Synode tagt erstmals unter Harkes Leitung

Erstmals unter der Leitung von Superintendent Marcus Harke kam die Synode zu ihrer Herbsttagung zusammen.

BAD KREUZNACH. Mindestens zehn Prozent weniger an Kirchensteuer erwartet der Kirchenkreis An Nahe und Glan für das kommende Jahr. Die Synode beschloss auf ihrer Herbsttagung den Haushaltsplan und beriet über die Neuordnung der Verwaltung in den Gemeinden. Erstmals leitete Superintendent Marcus Harke das oberste Beschlussgremium des Kirchenkreises. Von den insgesamt 107 Delegierten aus den 32 Gemeinden kamen 72 im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zusammen.

 

In seinem Jahresbericht ging Marcus Harke unter anderem auf den 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November ein und kritisierte, dass in den Feierlichkeiten das Gedenken an die Pogromnacht 1938, den Beginn der systematischen Verfolgung der Juden in Deutschland, beinahe völlig untergegangen sei. „Der Weg zur Einheit kann nicht über das Vergessen der gemeinsamen Schuld erkauft werden“, betonte Harke und würdigte die Gedenkstunde für die Deportierten in Bad Sobernheim. Der Superintendent rief zur Erinnerung an alle Opfer von Krieg und Faschismus am Mahnmal „Feld des Jammers“ in Bretzenheim am kommenden Totensonntag auf.

 

Neben lokalen Ereignissen hob Harke die Wahl von Bischöfin Margot Käßmann zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland hervor, womit der Rat Mut bewiesen habe, neue Wege zu gehen. Die Wahl sei konsequent, auch wenn sich konservative Christen an der Scheidung Käßmanns stießen. „Sollen evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer heiraten dürfen, gehört die andere Seite eben auch dazu“, erklärte Harke. Vom 120-jährigen Bestehen der „kreuznacher diakonie“ schlug der Superintendent einen Bogen zum Wirken der Frauenhilfe, die in Monzingen und Staudernheim Jubiläen feierte. Er betonte die enge Verbindung beider Einrichtungen, deren Arbeit vor Ort untrennbar miteinander verwoben sei. Schließlich betonte Harke die besondere Bedeutung des evangelischen Pfarrhauses und meinte: „Vielleicht sollten wir noch einmal bedenken, was wir hier aufgeben, wenn wir jede Förderung künftig einstellen.“

 

Gemeindebüros für die Verwaltungsarbeit möchten die Kirchengemeinde möglichst in ihrer Nähe erhalten. Die Zahl der Theologen im Kirchenkreis reduzierte sich im Jahr 2009 um 12 und die Tendenz ist weiter sinkend. Daher sieht das Strukturpapier „Vertraut den neuen Wegen“ eine Entlastung der Pfarrer von der Verwaltungsarbeit vor. In Arbeitsgruppen, zusammengesetzt aus den fünf Nachbarschaften, äußerten die Synodalen ihre Vorstellungen über die künftige Unterstützung in der Gemeindeverwaltung. Dabei wurde einhellig dafür plädiert, die bestehenden Gemeindebüros als Anlaufstellen zu erhalten. Die Gemeindesekretärinnen wissen nicht nur, wo der Kirchenschlüssel zu finden ist und welcher Küster Dienst hat, sie sind auch wichtige Partner für Gemeindegruppen. Eine Kommission soll nun den Bedarf in den Nachbarschaften ermitteln und einen Katalog der Leistungen des zentralen Verwaltungsamtes in Bad Kreuznach aufstellen, damit dessen Arbeit und die damit verbundenen Kosten transparenter werden.