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Gebete

Beten ist das Atmen der Seele.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne lebendiges Beten stirbt der Glaube, erstickt allmählich auch das Leben.

Beten ist Austausch: sich Gott gegenüber äußern und Gott umgekehrt in sich aufnehmen.

Das kann in Worten und bewusst geschehen, es kann sich im Schweigen und unreflektiert ereignen.

 

Auf humorvolle Art lädt der GebetGenerator zum Beten ein.

Das Programm steht auch zum download zur Verfügung.


Das Vater unser

 

Das Vater unser ist das Grundgebet der Christenheit.

Es geht auf Jesu Worte zurück und wird zitiert in der Bibel im Matthäusevangelium (Mt. 6, 8-13).

Der Schlussteil: "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen" ist ein Schlusslob, das erst im 2. Jahrhundert n. Chr. für den Gottesdienstgebrauch an das Vater unser angehängt wurde.

 

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.


Das Apostolische Glaubensbekenntnis

 

Das apostolische Glaubensbekenntnis wird von evangelischen und katholischen Christen gesprochen, nicht jedoch von orthodoxen Christen.

Diese verwenden nur das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel.

 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische (oder: christliche / allgemeine christliche [1]) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

 

[1] Das Wort "katholisch" bedeutete ursprünglich so viel wie "allgemein", "allumfassend". Die römisch-katholische Kirche lehrt, dass sie mit der "einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche" identisch ist, oder (seit Vaticanum II) dass sie zumindest deren Mitte und Kern ist. Deshalb nennt sie sich "katholisch".
Die anderen Kirchen betonen dagegen, dass Christen aller Konfessionen zu der im Glaubensbekenntnis genannten "katholischen" Kirche gehören. Evangelische Christen sagen darum oft lieber "allgemein christlich" oder "christlich" statt "katholisch".


Das Glaubensbekenntnis von Nicäa

 

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
AMEN


Gebete am Morgen

 

Gott, wir danken dir für die Ruhe der Nacht und für das Licht dieses neuen Tages. Lass uns bereit sein, dir zu dienen. Lass uns wach sein für dein Gebot. Sei mit uns in allen Stunden dieses Tages.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Schöpfer des Lichts, Sonne meines Lebens, ich danke dir für diesen neuen Tag. Hilf mir, deinen Willen zu erkennen und zu tun. Gib mir Kraft für die Aufgaben, die mir gestellt sind. Gib mir Mut für die Schritte, die ich tun muss. Gib mir Liebe zu den Menschen, die mir begegnen. Lass mich erfahren, dass du mir nahe bist in allem, was heute geschieht.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Mein Gott, ich habe schlecht geschlafen. Ich fühle mich wie gerädert. So viel Unruhe war in mir, andauernd habe ich auf die Uhr gesehen. Jetzt würde ich am liebsten liegenbleiben, aber das geht nicht. Aufgaben warten auf mich. Lass mir Menschen begegnen, die Geduld haben, wenn ich gereizt reagiere. Ich freue mich schon auf die Ruhe des Abends. Gib du mir die Kraft, die ich heute brauche.
(Evangelisches Gesangbuch)


Gebete am Abend

 

Unser Abendgebet steige auf zu dir, Gott, und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen. Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht. Lass, wenn des Tages Schein vergeht, das Licht deiner Wahrheit uns leuchten. Geleite uns zur Ruhe der Nacht und vollende dein Werk an uns in Ewigkeit.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Der Tag geht zu Ende,und ich kann zur Ruhe kommen. Vieles, was war, geht mir nach, verfolgt mich bis in die Nacht. Dir, mein Gott, vertraue ich alles an: die unerledigten Dinge, die Menschen, die mir heute begegnet sind, die Sorgen, die nicht verschwinden wollen. Bei dir ist alles gut aufgehoben. Bei dir bin ich geborgen. Dir befehle ich mich an mit allem, was ich bin. Geleite mich in deinem Schutz durch die Nacht.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Bleibe bei uns und bei deiner ganzen Kirche. Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt. Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte, mit deinem heiligen Wort und Sakrament, mit deinem Trost und Segen. Bleibe bei uns, wenn über uns kommt die Nacht der Trübsal und Angst, die Nacht des Zweifels und der Anfechtung, die Nacht des bitteren Todes. Bleibe bei uns und allen deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit.
(Evangelisches Gesangbuch)


Kindergebete

 

Wie fröhlich bin ich aufgewacht, wie hab ich geschlafen so sanft die Nacht. Hab Dank, du Vater im Himmel mein, dass du hast wollen bei mir sein. Behüte mich auch diesen Tag, dass mir kein Leid geschehen mag.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu. Vater, lass die Augen dein über meinem Bette sein. Alle, die mir sind verwandt, Gott, lass ruhn in deiner Hand; alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Lieber Gott, ich schlaf nun ein. Schicke mir ein Engelein, dass es treulich bei mir wacht in der langen, dunklen Nacht. Schütze alle, die ich lieb! Alles Böse mir vergib! Kommt der helle Morgenschein, lass mich wieder fröhlich sein.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Lieber Gott, manchmal gehe ich gerne zur Schule. Dann freue ich mich auf die anderen Kinder. Dann macht Lernen Spaß. An anderen Tagen fällt es mir schwer. Vieles verstehe ich nicht. Dann habe ich einfach keine Lust. Bitte, lieber Gott, bleibe bei mir, wenn ich fröhlich bin und wenn ich traurig bin.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Lieber Gott, heute hatten wir Streit. Das Schimpfen und Zanken tut uns allen weh. Trotzdem fangen wir immer wieder damit an. Du, Gott, bist gut zu uns, lass auch uns wieder gut zueinander sein.
(Evangelisches Gesangbuch)


Tischgebete

 

Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast, und segne, was du uns bescheret hast.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Jedes Tierlein hat sein Fressen, jedes Blümlein trinkt von dir; hast auch mich noch nicht vergessen, lieber Gott, wir danken dir.

 

Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott, von dir, wir danken dir dafür.

 

Von deiner Gnade leben wir, und was wir haben, kommt von dir. Drum sagen wir dir Dank und Preis, tritt segnend ein in unsern Kreis.
(Evangelisches Gesangbuch)


Gebete in schweren Situationen

 

Gott, ich habe keinen Menschen, dem ich mich anvertrauen kann. Es sind so viele um mich herum, und doch bin ich allein. Befreie mich aus meiner Einsamkeit und gib mir einen Menschen, mit dem ich reden kann. Lass mich nicht an Menschen vorbeigehen, die auf mich warten und mich brauchen.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Gott, ich stehe vor einer großen Aufgabe. Ich brauche deinen Beistand. Ich bitte dich um innere Ruhe. Lass mich einen klaren Kopf behalten. Gib, dass ich richtige Entscheidungen treffe.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Ich habe lange nicht gebetet. Ich hielt alles für Aberglauben oder Kinderkram. Ich weiß auch nicht, ob es überhaupt richtig ist, dass ich bete und wie ich bete. Ich habe so viel auf dem Herzen und kann es keinem sagen außer dir, Gott. Du kennst mich besser als ich mich kenne. Manchmal denke ich, dass mich keiner richtig versteht. Ich bin mir oft selbst ein Rätsel. Du kannst mir einen Weg zeigen, Gott, und ich bitte dich, dass du es tust.
(Evangelisches Gesangbuch)

 

Gott, am liebsten wäre uns, das Leben könnte ein Fest sein, eine Freude, ein Tanz, ein Glück, möglichst ohne Ende. Aber je mehr Tage und Jahre, Ereignisse und Menschen unser Leben zu einer Lebensgeschichte werden lassen, um so deutlicher wird uns: jede Lebensgeschichte ist auch ein Stück Leidensgeschichte. Herr, wenn die toten Punkte kommen, dann lass uns mit dir reden, von dir hören, aus dir leben: damit wir standhalten, durchkommen, weiterleben, überleben -damit unser Leben über die Hürden hinweg gelingt.
(Evangelisches Gesangbuch)


Gebete in guten Zeiten

 

Gott, lass uns einen neuen Anfang machen Du redest zu uns, zeigst uns andere Wege, öffnest uns die Augen für die Möglichkeiten deiner Welt. Lass uns vorsichtige Schritte tun, hilf uns Kräfte finden in dir. Du behütest uns. Lass uns in die Hut nehmen, die uns anvertraut sind. Wecke in uns das Gefühl des Glücks, dass wir wurzeln in dir. Die Frucht, die an uns wächst, lass uns bereitwillig teilen mit denen, die brauchen, was du uns gibst. Wir danken dir.
Jürgen Frank in:Gottesdienstpraxis Serie A, VI/1, hrsg. von E. Domay, Gütersloh 1989

 

Gott, Du schenkst so unendlich viel und wir danken Dir für Deine große Güte und Gnade. Ich sehe die Wolken und die Sonne, ich sehe den Mond und die Sterne, ich sehe den großen Himmel über mir. Du bist in den Wolken, im Wind und im Stern. Du sendest Wassertropfen zur Erde und tust dem Land wohl mit Deinem Regen. Dadurch werden die Wiesen und die Bäume schön, die Bäche größer und tiefer. Das Wasser fließt, weil Du es schickst, es rinnt über die Äcker, es tropft von den Zweigen, es schlüpft in die Erde und gibt den Wurzeln zu trinken. So machst Du die harten Erdschollen weich mit Deinem Regen. Das Getreide kann wachsen und viele Körner tragen. So machst Du unser Brot. Mensch und Tier dürfen sich Deiner unendlichen Liebe erfreuen. Du sorgst für uns, wir sind bei Dir geborgen. Gib, dass die Menschen Deine Gaben achten und ehren. Wir danken Dir für Deine Liebe!
Heinz-Martin Dormann in: Gottesdienstpraxis Serie B, Taufe, hrsg. von E. Domay, Gütersloh 1993

 

Gott, schenke uns gesundes, behütetes Leben gib gute Zeit und Tage mit klaren Zielen. Wir bitten dich darum für uns und alle, die du uns zu unseren Nächsten gemacht hast. Wir bitten dich um Augen, die hellsichtig sind für Zeichen der Not, für Winke zum Helfen; um offene Ohren, die uns auch die halblauten Bitten anderer hören lassen. Wir bitten dich um Fingerspitzengefühl im Umgang mit schwierigen Menschen; um ein gutes Gedächtnis für die Sorgen, die jemand uns anvertraut hat, und für die Dinge, die wir zu tun versprochen haben. Wir bitten dich um gute Nerven, damit wir uns nicht an Kleinigkeiten gegenseitig zerreiben, denn du willst keine verärgerten Leute. Wir bitten dich um ein fröhliches Gesicht und um ein Lächeln, das aus dem Herzen kommt, denn andere sollen sich an uns freuen können. Du bist uns zugetan, wie eine Freundin, wie ein Freund; Lass uns freundlich zu den Menschen werden. Lass uns in allem so gesinnt sein, wie Jesus Christus gesinnt war.
aus: Dieter Trautwein und Roman Roessler, Für den Gottesdienst, Burckhardthaus-Laetare Verlag, Offenbach/M. 1968, S. 178

 

Liebe Schwester Gott Du hast mich bei meiner Geburt gehalten. Du sangst meinen Namen und warst froh, mein Gesicht zu sehen. Du bist mein Himmel, meine scheinende Sonne; in Deiner Liebe ist immer Platz zu sein und zu wachsen, ein Zuhause zu finden, einen festen Platz. Liebe Schwester Gott. Dir gehört die Liebe, die zuhört, wenn Menschen sich treffen und sich vertrauen, wenn das Teilen wächst, das „ja“ murmelt und wieder „ja“, wenn Seufzer und Verletzungen, zu tief für Worte, ausgesprochen werden, umarmt, akzeptiert, gehört, wenn Mut wächst. Liebe Schwester Gott. In Christus klingt deine Liebe wahr -Direktoren, Sitzungssäle und Bosse verlieren ihre Herrschaft. Dein Dienst, frei von Knechtschaft, bringt eine Liebe hervor, die, stark im Geben, kämpfen kann, leiden, sorgen und leben auf einem besseren Weg. Komm, Schwester Gott. Wir machen eine andere Erde, wo alle wachsen können und wissen, dass Leben gut ist. Wo niemand ausgebeutet wird, gewinnt oder verliert, sondern Schwestern und Brüder, Hand in Hand, das versprochene Land erkunden und nach dem Land der Menschlichkeit streben.
Brian Wren in: Fritsch/Wartenberg-Potter (Hrsg.):Die tägliche Erfindung der Zärtlichkeit. Gebete und Poesie von Frauen aus aller Welt, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 3. Aufl. 1990, S.65f.


Segensworte

 

Gott segne dich und behüte dich, Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
(4. Mose 6, 24-26)

 

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen, möge der Wind dir den Rücken stärken. Möge die Sonne dein Gesicht erhellen und der Regen um dich her die Felder tränken. Und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen, möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.
(Irischer Reisesegen)

 

Gott, voller Liebe wie eine Mutter und gut wie ein Vater, er segne dich: er lasse dein Leben gedeihen, er lasse deine Hoffnung erblühen, er lasse deine Früchte reifen. Gott behüte dich: er umarme dich in deiner Angst, er stelle sich vor dich in deiner Not. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir: wie ein zärtlicher Blick erwärmt, so überwindet er bei dir, was erstarrt ist. Er sei dir gnädig: wenn Schuld dich drückt, dann lasse er dich aufatmen und mache dich frei. Gott erhebe sein Angesicht über dich: er sehe dein Leid, er tröste und heile dich. Er gebe dir Frieden: das Wohl des Leibes, das Heil deiner Seele, die Zukunft deinen Kindern.
(Evangelisches Gesangbuch)




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