbindung zu bleiben. Wenn jemand bereit und in der Lage ist, uns mit solchen Dingen zu helfen, sind wir sehr dankbar.
Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass diese Hilfe Menschen aus der Tiefe ihrer Armut herausholt. Aber in der Lage zu sein, Essen, ein Paket Windeln oder ein dringend benötigtes Handy zu besorgen, vermittelt den Menschen unser tiefes Interesse an der Verbundenheit von Körper, Geist und Seele. Immer wieder haben wir uns davon überzeugen können, wie diese Hilfen viele aus ihrer Rolle als Opfer herausholt und sie befähigt, mehr Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen.
Die humanitäre Krise, die uns 2008 schockartig die Augen öffnete, existiert bereits seit langem – lange bevor die Südafrikaner ihre unterdrückte Verzweiflung gegen diejenigen richteten, die noch stärker marginalisiert sind als sie selbst. Diese Krise ist noch lange nicht vorüber Die Zustände, die wir bis zum Herbst in den Lagern beobachten konnten, dauern an. Das Leid ist jetzt jedoch unsichtbar, die Schreie sind unhörbar geworden. Wir alle sind in Gefahr, uns in einem Gefühl der Selbstgefälligkeit einlullen zu lassen, das wir uns schlichtweg nicht leisten können.“
Wer helfen möchte, spendet am besten Geld auf das u.a. Konto. Alle Sendungen nach Südafrika sind teuer, zeitaufwendig, kommen nicht immer an und machen den Empfängern mit der Zollabfertigung viel Arbeit.
Ekupholeni hatte im April wieder zu einem Heilungstag im Stadtteil Zonkezizwe eingeladen, zu dem mehrere Hundert Menschen kamen. Oben auf dem Foto ist zu sehen, wie zum Ende des Tages Luftballons losgelassen werden.
Die Direktorin Antje Manfroni hat vor kurzem den Bericht für das 2. Halbjahr 2008 übersandt. In diesem Zeitraum erhielten ungefähr 900 Kinder und Erwachsene Hilfe durch Einzel-, Paar- und Familienberatung, Hausbesuche sowie Unterstützung beim Besorgen fehlender Papiere(Geburts-und Sterbeurkunden,
Identitätspapiere, Sozialrenten, Pflegegeld, Essenspakete).
Daneben fanden die meist wöchentlichen Treffen der verschiedenen Erwachsenen- und Kindergruppen
statt. Fast alle KlientInnen sind von mehreren Problemen betroffen: HIV/Aids, Trauer um verstorbene Familienangehörige, sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt, keine Möglichkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen, usw.
Am Welt-Aids-Tag am 1. Dezember trafen sich über 100 Mitglieder der Khululeka-Gruppen für HIV-Infizierte, die Freunde und Verwandte mitbrachten. Viele Infizierte nutzten die Gelegenheit, ihren Status HIV-positiv mit Unterstützung anderer Gruppenmitglieder und der BeraterInnen zu enthüllen. Die Bedeutung von Prävention, medikamentöser Behandlung und dem Einhalten der Behandlungsregeln wurden von einigen aus der Gruppe, weniger von den BeraterInnen, hervorgehoben. Dies zeigt, dass die KlientInnen von der psychologisch-erzieherischen Komponente des Gruppenprogramms profitieren und dass sich Selbstsicherheit und Selbstachtung deutlich erhöht haben.
Zweimal wurde ein Experte eingeladen, um Fragen zu HIV/Aids, der medizinischen Behandlung und den Nebenwirkungen der antiretroviralen Medikamente zu beantworten. Es kamen jeweils mehr als 50 Personen, die die Informationen sehr nützlich fanden, weil die ÄrztInnen in den staatlichen Kliniken sich nicht die Zeit nehmen bzw. haben, um Einzelheiten zur Erkrankung und Behandlung zu erklären. Die KlientInnen sind nun ermutigt, in den staatlichen Kliniken auf ihrem Recht auf Information zu bestehen.
Wegen des wirtschaftlichen Niedergangs, der auch in Südafrika spürbar ist, wachsen Arbeitslosigkeit und extreme Armut. Nachbarn und Mitglieder der Gemeinschaft sind seltener in der Lage, sich gegenseitig zu unterstützen. Speziell die Kindergeführten Haushalte sowie Mütter ohne Arbeit mit ihren Kindern leiden sehr, wenn sie keine Lebensmittel-Hilfe erhalten können. Die Gemüsetüte, die jedes Mitglied der Infizierten-Gruppen nach der wöchentlichen Sitzung erhält, ist für viele „lebensrettend“, weil die meisten weder Arbeit noch Sozialunterstützung erhalten und in tiefster Armut leben. Dies ermutigt auch dann zu regelmäßiger Teilnahme, wenn sich Mitglieder einmal nicht wohl fühlen.
Die Young-Caretakers-Gruppe ist auf 41 Kindergeführte Haushalte angewachsen. Die Jugendlichen habe keine erwachsene Person zur Hilfe und kein Einkommen. Sie werden von Ekupholeni mit vierteljährlicher Lebensmittelhilfe und wöchentlichen Hausbesuchen unterstützt. Bei den 14tägigen Gruppentreffen geht es um Trauer, Fähigkeiten als „Eltern“, die Organisation des täglichen Lebens sowie den Umgang mit ihren persönlichen Traumata. Einmalim Monat ist Spiel- und Spaß-Tag, um etwas Freude in ihren stressigen Alltag zu bringen. Eine 3tägige Freizeit wurde für 28 neu dazugekommene Gruppenmitglieder angeboten. Zum Familientag im Oktober für alle Young Caretakers und ihre Geschwister kamen 70 Personen. Die Probleme der jungen Leute beginnen oft, wenn ihre Eltern sterben und entfernte Verwandte kommen, alle Möbel und Kleidungsstücke und vor allem auch Sterbeurkunden mitnehmen, die zur Beantragung von Sozialunterstützung nötig sind.
Auch jüngere Kinder werden mitgenommen, weil man dann Pflegegeld vom Staat bekommen kann. In solchen
Fällen interveniert Ekupholeni und unterstützt die Jugendlichen dabei, ihre Papiere zurück zu bekommen.
Anfang 2009 ergab sich ein ganz neues Problem, das noch ungelöst ist. Das Department of Social
Development verlangte von Ekupholeni und anderen NGO´s umfassende Listen mit persönlichen Daten der KlientInnen. Dies verstößt gegen ihr Recht auf Vertraulichkeit und gegen den Ethik-Code für PsychologInnen und SozialarbeiterInnen. Das Department drohte, bei Nichtvorlegen der Daten die sowieso schon gekürzten staatlichen Gelder nicht auszuzahlen.
Antje Manfroni hat das Social Services NGO Forum informiert, das den Fall aufgriff, sowie die staatliche Registrierungsstelle für PsychologInnen und SozialarbeiterInnen, die für den Fall der Herausgabe der Daten ankündigte, die Registrierung der MitarbeiterInnen rückgängig zu machen. So sitzt Antje Manfroni buchstäblich zwischen zwei Stühlen und wartet auf weitere Gespräche. Sie muss viel Zeit und Energie in diese Angelegenheit investieren, was besonders schmerzlich ist, weil sie um die für dieses Jahr zugesagten Gelder hart kämpfen musste.
Den ausführlichen Bericht Johanna Kistners über die Situation der Flüchtlinge und den Halbjahresbericht
von Antje Manfroni schicke ich Ihnen/Euch gerne zu. Beigefügt habe ich ein Gedicht
Johanna Kistners über Ekupholeni und Sophiatown CPS. (siehe weiter unten)
2008 wurden vom Kirchenkreis Koblenz rund 18.000 Euro an Ekupholeni und rund 5.640 Euro an
Sophiatown CPS überwiesen. Dank einer großzügigen Einzelspende von 10.000 Euro konnten im
laufenden Jahr schon rund 9.000 Euro an Ekupholeni und rund 9.700 Euro an Sophiatown CPS
geschickt werden.
Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!
Geld wird weiterhin gebraucht, auch kleine Spendenbeträge sind willkommen!
Bitte überweisen Sie Spenden an: siehe weiter unten
V.i.S.d.P.:
Annegret Klasen, Polch, Mitte Mai 2009
Am Wallgraben 18, 56751 Polch, Tel. 02654 – 1098,
Email: annegret@unitedklasens.de
Auf Wunsch übersende ich
Ihnen/Euch gerne die bisher erschienenen
Rundbriefe Allerdings stehen sie auf dieser Seite auch als Download zur Verfügung..
Places of healing,
Orte
des Heilens,
hope and courage
der
Hoffnung und des Mutes
Where the screams of a mother
Wo die Schreie einer Mutter
cut through the cold winter sky
den
kalten Winterhimmel durchschneiden
and rise to the rhythm
und
in den Rhythmus
of a shared sorrow
geteilter
Sorge einstimmen
Where the names
of her dead children Wo die Namen ihrer toten Kinder
are treasured by the light of the
im
Kerzenlicht der tausend Tränen
candle of a thousand tears
wie
ein Schatz bewahrt werden
Where men become men
Wo Männer bei einer Tasse Tee
around a cup of tea
an
einem Samstagmorgen
on a Saturday morning
zu
Männern werden
Where boys replace the gun with
Wo Jungen das Gewehr durch den Kick
the hard kick of the soccerball
gegen
einen Fussball ersetzen
and the colours of the artist’s palette
Where women
weave the bruises
Wo
Frauen die Wunden auf ihrem Rücken
on their backs
in
ein Tuch der Hoffnung weben
into the cloth of their liberation
Where girls learn to make plans
Wo Mädchen lernen ihre eigenen Pläne
for themselves and refuse to forsake
zu
schmieden und sich die Integrität
the integrity of their souls
ihrer
Seele nicht nehmen lassen
Where AIDS is a ribbon that binds
Wo AIDS zu einem Band wird,
together what has been divided
das
alle Getrennte verbindet
and releases us into a new
und
uns das Heute
celebration of today.
neu
feiern lässt
Where the
burden of the carer
Wo
die Last des Pflegers
finds its voice calling for
ihre
Stimme findet und
a new and just compassion
ein
neues Mitleiden fordert
Where the
suitcase of the family left
Wo
der Koffer der Familie, die der Krieg
stateless by the ravages of war,
staaten-
und heimatlos lässt, ausgepackt
can be unpacked and re-packed
und
wieder eingepackt wird,
a respite on an endless dusty road
eine
kleine Pause
auf
der endlosen Straße der Flucht
Where the anguish of childhoods
Wo Kindheitsqualen von Hunger
torn ragged by hunger and disease
und
Krankheit, Gewalt und Tod
by violence and death finds
sich
in Bilder, Lieder und Worte
its way into pictures, songs and words verwandeln
Where longings rise towards
Wo die Sehnsucht
the afternoon sun attached to
mit
zweihundert und mehr Ballons
two hundred and more balloons
in
die Mittagssonne steigt
Where doing hope is as ordinary a task Wo Hoffnungsarbeit so alltäglich ist
as making peanut butter sandwiches,
wie
das Streichen eines Butterbrots,
passing around a bottle of water
das
Herumreichen einer Wasserflasche
and signing off the taxi fare
und
das Austeilen von Fahrgeld
Where the healers are not afraid
Wo die Helfer sich nicht scheuen
to show their wounds
ihre
eigenen Wunden zu zeigen
and the wounded themselves
und
die Verwundeten
become the healers
zu
Helfern werden
Where the
silence of the listener
Wo die Stille des Zuhörens das Flüstern
uncovers whisperings of courage des
Mutes vernehmen lässt und viele
and many hands come together
Hände
sich zusammen tun
to carry the bag full of locusts
um
den Korb
voller
Heuschrecken zu tragen
Where
belonging is the touch of a hand Wo
die Hand des Anderen zur Zuflucht
freedom the stroke of a crayon and
wird,
der Kreidestrich zur Freiheit
home the ripples of laughter
und
das Lachen zum Zuhause
Where love is an unbroken circle,
Wo Liebe ein ununterbrochener Kreis
ist,
a chorus of voices
ein
Gleichklang von Stimmen
and a soaring of the spirit
und
ein Aufsteigen der Seele
There under the blue plastic roof
Ja, dort unter dem blauen Zelt
stretched between three green trailers
zwischen
den drei grünen Baracken
you will find the place
findet
ihr den Ort,
they call EKUPHOLENI
den
sie EKUPHOLENI nennen
And there
where the bull dozers
Und
dort, wo die Bulldozer nichts
left nothing but shattered dreams
zurück
ließen als zerschmetterte Träume
and broken homes
und
die Trümmerfelder einer verlorenen
you will find the sounds and songs
Gemeinsamkeit,
könnt ihr die Klänge und
of SOPHIATOWN
Lieder
von SOPHIATOWN hören
Johanna Kistner , Johannesburg
Republik Südafrika
Februar 2008
Bitte
überweisen Sie Spenden an:
Kirchenkreis
Koblenz
Stichwort "Ekupholeni / Sophiatown"
Sparkasse Koblenz BLZ 570 501 20
Kontonummer 14043
Wichtig bei Spenden:
Da auch bei vollständig ausgefüllten Überweisungsträgern
auf den Kontoauszügen des Kirchenkreises Koblenz
nur sehr unvollständige Namen erscheinen,
bitte ich - besonders bei erstmaligen Spenden - um eine kurze Nachricht
mit Namen und Adresse an meine Anschrift,
damit eine Spendenbescheinigung korrekt ausgestellt werden kann.
Annegret Klasen, Am Wallgraben 18, 56751 Polch, Tel. 02654 - 1098
Email: annegret@unitedklasens.de