Familien ohne Erwachsene

 |  | 
|  Tungabire (l.) mit ihrer Familie. (Foto: Weimer)
|
Sie heißen Tungabire, Yahariyende, Bayahore, Nyiramahirwe und Bankundiye. Die fünf Mädchen leben als Familie zusammen. Eltern haben sie keine mehr. Sie starben vor elf Jahren während des Genozids. Tungabire ist die Älteste, gerade mal 20 Jahre alt. Sie hat die Verantwortung für ihre Geschwister übernommen. Zur Schule geht sie schon lange nicht mehr. Dazu fehlt die Zeit und das nötige Geld. Zum Überleben bewirtschaften die Geschwister die elterlichen Felder weiter, so gut sie es können - ohne Schutz, ohne Hilfe. 
 Ein Projekt aus Rwanda

Kinderfamilien wie diese gibt es zu Hunderten in Rwanda. Deren Situation zu verbessern hat sich das Projekt „Kinderfamilien“ zur Aufgabe gemacht. Die Anregung für das Hilfsprogramm kommt aus Rwanda selbst – vom Diakonie-Komitee der Synodalregion Rubengera, mit dem der Kirchenkreis An Nahe und Glan seit 1991 partnerschaftlich verbunden ist.
 Perspektive: Hoffnung

Allein in der Synodalregion Rubengera leben über 1500 Kinder und Jugendliche in 407 solcher Kinderfamilien. Die Kinder haben Ihre Eltern durch den Völkermord 1994 oder durch Aids verloren. Das Projekt „Kinderfamilien“ will die Lebenssituation der Vollwaisen durch menschliche und materielle Unterstützung verbessern und ihnen eine Perspektive der Hoffnung verschaffen. Das Programm läuft als Hilfe zur Selbsthilfe drei Jahre lang.  60 Euro für ein besseres Leben

 |  | 
|  Ziegen sind ein großer Reichtum in Rwanda. Für Kinderfamilien sind sie meist unerreichbar. (Foto: Weimer)
|
Mit nur 60 Euro helfen Sie einer Kinderfamilie ein Jahr lang. Durch Ihre Spende erhalten die Vollwaisen eine Ziege für Viehzucht, Milch und Käse, eigene Hacken und Gießkannen sowie regional angepasstes Saatgut. Lebensmittelgaben helfen gegen die Mangelernährung, bis die Selbsthilfe greift. Pädagogische Mitarbeiter begleiten die Kinder in ihrem Alltag.
 Neu: Zusätzliche Krankenversicherung

Auf Anregung des rheinland-pfälzischen Koordinierungsbüros in Kigali/Rwanda soll nun die oben beschriebene Selbsthilfe um eine Basis-Krankenversicherung erweitert werden. Der Synodale Fachausschuss Rwanda, der das Projekt in Deutschland begleitet, hat dies im Dezember 2005 seinen Partnern in Afrika vorgeschlagen. Andréanne Kabazayire schreibt dazu: "Wie sie in Ihrem Brief erwähnen ist die medizinische Betreuung sehr wichtig. Wir haben sie nicht außer acht gelassen, weil wir nicht daran gedacht hätten. Wir hatten Angst vor den Gesamtkosten."
3050 Euro pro Jahr sind nötig, um den 407 Kinderfamilien eine medizinische Basisversorgung zu sichern. 
|