Konfession kommt ist abgeleitet von dem lateinischen Wort "confessio", = "Bekenntnis".
Ein Bekenntnis fasst den eigenen Glauben in Worte.
Konfessionen nennt man die Aufspaltungen innerhalb einer Religion.
Auch das Christentum ist in verschiedene Glaubensrichtungen aufgespalten.
Die Katholische Kirche

Das Wort "katholisch" ist abgeleitet aus den griechischen Worten „kata = über“ und „holos = ganz“. Es bedeutet also „über-alles“ oder „allumfassend".
Jesus wandte sich mit seiner Botschaft an alle Menschen der Erde.
Die römisch-katholische Kirche bewahrt diesen Anspruch bis heute in ihrem Namen.
Allerdings haben alle christlichen Kirchen die gemeinsame Aufgabe, die "katholische" frohe Botschaft überall auf der Welt zu verkünden und dafür zu sorgen, dass die einzelnen christlichen Gemeinden vor Ort sich als Teil einer weltumspannenden Gemeinschaft von Christen und Christinnen verstehen.
Im einzelnen bleiben aber mehrere Unterschiede zur evangelischen Kirche.
Unter den christlichen Konfessionen ist die römisch- katholische Kirche die größte christliche Gemeinschaft der Erde mit weltweit 1,033 Milliarden Gläubigen.
In Deutschland (Gesamtbevölkerung 82 Millionen) gehören 26,8 Millionen Menschen der katholischen Kirche an, die von rund 19.000 Priestern betreut werden.
Die einzelnen Pfarrgemeinden sind überregional zu einem Bistum (auch Diözese genannt) zusammengeschlossen. An der Spitze des Bistums steht ein Bischof.
Mehre Bistümer sind zu Kirchenprovinzen zusammengefasst, denen einer der Bischöfe vorsteht. Dieser wird dann auch als Erzbischof bezeichnet, sein Bistum als Erzbistum oder Erzdiözese.
In Deutschland gibt es 27 Bistümer, die auf Bundesebene in der "Deutschen Bischofskonferenz" (DBK) zusammenarbeiten. Ihr Vorsitzender ist Kardinal Karl Lehmann.
Nach katholischer Lehre ist die Kirche der fortlebende Leib Christi auf Erden. Ihr sichtbares Haupt ist der Bischof von Rom, der Papst. Er gilt als der irdische Stellvertreter Christi und höchste Lehrautorität innerhalb der katholischen Kirche. Solch eine zentrale Lehrautorität in einer Person an der Spitze der Kirche kennt die evangelische Kirche nicht.
Wie in Deutschland sind auch in anderen Ländern der Welt die katholischen Gemeinden in (Erz-)Bistümern zusammengefasst, die von Bischöfen geleitet werden.
Alle Bischöfe weltweit, zusammen mit dem Bischof von Rom, bilden die oberste Ebene der kirchlichen Hierarchie.
Ihr gemeinsames Kennzeichen ist die "Apostolische Sukzession": das Stehen in der direkten Nachfolge der biblischen Apostel. Formal macht sich diese Verbindungskette an der Handauflegung mehrerer Bischöfe bei der Weihe eines neuen Bischofs fest.
Unter allen Bischöfen in der Welt hat der Bischof von Rom eine herausragende Stellung. Er wird von den Kardinälen gewählt, den ranghöchsten kirchlichen Würdenträgern nach dem Papst.
Die Kardinäle werden aus dem Kreis der Bischöfe gewählt. Zur Zeit gibt es 120 Kardinäle, die den Papst bei der Regierung der Weltkirche unterstützen.
Die katholische Kirche baut sich insgesamt also von oben nach unten auf, während die evangelische Kirche von unten nach oben strukturiert ist.
Im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens stehen die Sakramente (hier Hyperlink zur Definition Sakramente), die dem Gläubigen die "Heilswirkungen" mitteilen.
In der katholischen Kirche gibt es sieben Sakramente:
1) Taufe
2) Abendmahl
3) Beichte
4) Firmung
5) Krankenölung
6) Priesterweihe
7) Ehe.
Zwei der sieben Sakramente können nur Bischöfe spenden: die Firmung und die Priesterweihe; die anderen jeder Priester. Allein das Sakrament der Ehe spenden sich die Eheleute gegenseitig.
Die evangelischen Kirchen kennen nur zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl.
Der wichtigste Teil in einem katholischen Gottesdienst (Messe) ist das Abendmahl (Eucharistie).
Nach katholischer Lehre ist Christus in Brot und Wein leibhaftig anwesend, Brot und Wein werden in den Leib Christi "gewandelt".
Nach evangelischer Auffassung ist Christus in Brot und Wein gegenwärtig, aber Brot und Wein werden nicht wirklich in den Leib und das Blut Christi verwandelt.
In der katholischen Kirche können verdienstvolle Menschen heiliggesprochen und dann als Fürsprecher vor Gott angerufen werden.
Der Brauch der Heiligenverehrung geht bis auf die ersten christliche Jahrhunderte zurück. Zuerst waren es die Märtyrer, die man verehrte und um ihre Fürsprache bei Gott anrief. Das Vorbild, das Heilige und Selige geben, stößt bis heute auf großes Interesse. Heilige nach heutigem Sprachgebrauch überspringen die Mauern der Konfessionen. Als Heilige werden Franziskus von Assisi, Mutter Teresa, Martin Luther King, Dietrich Bonhoeffer oder Mahatma Gandhi in einem Atemzug genannt.
Die evangelische Kirche kennt keine Heiligenverehrung.
Eine prominente deutsche katholische Christin jüdischer Herkunft wurde 1998 in Rom von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen: Edith Stein (geboren 1891 in Breslau, 1942 in Auschwitz ermordet).
(Weitere Informationen zu Heiligen sowie Biografien und Festtage unter: www.heiligenlexikon.de)
Das Priesteramt können in der katholischen Kirche nur Männer ausüben, die zölibatär (ehelos) leben müssen.
In der evangelischen Kirche können auch Frauen das Pfarramt ausüben (volle Gleichberechtigung innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland aber auch erst seit 1975). Es besteht keine Pflicht zur Ehelosigkeit
Alle verbindlichen Lehr- und Glaubensaussagen für die Gläubigen schöpft die katholische Kirche aus drei Quellen: - aus den geschriebenen Texten der Bibel ("Schrift")- aus dem Schatz der mündlichen Glaubenserfahrungen ("Tradition")- aus den Texten und Feierformen des Gottesdienstes ("Liturgie").Die evangelische Kirche kennt nur eine maßgebliche "Richtschnur" für alle Glaubensaussagen, und das ist die Bibel ("Schrift").
Über Jahrhunderte hinweg gab es von beiden Seiten aus Kirchenkämpfe und Kirchenkriege, die viel Schaden angerichtet haben. Dadurch haben beide Kirchen an ihrer Glaubwürdigkeit verloren.
Vor allem im 20. Jahrhundert sind die Bemühungen verstärkt worden, die Trennung zwischen der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu überwinden und aufeinander zuzugehen.
Gemeinsame Veranstaltungen sind heute "gang und gäbe" und unter dem Begriff "Ökumene" zusammengefasst. „oikumenä“ ist das griechische Wort für den gesamten bewohnten Erdkreis, für die gesamte Zivilisation. Es umfasst also alle menschlichen Gesellschaften –alle „Konfessionen“.
Weitere Informationen zur Römisch-Katholischen Kirche unter:
www.vatican.va (Offizielle internationale Homepage des Papstes)
www.kath.de (Übersichtsseite der römisch-katholischen Kirche in Deutschland)
www.dbk.de (Deutsche Bischofskonferenz)
www.katholische-kirche.de (Webpräsentation im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz)
Alt-Katholische Kirche

Nach dem 1. Vatikanischen Konzil 1870 entstanden überall im deutschsprachigen Raum Kirchengemeinden von katholischen Christen, die den auf dem Konzil aufgestellten neuen Glaubenssatz von der Unfehlbarkeit des Papstes in Fragen des Glaubens und des Lebens der Christen nicht annehmen konnten. Sie schlossen sich zu den "Alt-Katholiken" zusammen, die sich zur "alten Lehre" der katholischen Kirche der ersten 1000 Jahre bekennen. Der Wichtigste Theologe bei der Gründung der Alt-Katholischen Kirche war Johann Joseph Ignaz von Döllinger.
Die Alt-Katholische Kirche hat eine bischöflich-synodale Kirchenverfassung. Das heißt, die Kirchenverfassung verbindet das historische Bischofs- und Priesteramt mit demokratischen Strukturen. In ihren Gottesdiensten wurde damals bereits die deutsche Landessprache eingeführt, in der Römisch Katholischen Kirche erst nach dem 2. Vatikanischem Konzil (1963-1965).Für die Geistlichen der Alt-Katholischen Kirche besteht keine Verpflichtung zur Ehelosigkeit. Seit 1994 dürfen auch Frauen die Priesterweihe empfangen. Die Alt-Katholiken haben den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Etwa 25.000 Mitglieder gehören zum "Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland".
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Die Evangelischen Kirchen

Schon vor Martin Luther hatte es Bemühungen um eine Reform (Erneuerung) der Römisch-Katholischen Kirche gegeben. Aber erst Luther löste eine große religiöse Erneuerungsbewegung aus, die im 16. Jahrhundert schließlich zur Entstehung der evangelischen Kirchen führte. Das Wort "Reformation" zeigt, dass Martin Luther und die anderen Reformatoren keine neue Kirche gründen, sondern vielmehr die alte "reformieren" wollten. Sie wollten die bestehende Institution der Kirche von Missständen reinigen, öffnen und an Traditionen aus der Gründungszeit der Kirche rückkoppeln.. Um der Bewegung gegen alle Widerstände Bestand zu geben, war die Instintutionalisierung unumgänglich: Aus dem Bemühen um Erneuerung wurden selbständige Kirchen.
In Deutschland (Gesamtbevölkerung 82 Millionen) sind 26,8 Millionen Menschen Mitglied der evangelischen Kirche, die von 24.900 Pfarrern und Pfarrerinnen betreut werden. Es gibt in Deutschland im Grunde nicht "die" evangelische Kirche, sondern einzelne, selbständige sogenannte „Landeskirchen“.
Das System der Landeskirchen stammt aus Zeiten, in denen Deutschland keine politische Einheit bildete sondern in verschiedene Kleinstaaten (Grafschaften, Fürsten- und Fürstbistümer) aufgespalten war. Der jeweilige Landesherr bestimmte die konfessionelle Zugehörigkeit seines Staates, es bildeten sich Landskirchen für die jeweiligen Staaten. Sie politische Einigung Deutschlands gelang 1871, die 23 Landeskirchen blieben als selbständige Kirchen bestehen und entsprechen somit nicht den Grenzen der erst 1948 gegründeten Bundesländer. Die Landeskirchen haben sich unter dem Dach der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ (EKD) zusammengeschlossen. Der Vorsitzende des Rates der EKD ist der Beliner Bischof Wolfgang Huber.
Die evangelische Kirche ist von unten nach oben gegliedert. Jede Kirchengemeinde wählt aus ihren Mitgliedern den Kirchenvorstand (Presbyterium), der die gemeindliche Arbeit bestimmt und verantwortet.
Das Presbyterium sendet gewählte Delegierte aus ihren Reihen in die Kreissynode, die den Kirchenkreis leitet.
Die Kreissynode entsendet aus ihrer Mitte die Delegierten zur Landessynode. Sie ist das höchste Leitungsgremium einer Landeskirche und vergleichbar mit dem Landtag auf politischer Ebene. Wenn die Synode nicht tagt führt der Kreissynodalvorstand bzw. die Kirchenleitung die Amtsgeschäfte. Den Vorsitz in diesem Gremium hat für den Kirchenkreis der Superintendent, für die Kirchenleitung der Präses bzw. der Bischof inne 8wenn es sich um eine bischöfliche Kirche handelt).
Auch die Landeskirchen entsenden also noch einmal aus ihrer Landessynode Abgeordnete zur EKD-Synode, die aus 120 Personen besteht..
Der "Rat" der EKD ist ein kleineres gewähltes Gremium aus der EKD-Synode mit dem "Ratsvorsitzenden" an seiner Spitze.
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Die lutherischen Kirchen

Wie der Name schon zeigt, haben die Aussagen Luthers über den christlichen Glauben einen hohen Stellenwert innerhalb der lutherischen Kirchen. Das kleine lateinische Wörtchen "sola" hat für die lutherische Lehre dabei die größte Bedeutung: Gott befreit den Menschen "sola gratia" - "allein aus Gnade"von der Sünde. Der Mensch erwirbt sich sein Heil bei Gott nicht durch eigene Verdienste und durch gute Werke, sondern "sola fide" - "allein aus dem Glauben". Für die Lehre maßgebend ist "sola scriptura" - "allein die Schrift", gemeint ist die Bibel.
Im Mittelpunkt des lutherischen Gottesdienstes steht die Predigt. Die Struktur der mittelalterlichen, katholischen Messe wurde aber im Wesentlichen beibehalten.
Allerdings wurde der Gottesdienst von vornherein nicht auf lateinisch, sondern in der Landessprache gefeiert.
Zum Abendmahl werden Brot und Wein gereicht. In beiden Elementen ist Christus in besonderer Weise "real" gegenwärtig.
Großen Einfluss auf die lutherische Lehre haben die "Bekenntnisschriften" aus dieser Zeit, u.a. "Der Kleine Katechismus", "Der Große Katechismus" von Luther (1529), und das "Augsburger Bekenntnis" von Melanchthon (1530).
Weltweit gehören 64 Millionen Christen der Lutherischen Kirche an.
Weitere Informationen unter: http://www.velkd.de (Die VELKD steht für "Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands". Sie ist der Dachverband aller deutschen lutherischen Landeskirchen.)
http://www.lutheranworld.org (Der "Lutherische Weltbund" ist die Dachorganisation aller lutherischen Kirchen weltweit mit Sitz in Genf.)
Die reformierten Kirchen

Auch die reformierte Kirche hat ihre Wurzeln in der Reformation des 16. Jahrhunderts. Zu ihren Vätern zählen Ulrich Zwingli (1484-1531), der Reformator Zürichs, und Johannes Calvin (1509-1564), der Reformator Genfs. Als "Reformierte" bezeichnen sich evangelische Christen, die sich mehr auf Zwingli und Calvin als auf Luther berufen.
Zwar versuchten Lutheraner und Reformierte von Anfang an, eine Verständigung hinsichtlich ihrer Glaubensaufassungen zu erzielen und so eine weitere konfessionelle Aufspaltung der neuentsandenen Kirchen der reformation zu vermeiden. Es ist ihnen aber bis heute trotz entsprechender Übereinkünfte nicht recht gelungen. Die Schwierigkeiten stecken vor allem im Abendmahlsverständnis: Die Reformierten feiern ein reines "Erinnerungsmahl" an Jesu Leiden und Sterben und lehnen eine wirkliche Gegenwart ("Realpräsenz") Christi in Brot und Wein ab.
Auch gaben die Reformierten stärker als die Lutheraner den traditionellen Ablauf der katholischen Messe auf und feierten ihre Gottesdienste mit Gebet, Bibellesungen, Predigt und Psalmengesang.
Ihre Kirchen sind schlicht gestaltet, ohne Bilderschmuck, ohne Altäre. Ein Abendmahlstisch, eine Kanzel, eine Orgel - das reicht.
Wichtigste Lehrschrift ist bei den Reformierten, neben der Bibel, der "Heidelberger Katechismus" von 1563.
Ansonsten sind sie den Lutheranern doch sehr nahe, gerade was die "sola" angeht: allein die Schrift, allein der Glaube, allein die Gnade, allein Christus.
75 Millionen Gläubige gehören weltweit der reformierten Kirche an.
Weitere Informationen unter:
http://www.reformiert.de (Evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland)
www.warc.ch/de (Der "Reformierte Weltbund" ist die Dachorganisation aller reformierten Kirchen weltweit mit Sitz in Genf.)
Die unierten Kirchen

In einigen Gegenden Deutschlands schlossen sich im 19. Jahrhundert lutherische und reformierte Kirchen zur "Evangelischen Kirche der Union" zusammen. Die Initiative ging vom preußischen König Friedrich Wilhelm III aus, der solcherart die konfesionelle Spaltung überwinden helfen wollte.
Die unierten Kirchen haben kein "drittes Bekenntnis" formuliert, sondern betonen das, was zwischen den lutherischen und reformierten Bekenntnissen an Gemeinsamkeiten bestehen. Weitere Informationen unter: www.uek-online.de (Die "EKU" steht für "Evangelische Kirche der Union". Sie ist die Dachorganisation von sieben unierten Landeskirchen in Deutschland.)
Am 1. Juli 2003 wurde die EKU mit der Arnoldshainer Konferenz zur "Union Evangelischer Kirchen" (UEK) vereinigt.
Die Anglikanische Kirche

Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury,
Oberhaupt der Anglikanischen Kirche
Die anglikanische Kirche hat ihren Ursprung und ihre Hauptverbreitung in England. Schon um das Jahr 314 n.Chr. gab es in Großbritannien christliche Gemeinden mit britischen Bischöfen. Der Begriff "anglikanisch" bezeichnet sowohl Lehre und Gebräuche, die im England des 15. Jahrhunderts entwickelt wurden. "Anglikanisch" ist aber auch eine Abgrenzung zur Entstehung des Protestantismus in Europa im 16. Jahrhundert.
Eine gewisse Rolle bei der weiteren Entstehung der anglikanischen Kirche spielte der damalige englische König Heinrich VIII. (König von 1509-1547).Er bat den Papst um die Ungültigkeitserklärung seiner Ehe mit Katharina von Aragonien, da aus dieser Ehe kein männlicher Thronfolger hervorging. Als ihm dies verweigert wurde, sagte sich der König von Rom los. Das bedeutete damals, dass sich England kirchenrechtlich von der römisch- katholischen Kirche trennte. Innerhalb der anglikanischen Kirche verbinden sich katholische Traditionen (Bischofsamt/ liturgische Ordnung) mit protestantischen Elementen. Die Anglikaner sehen sich selbst als die "reformierte (erneuerte) katholische Kirche". Es gibt sieben Sakramente, wobei die Taufe und das Abendmahl als wesentlicher erachtet werden. Der englische Monarch ist das weltliche "Oberhaupt" der "Church of England". Die anglikanische Kirche in England ist also eine Staatskirche. In anderen Ländern hat sie den Status einer Freikirche.
Bindeglied aller anglikanischen Kirchen weltweit ist die "Lambeth-Konferenz", zu der sich unter dem Ehrenvorsitz des Erzbischofs von Canterbury (England) alle anglikanischen Bischöfe versammeln. ).
Besucher anglikanischer Gottesdienste fühlen sich häufig an römisch-katholische Gottesdienste erinnert. Grundmuster des Gottesdienstes sind der feierliche Einzug des Priesters, die Eucharistiefeier (Abendmahl) in der Struktur der Messe, die Wechselgesänge zwischen Gemeinde und Chor.
Weltweit gibt es rund 75 Millionen anglikanische Christen, davon etwa 42 Millionen allein in Großbritannien.
Weitere Informationen unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anglikanische_Kirche
Die Orthodoxe Kirche

"Orthodox" heißt "rechtgläubig" oder auch "auf rechte Weise loben". Die orthodoxen Kirchen sind sehr viel älter als die evangelischen Kirchen, die erst im 16. Jahrhundert entstanden sind. Die Koptische Kirche in Ägypten zum Beispiel ist schon im 5. Jahrhundert n. Chr. entstanden. Auch die Äthiopische Kirche (in Äthiopien) und die Armenische Kirche (in Armenien) sind sehr alte christliche Kirchen.
1054 kam es zur Spaltung zwischen der römisch-katholischen Kirche, die sich vor allem in Westeuropa ausgebreitet hat und den orthodoxen Kirchen, die hauptsächlich in Osteuropa Zuspruch fanden (daher auch "Ostkirche" genannt).
Zur Ostkirche gehören auch die Griechisch- Orthodoxe Kirche und die Russisch-Orthodoxe Kirche, die im 15. Jahrhundert entstanden ist.
Die einzelnen orthodoxen Kirchen sind unabhängig voneinander und werden jeweils von einem geistlichen Oberhaupt geleitet. Er nennt sich aber nicht Papst, sondern Patriarch. Priester können in der Ostkirche verheiratet sein.
Viel stärker als in der katholischen und evangelischen Kirche bestimmen feierliche Gewänder und festliche Gesänge den Gottesdienst.
Der orthodoxe Gottesdienst hat den Charakter eines "Gesamtkunstwerkes": Denken, Schauen und Fühlen werden gleichermaßen angesprochen. Mit Gesängen und Symbolen wird der Glaube im Gottesdienst erfahrbar gemacht.
Weitere Informationen unter:
http://www.orthodox.de
www.members.aol.com/KircheRuss (Russische Orthodoxe Kirche für Deutschland)
http://www.mitropolia-ro.de (Rumänische Orthodoxe Kirche für Deutschland)
http://www.confessio.de (Adressen)
http://www.oekumene-ack.de (Adressen)
Die Freikirchen
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Freikirchen sind Kirchen und Glaubensgemeinschaften, die sich äußerlich und inhaltlich von den beiden großen Volkskirchen (evangelisch/ katholisch) unterscheiden. Der äußerlicher Unterschied ist leicht zu erkennen: die Freikirchen wollen frei sein von jeder rechtlichen Bindung an den Staat; daher auch die Bezeichnung "Freikirche". Die Freikirchen ziehen keine Kirchensteuern über den Staat ein. Sämtliche Aufwendungen werden aus Spenden und freiwilligen Beiträgen der Mitglieder bestritten. Die inhaltlichen Unterschiede betreffen das Glaubensverständnis, das geistliche Amt, die Sakramente, die persönliche Frömmigkeit. Jede Freikirche hat ihre eigene Geschichte und Prägung. Zwei seien hier näher vorgestellt, die Baptisten und die Methodisten.
Zu den konfessionellen Freikirchen zählen u.a. die "Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche", die "Alt-reformierte Kirche", die "Alt-Katholische Kirche". Zu den klassischen Freikirchen gehören neben den Baptisten und Methodisten u.a. der "Bund Freier Evangelischer Gemeinden" (nicht zu verwechseln mit den Baptisten), die "Adventisten", die "Heilsarmee", die "Herrnhuter Brüdergemeine", die "Quäker", der "Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden" und die "Mennoniten".
Informationen über diese Freikirchen unter:
Die Baptisten

Ihr Name leitet sich von dem griechischen Wort für "taufen" ab. Die erste Baptistengemeinde ist 1609 in Amsterdam gegründet worden.
Die Baptisten taufen Menschen ausschließlich im religionsmündigen Alter, also Menschen, die ihren Glauben vor der versammelten Gemeinde in eigenen Worten zum Ausdruck bringen können. Eine Konfirmation entfällt daher. Die Taufe wird durch Untertauchen im großen Taufbecken oder in freien Gewässern vollzogen. Die Taufe ist für die Baptisten kein Sakrament, durch das der Getaufte eine besondere Gnade empfängt. Sie ist öffentliches Bekenntnis zum Tod und zur Auferstehung Christi. Auch das Abendmahl ist kein Sakrament.
Die einzelne Kirchengemeinde vor Ort trifft alle relevanten Entscheidungen. Auch die Selbständigkeit und Mitverantwortung der einzelnen Mitglieder wird groß geschrieben.
Zwar gibt es auch wie in den Volkskirchen übergeordnete Gremien; aber sie haben sehr viel weniger Einfluss auf die Einzelgemeinde vor Ort. Auch darin unterscheiden sie sich von den Volkskirchen.
Heute gibt es weltweit 70 Millionen Baptisten. Die meisten von ihnen leben in den USA.
Weitere Informationen unter:
www.baptisten.org (Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland)
www.ebf.org ("Europäische Baptistische Föderation" ist der Bund aller baptistischen Gemeinden in Europa und im Nahen Osten)
www.bwanet.org (Der "Baptistische Weltbund" ist die Dachorganisation aller baptistischen Gemeinden weltweit mit Sitz in Washington.)
Die Methodisten

John Wesley (1703-1791) war ein Pfarrer, der die anglikanische Kirche in England erneuern wollte. Die offizielle Kirche in England verbot ihm, in ihren Kirchen zu predigen. So predigte er im Freien und sammelte seine Anhänger in eigenen Gemeinschaften. Wesley wurde zum "Vater" der Methodisten. Die methodistische Kirche steht den reformatorischen Kirchen nahe. Betont wird das "geheiligte Leben", das auch die diakonische Hilfe für Menschen in Not beinhaltet.Zur methodistischen Kirche gehören diejenigen, die getauft sind und persönlich ihren Glauben bekennen können. Weltweit gehören 60 Millionen Christen der methodistischen Kirche an. Weitere Informationen unter:www.emk.de (Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland)www.umc-europe.org (Dachverband aller methodistischen Kirchen auf europäischer Ebene)www.umc.org(Dachverband aller methodistischen Kirchen weltweit)