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Glossar

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A

Abrechnungsobjekt

Ein Abrechnungsobjekt ist ein Gliederungselement für die Kostenrechnungssicht in der MACH-Software. So wird u.a. die Gliederung des Haushaltsbuchs in Handlungsfelder, Teilhandlungsfelder und Handlungsobjekte durch Abrechnungsobjekte erzeugt. Mit Abrechnungsobjekten werden aber auch die Kostenstellen, wie z.B Verwaltung, Pfarrdienst, Gebäude oder Finanzwirtschaft gebildet. Schließlich kann man auch einzelne Projekte oder einzelne Freizeiten durch Abrechnungsobjekte darstellen. Die Abrechnungsobjekte werden entsprechend der Anlage 12 (Systematik der Kostenträger) und der Anlage 13 (Systematik der Kostenstellen) zur KF-VO gebildet.

Abschreibung

Unter der Abschreibung versteht man den Betrag, der bei Gegenständen des abnutzbaren Anlagevermögens die im Laufe der Nutzungsdauer eingetretene Wertminderung an den einzelnen Vermögensgegenständen erfassen soll und der periodengerecht in der Ergebnisrechnung als Aufwand bzw. in der Kosten- und Leistungsrechnung als Kosten angesetzt wird.

Aktiva

Summe aus Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sowie ggf. „Nicht durch Reinvermögen gedeckter Fehlbetrag", die in der Bilanz die Mittelverwendung nachweist.

Anhang zum Jahresabschluss

Bestandteil des Jahresabschlusses, in dem besondere Erläuterungen zum besseren Verständnis der Ermittlung des Jahresergebnisses und zu nicht bilanzierten wirtschaftlichen Belastungen künftiger Haushaltsjahre aufzunehmen sind.

Anlagen im Bau

Bilanzposition, die während der Bauphase sämtliche Baukosten erfasst. Sobald die Baumaßnahme abgeschlossen ist, das Bauwerk in seinen wesentlichen Bestandteilen in Betrieb genommen wird und damit als Anlagevermögen aktiviert wird, wird die Position in die Bilanzposition des Anlagevermögens (z.B. Grundstück mit Betriebsbauten oder Wohnbauten) umgebucht. Soweit ein vorhandenes Bauwerk lediglich instandgehalten wird, sind die Kosten für eine solche Baumaßnahme Instandhaltungsaufwand. Dieser ist nicht auf das Konto „Anlagen im Bau", sondern auf das Konto „Instandhaltungsaufwand" zu buchen.

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen umfasst alle Gegenstände, die dazu bestimmt sind, von der kirchlichen Körperschaft dauerhaft genutzt zu werden. Hierzu gehören immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. Lizenzen), Sachanlagen (z.B. Grundstücke und Gebäude) und Finanzanlagen (z.B. Kapitalanlagen und Beteiligungen).

Anordnungen

Förmliche Aufträge der die Haushaltsansätze bewirtschaftenden Einheiten in Form von Zahlungs- oder Buchungsanordnungen an die Finanzbuchhaltung zur Ausführung des Haushalts.

Anschaffungskosten

Anschaffungskosten sind Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten. Minderungen des Anschaffungspreises sind anzusetzen.

Aufwand

In Geldeinheiten ausgedrückter, aber nicht notwendigerweise zahlungswirksamer Werteverzehr einer Organisationseinheit in einem Zeitabschnitt, der in der Ergebnisrechnung den Erträgen gegenübergestellt wird.

Außerplanmäßige Haushaltmittel (Haushaltsermächtigung)

Haushaltsmittel, für deren Zweck im Haushalt keine Ansätze (Ermächtigung) veranschlagt und auch keine Haushaltsreste aus Vorjahren verfügbar sind.

Ausgabe

Zugang von Gütern und Dienstleistungen. Soweit der Zugang nicht zugleich mit einem Zahlungsmittelabfluss verbunden ist, entsteht eine Verbindlichkeit (Schuldrechtsverhältnis).

Auszahlung

Abfluss von flüssigen Mitteln (Verminderung des Bargeldbestands und Belastung der Girokonten).

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B

Barvorschuss

Siehe Handvorschüsse.

Baumaßnahme (investiv)

Ausführung eines Neu-, Erweiterungs- oder Umbaus sowie die Instandsetzung an einem Bau, soweit sie nicht der laufenden Bauunterhaltung dient.

Beteiligungen

Als Beteiligungen sind alle Anteile der kirchlichen Körperschaft, d. h. die mitgliedschaftlichen Vermögens- und Verwaltungsrechte an Organisationseinheiten einzuordnen, die in der Absicht gehalten werden, eine dauernde Verbindung zu diesen Organisationseinheiten herzustellen. Als Beteiligungen kommen dabei Anteile an Kapitalgesellschaften (auch gemeinnützige Gesellschaften) und Anteile an sonstigen juristischen Personen (insbesondere Verbände nach §1(2) Verbandsgesetz) in Betracht.

Bilanz

Eine Bilanz ist eine auf einen Stichtag bezogene Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital einer Organisationseinheit. Die Bilanz wird in einer zweispaltigen Tabelle (Kontenform) dargestellt. In der linken Spalte („Aktiva") werden die Vermögensgegenstände und in der rechten Spalte („Passiva") das Eigen- und Fremdkapital des Unternehmens aufgeführt. Das Eigenkapital wird in der kirchlichen Bilanz „Reinvermögen" genannt. Die Bilanz ist immer ausgeglichen.

Bilanzergebnis

Der ergebniswirksame Teil der kirchlichen Haushaltsplanung und -ausführung umfasst regelmäßig die Bewirtschaftung von Rücklagen. Ein Abbau von Gewinn- oder Verlustvorträgen kann enthalten sein. Die sich aus den haushaltsrechtlichen Vorschriften und/oder Gremienbeschlüssen ergebenden Einstellungen in bzw. Entnahmen aus Rücklagen stellen bilanztechnisch Ergebnisverwendungen dar. Sie sind daher nach der Ermittlung des Jahresergebnisses auszuweisen und führen so zum Bilanzergebnis. Die Ermittlung des Bilanzergebnisses richtet sich nach dem Schema der Ergebnisrechnung bzw. -planung der EKiR.

Buchgeld

Buchgeld (auch Giralgeld, Geschäftsbankengeld) ist ein Begriff im Rechnungs- bzw. Bankwesen für Geld, welches nicht als Bargeld (also in Form von Scheinen oder Münzen) vorliegt, sondern als sofort liquidierbares Bankguthaben auf einem Konto. Im Wesentlichen unterscheidet man bei Buchgeld zwischen Sichteinlagen (Kontoguthaben) und Krediten (z.B. Überziehungskredite).

Budget

Unter einem Budget ist ein finanzieller Rahmen zu verstehen, der einer Person (Budgetverantwortliche bzw. Budgetverantwortlicher) für die Realisierung vorgegebener oder vereinbarter Ziele, Produkte oder Leistungen zur eigenverantwortlichen Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt wird.

Budgetüberschuss

Mittel, die von den Budgetverantwortlichen im Rahmen der Haushaltsermächtigung angesammelt wurden und in den Folgejahren ohne Genehmigung der zuständigen Stelle zur Verfügung stehen. Ein Budgetüberschuss entspricht einem Haushaltsrest. Diese sind in einer Liste dem Jahresabschluss beizufügen.

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C

Controlling

Controlling ist ein Instrument zur Unterstützung der Leitung und Steuerung der kirchlichen Arbeit durch die Bereitstellung und zukunftsorientierte Auswertung geeigneter Informationen (Berichtswesen), insbesondere aus dem Rechnungswesen, um das Erreichen gesetzter Ziele zu sichern. Controlling besteht aus einem Regelkreis aus Setzung von Zielen (Soll), Messungen der Zielerreichung (Ist) und ggf. Vorschlag von Korrekturen bei Soll-Ist-Abweichungen. Controlling wird von der Führungskraft oder dem Leitungsorgan selbst wahrgenommen oder durch eine Stelle oder Person, die mit dieser Aufgabe beauftragt ist. Es handelt sich um ein internes Instrument und ist von der ggf. installierten internen Revision oder der externen Prüfung bzw. aufsichtlichen Kontrolle zu unterscheiden.

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D

Daueranordnung

Anordnung für die Buchung von wiederkehrenden Geschäftsvorfällen. Dasselbe gilt für wiederkehrende Zahlungen innerhalb eines Haushaltsjahrs, soweit nicht bereits der zugrundeliegende Geschäftsvorfall angeordnet wurde.

Deckungsbeitrag, Deckungsbeitragsrechnung

Spezielle Form der Erfolgsrechnung, bei der stufenweise die Deckung der Kosten durch die Erlöse eines Produkts mithilfe der Kosten- und Leistungsrechnung ermittelt wird.

Deckungsfähigkeit

a. echte Deckungsfähigkeit

Minderaufwendungen bei einer Haushaltsposition können für Mehraufwendungen bei anderen Haushaltspositionen (einseitige Deckungsfähigkeit) oder zusätzlich auch umgekehrt (gegenseitige Deckungsfähigkeit) verwendet werden.

b. unechte Deckungsfähigkeit

Mehrerträge bei einer Haushaltsposition können für Mehraufwendungen bei anderen Haushaltspositionen verwendet werden.

Deckungslücke Substanzerhaltungsrücklage

Differenz aus zu bildender Substanzerhaltungsrücklage und tatsächlich gebildeter Substanzerhaltungsrücklage.

Deckungskreis

Konten, die untereinander deckungsfähig sind, können zu einem Deckungskreis zusammengefasst werden.

Dezentrale Ressourcenverantwortung

Weiterführung der Budgetierung. Während durch die Budgetierung nur die Ressource Finanzen dezentralisiert wird, wird bei der dezentralen Ressourcenverantwortung den Organisationseinheiten die Verantwortung für die Leistungserstellung in jeglicher Hinsicht übertragen (Finanzen, Personal, Sachmittel).

Doppelseite

Gliederung des Haushaltsbuchs.

Doppelte Buchführung (Doppik)

Doppik ist die planmäßige und lückenlose Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle einer Organisationseinheit mit dem Ziel, jederzeit einen Überblick über das Vermögen und den Stand der Schulden eines Unternehmens zu haben.

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E

effektiv, Effektivität

wirksam, wirkungsvoll („Tun wir die richtigen Dinge?“). Kennzahl bzw. Maß zur Messung der Zielerreichung.

effizient, Effizienz

wirtschaftlich lohnend, leistungsfähig („Tun wir die Dinge richtig?"). Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit.

Einnahme

Abgang von Gütern und Dienstleistungen. Sofern damit nicht zugleich ein Zugang von Zahlungsmitteln verbunden ist, entsteht eine Forderung.

Einzahlung

Zugang von flüssigen Mitteln (Erhöhung des Bargeldbestands und Gutschriften auf Girokonten).

Einzelanordnung

Anordnung für die Buchung von einzelnen oder wiederkehrenden Geschäftsvorfällen. Dasselbe gilt für eine einmalige Zahlung oder wiederkehrende Zahlungen für jeweils eine einzahlende oder empfangsberechtigte Person innerhalb eines Haushaltsjahrs, soweit nicht bereits der zugrundeliegende Geschäftsvorfall angeordnet wurde.

Einzelkosten

Kosten, die sich einer Kostenstelle oder einem Kostenträger direkt zuordnen lassen.

Erfolg

Ertrag minus Aufwendung.

Ergebnisrechnung

In der zeitraumbezogenen Ergebnisrechnung werden wie in der Gewinn- und Verlustrechnung Erträge und Aufwendung einer kirchlichen Körperschaft gegenübergestellt. Die Gesamtergebnisrechnung ist Bestandteil des Jahresabschlusses. Sie gliedert sich in Ergebnis der gewöhnlichen kirchlichen Geschäftstätigkeit, Finanzergebnis und außerordentliches Ergebnis. Der Saldo aller Erträge und Aufwendungen ist das Jahresergebnis. Aus diesem ergibt sich nach Berücksichtigung der Rücklagenveränderung und eines eventuellen Ergebnisvortrags das Bilanzergebnis.

Erlass

Verzicht auf einen Anspruch (mit buchmäßiger Bereinigung der Forderung).

Ergebnisplanung

Ist als Gesamtergebnisplanung Teil des Haushalts und damit Grundlage für die Planung und den Nachweis der Aufwendungen und Erträge (Aufbau analog Ergebnisrechnung). Aus dem Bilanzergebnis kann nach Neutralisierung der investiven Rücklagenveränderungen das Haushaltsergebnis und damit der Haushaltsausgleich ermittelt werden.

Erlös

Auf besonderen Ertragskonten ausgewiesener Gegenwert aus Verkauf, Vermietung und Verpachtung von Produkten, Waren und Dienstleistungen.

Ertrag

In Geld ausgedrückter, aber nicht unbedingt zahlungswirksamer Wertezuwachs in einem Zeitabschnitt.

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F

Fehlbetrag (negatives Bilanzergebnis)

Der Betrag, um den die Aufwendungen einschließlich der Rücklagenzuführung höher sind, als die Erträge einschließlich der Rücklagenentnahmen.

Finanzdeckung (Grundsatz)

Erforderliche Finanzanlagen und/oder Sichteinlagen, die zur Deckung von Rücklagen und finanzierten Rückstellungen sowie des Kapitalvermögens vorhanden sein müssen. Dazu gehören z.B. Tagesgeld, Wertpapiere (Rentenpapiere und Aktien etc.) und Fondsanteile.

Finanzkennzahlen

Um die finanzielle Lage einer kirchlichen Körperschaft in komprimierter Form darzustellen, können einzelne Finanzkennzahlen herangezogen werden, wie z.B. der Anteil der Personalkosten oder der Instandhaltungskosten für Gebäude an den Gesamtaufwendungen oder der Anteil der Spenden und Kollekten an den Gesamterträgen. Im Haushalt einer kirchlichen Körperschaft ist ein Überblick über die wichtigsten Finanzkennzahlen anzugeben.

Fixe Kosten

Beschäftigungsunabhängige Kosten der Bereitschaft. Sie verändern sich nicht mit der Ausbringung. Gemeinkosten sind üblicherweise fix.

Forderungen

In Geld bewertete Ansprüche der kirchlichen Körperschaft an Dritte.

Fremdkapital

Das Fremdkapital steht auf der rechten Seite der Bilanz und bezeichnet die ausgewiesenen Schulden der kirchlichen Körperschaft. Dies sind Verbindlichkeiten gegenüber Dritten und Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter, die rechtlich entstanden und wirtschaftlich begründet sind.

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G

Gemeinkosten

Alle nicht direkt zurechenbaren Kosten. Sie werden auf den Kostenstellen erfasst und mithilfe von Schlüsseln auf die Doppelseiten des Haushaltsbuchs (Handlungsfelder bzw. Teilhandlungsfelder) verrechnet.

Gender Budgeting

Gender Budgeting lässt sich übersetzen mit „geschlechtergerechte Haushaltsführung" und bedeutet die systematische Analyse, Bewertung und Steuerung der Mittelverwendung im Haushaltsprozess hinsichtlich ihres Beitrags zur Geschlechtergerechtigkeit.

Gewinn- und Verlustrechnung

Im Handelsgesetzbuch normierte staffelförmige Gegenüberstellung der Erträge und Aufwendungen eines Unternehmens in einem Rechnungsjahr. Ausgehend von den Umsatzerlösen wird das Jahresergebnis als Gewinn oder Verlust ermittelt. In der EKiR wird stattdessen eine Ergebnisrechnung aufgestellt.

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H

Handlungsfelder kirchlicher Arbeit

Funktionale Beschreibung eines bestimmten Bereichs der inhaltlichen kirchlichen Arbeit, Grundlage der zielorientierten Planung der kirchlichen Arbeit. Insgesamt sieben Handlungsfelder sind in der KF-VO verbindlich festgeschrieben: „Gottesdienst und Kirchenmusik“, „Gemeindearbeit und Seelsorge“, „Erziehung und Bildung“, „Diakonische und soziale Arbeit“, Ökumene sowie - nur für Kirchenkreise - Personal und Aufsicht. Die Handlungsfelder können auf der Grundlage der Anlage 12 (Systematik der Kostenträger) zur KF-VO nach örtlichen Bedürfnissen weiter in Teilhandlungsfelder und ggf. Handlungsobjekte untergliedert werden.

Handvorschüsse

Beträge, die einzelnen Dienststellen oder Personen zur Bestreitung von kleineren, wiederkehrenden Auszahlungen bestimmter Art zugewiesen werden. Handvorschüsse sind in regelmäßigen Abständen - spätestens zum Ende des Haushaltsjahrs - abzurechnen. Die getätigten Auszahlungen und erhaltenen Einzahlungen sind in Listenform aufzuführen und durch Belege nachzuweisen. Handvorschüsse werden in der KF-VO als Barvorschuss bezeichnet.

Haushalt

Der Haushalt bildet die Grundlage für die Haushalts- und Wirtschaftsführung der kirchlichen Körperschaft und wird von dem zuständigen Leitungsorgan beschlossen. Er dient im Rahmen der vorgegebenen Ziele für die inhaltliche kirchliche Arbeit der Feststellung und Deckung des Ressourcenbedarfs, der zur Erfüllung der damit verbundenen Aufgaben voraussichtlich notwendig sein wird. Die Bestandteile des Haushalts sind durch die KF-VO verbindlich vorgegeben. Hierzu gehören: Haushaltsbeschluss, Gesamtergebnisplanung, Übersicht über die wichtigen Finanzkennzahlen,Haushaltsbuch, Kapitalflussplanung, Stellenübersicht, Budgetübersicht, Übersicht über Verpflichtungsermächtigungen und weitere Anlagen.

Haushaltsausgleich

Der Haushaltsausgleich in der Ergebnisplanung ist erreicht, wenn das Haushaltsergebnis ausgeglichen ist.

Haushaltsbeschluss

Der Haushalt wird mit dem Haushaltsbeschluss rechtswirksam. Die Inhalte des Haushaltsbeschlusses sind durch die KF-VO verbindlich vorgegeben.

Haushaltsbuch

Das Haushaltsbuch ist das Kernstück des Haushalts im Neuen Kirchlichen Finanzwesen. Dabei erfolgt die Untergliederung nach den Handlungsfeldern kirchlicher Arbeit. Für jedes Handlungsfeld wird eine Doppelseite geplant; wenn erforderlich können als weitere Doppelseiten auch Teilhandlungsfelder oder auch sogenannte Handlungsobjekte gebildet werden, die die Handlungsfelder weiter differenzieren. Innerhalb der Untergliederungen sind jeweils die Ziele der kirchlichen Arbeit (geplante Wirkungen) zu beschreiben und Angaben zur Zielerreichung zu machen sowie die für die Zielerreichung notwendigen Maßnahme und zu erbringenden Leistungen („Haushaltsbuch – Linke Seite“). Außerdem wird der für die Maßnahmen und Leistungen erforderliche Ressourceneinsatz dargestellt („Haushaltsbuch – Rechte Seite“).

Haushaltsbuch – Linke Seite

Die linke Seite des Haushaltsbuchs zeigt für die Handlungsfelder bzw. Teilhandlungsfelder in Textform Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen auf und dient somit als wesentliche Steuerungsgrundlage. Hier sind die beabsichtigten Wirkungen als Ziele zu beschreiben. Ebenso sind die zur Erreichung der Ziele erforderlichen Maßnahmen und deren Leistungsziele sowie die beeinflussenden Tendenzen zu beschreiben. Zur Messung der Zielerreichung sollen für die Wirkungen Wirkungskennzahlen und für die Maßnahmen Leistungskennzahlen angegeben werden.

Haushaltsbuch – Rechte Seite

Die rechte Seite es Haushaltsbuchs führt – bezogen auf das auf der linken Seite dargestellte Handlungsfeld bzw. Teilhandlungsfeld – die für die Zielerreichung benötigten finanziellen und personellen Ressourcen auf (zeitlicher Einsatz, Einsatz finanzieller Mittel). Dies wird in Form einer verkürzten Ergebnisplanung ausgewiesen.

Haushaltsergebnis

Das Haushaltsergebnis ergibt sich aus dem Jahresergebnis (Saldo aus dem Gesamtbetrag der Erträge und Aufwendungen) unter Berücksichtigung eines Ergebnisvortrags und der Entnahme aus oder Zuführung zu Rücklagen, die nicht zur Finanzierung von Investitionen vorgesehen sind.

Haushaltsmittel (Haushaltsermächtigungen)

Dazu gehören alle Aufwendungen und Erträge (Ergebnisplanung bzw. -rechnung), unabhängig von ihrer Zahlungswirksamkeit sowie die mit der Investitions- und Finanzierungstätigkeit verbundenen Zugänge und Abgänge.

Haushaltsreste

Haushaltsmittel bis zur Höhe des Unterschieds zwischen Haushaltsansatz (einschließlich zusätzlich genehmigter Planfortschreibung) und Ergebnis der Ergebnis- bzw. Anlage zur Kapitalflussrechnung, die die Ermächtigung im folgenden Haushaltsjahr durch Planfortschreibung erhöhen können. Hierzu beschließt das Leitungsorgan die zu übertragenden Haushaltsreste, die in einer Liste aufgeführt werden.

Haushaltsstelle (Haushaltsposition)

Im kameralen System dient die Haushaltsstelle (Haushaltsposition) der Differenzierung von Auszahlungen und Einzahlungen (Auszahlungs- und Einzahlungsarten nach der Gruppierungsvorschrift) sowie der Zuordnung zu bestimmten Bereichen (Gliederung und Objektziffer). Nach den Vorschriften der KF-VO gibt es keine Haushaltsstellen. Die Haushaltsgliederung erfolgt über Abrechnungsobjekte, während die Arten von Aufwendungen und Erträgen durch die Konten nach dem verbindlichen EKiR-Kontenrahmen erfolgt.

Haushaltsvermerke

Einschränkende oder erweiternde Bestimmungen zu Ansätzen des Haushalts (z.B. Deckungsfähigkeit, Übertragbarkeit, Zweckbindung, Sperrvermerke, Verpflichtungsermächtigung).

Herstellungskosten

Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Zu den Herstellungskosten gehören auch die Nebenkosten. Minderungen des Anschaffungspreises sind abzusetzen.

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I

Innere Darlehen

Die vorübergehende Aufgabe der Zweckbindung von Rücklagen oder Kapitalvermögen. Hierbei werden Finanzmittel, die der Finanzdeckung von Kapitalvermögen und Rücklagen dienen, anstelle einer Kreditaufnahme für einen anderen Zweck eingesetzt (z.B. Finanzmittel, die der Finanzdeckung des Kapitalvermögens dienen, werden für die Sanierung der Orgel eingesetzt und ratierlich zurückgeführt). Ein Inneres Darlehen wird als Rücklagen- oder Kapitalvermögenentnahme, die Rückführung als Rücklagenzuführung gebucht. Der Stand des Inneren Darlehens ist im Rücklagenspiegel (Bestandteil des Jahresabschlusses) zu dokumentieren.

Innere Verrechnungen

Verrechnungen von Kostenstellen, auf denen nicht direkt zuzuordnende Erträge und Aufwendungen „gesammelt“ werden, zur verursachungsgerechten Zuordnung zu Handlungsfeldern bzw. Teilhandlungsfeldern, die sich gegenseitig ausgleichen. Bei Kirchengemeinden erfolgt dies regelmäßig für die gemischt genutzten Gebäude, den Pfarrdienst, die Verwaltung und das Leitungsorgan.

input-orientiert

Ausrichtung von Planungs-, Steuerungs- und Kontrollmechanismen an den zur Verfügung gestellten Mitteln.

Inventar

Bestandsverzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden. Das Inventar wird mithilfe der Inventur ermittelt und ist die Grundlage für die Erstellung der Bilanz.

Inventur

Die Inventur ist die Bestandsaufnahme sämtlicher Vermögensgegenstände und Schulden einer Verwaltung. Die Erfassung erfolgt – soweit möglich – durch eine körperliche Bestandsaufnahme bzw. bei Vorliegen der Voraussetzungen durch eine Buch- bzw. Beleginventur. Ziel der Inventur ist die Erstellung eines Inventars.

Investitionen

Verwendung von Finanzmitteln, die das Anlagevermögen verändern

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J

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss ist die jährliche Zusammenfassung des externen Rechnungswesens und dokumentiert das Ergebnis der Ausführung des Haushalts. Der Jahresabschluss hat im Wesentlichen die Funktionen: Kontrolle, Information und Rechenschaftslegung, Dokumentation und Erfolgsermittlung.

Jahresfehlbetrag, -überschuss

Falls in der Ergebnisrechnung die Aufwendungen höher sind als die Erträge, ergibt sich als Zwischenergebnis ein Jahresfehlbetrag. Dieser wird noch um Rücklagenveränderungen sowie ggf. einen Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr verändert. Insgesamt ergibt sich daraus das Bilanzergebnis.

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K

kalkulatorische Kosten

Kosten, denen kein Aufwand gegenübersteht, z.B. kalkulatorische Mieten, Zinsen und Abschreibungen; sie werden unabhängig von den tatsächlichen Aufwendungen für Zwecke der Kosten- und Leistungsrechnung und Kalkulation ermittelt, um z.B. beim unentgeltlichen Nutzen von Räumen, Krediten und Anlagegütern die damit verbundenen Kostenwirkungen zu fingieren. Kalkulatorische Kosten finden keinen Eingang in die Ergebnisplanung bzw. Ergebnisrechnung.

Kameralistik

Input-orientiertes Rechenwerk, welches lediglich die Finanzströme eines Jahres – diese allerdings sehr differenziert – darstellt. Eine Veränderung des Vermögens bzw. eine periodengerechte Zuordnung von Erträgen und Aufwendungen ist ohne aufwändige Nebenrechnungen nicht möglich. Daher kann die Kameralistik das dem NKF zugrunde liegende Ressourcenverbrauchskonzept nicht unterstützen.

Kapitalflussplanung/-rechnung

Die Kapitalflussplanung ist Bestandteil des Haushalts. Der Kapitalflussplanung ist eine Anlage beizufügen, in der alle Investitionen und deren Finanzierung nachgewiesen werden. Diese Anlage dient zusammen mit der Kapitalflussplanung der Ermächtigung für die Investitions-Auszahlungen sowie für die korrespondierenden Einzahlungen. Die Kapitalflussrechnung und die Anlage dazu stellen das Ist-Ergebnis des Jahres den geplanten Ansätzen gegenüber.

Kassengemeinschaft

Eine Kassengemeinschaft liegt vor, wenn Kirchliche Körperschaften ihre Kassengeschäfte, ihren Zahlungsverkehr und die Verwaltung der Finanzanlagen gemeinsam betreiben. Die Aufgabenübertragung auf den Träger der Kassengemeinschaft ist durch Vereinbarung oder Satzung nach § 1 des Verbandsgesetzes oder durch eine synodale Satzung zu regeln.

Kassenkredite

Kurzfristige Kredite zur Verstärkung des Kassenbestands (Kontokorrent). Der Haushaltsbeschluss legt den Rahmen der Kassenkredite fest (Höchstbetrag, der nicht überschritten werden darf).

Kaufmännische Buchführung

Auf der Doppik beruhendes Rechenwerk, das in Form von Bilanz und Ergebnisrechnung eine wahr-heitsgetreue Auskunft über die finanzielle Situation und Entwicklung einer Körperschaft geben soll. Gleichzeitig bedient es die Kosten- und Leistungsrechnung zur Steuerung der Leistungsprozesse.

KF-VO

Die KF-VO – Verordnung über das Kirchliche Finanzwesen in der Evangelischen Kirche im Rheinland (Kirchliche Finanzwesen-Verordnung) bildet die Rechtsgrundlage für das Neue Kirchliche Finanzwesen. Sie enthält die Grundlagen für die Haushaltswirtschaft (Planung, Ausführung und Rechnungslegung) der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Kontenrahmen

Der Kontenrahmen ist ein vollständiges Verzeichnis aller Konten für die Buchführung innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er dient als Richtlinie und Empfehlung für die Aufstellung eines konkreten Kontenplans in der jeweiligen Körperschaft. Damit sollen einheitliche Buchungen von gleichen Geschäftsvorfällen erreicht und Vergleiche bzw. die Finanzstatistik ermöglicht werden.

Kontenplan

Der Kontenplan ist das Verzeichnis aller Konten einer Körperschaft als Teilmenge des Kontenrahmens.

Kontierungsrichtlinien

Verbindliche Vereinbarung, welche Geschäftsvorfälle / Belegarten wie zu buchen sind.

Kontraktmanagement

Führung und Zusammenarbeit verschiedener Organisationseinheiten über Zielvereinbarungen auf Basis verhandelter Bedingungen mit zeitlicher und sachlicher Bindung. Basis für verbindliche Budgets.

Kosten

In Geld bewerteter Werteverzehr durch Verbrauch oder Abnutzung von Gütern und Inanspruchnahme von Dienstleistungen zur betrieblichen Leistungserstellung in einer Periode.

Kostenarten

Beschreibung des bei der betrieblichen Leistungserstellung entstehenden Werteverzehrs in verschiedenen Kategorien. Gegliedert nach der Art der verbrauchten Produktionsfaktoren in Personalkosten, Sachkosten (Material und Fremdkosten) und kalkulatorische Kosten.

Kostenartenrechnung

Erste Stufe der Kosten- und Leistungsrechnung („Welche Kosten sind angefallen?“). Gibt Auskunft über die betragsmäßige Entwicklung bestimmter Kostenarten in der Abrechnungsperiode, über die Kostenstruktur der Organisationseinheit und damit über den Wert der in einem bestimmten Zeitraum verbrauchten Produk-tionsfaktoren. Falls keine Differenzierung für eine Preis- oder Gebührenkalkulation benötigt wird, werden in der Kostenartenrechnung Erträge und Aufwendungen verwendet.

Kostenstelle

Ort, an dem Kosten entstehen. Kostenstellen sind nach funktionalen, organisatorischen oder räumlichen Aspekten abgegrenzte Leistungs- bzw. Verantwortungsbereiche, denen die von ihnen verursachten Kosten zugerechnet werden (z.B. Fachbereiche, Abteilungen).

Kostenstellenrechnung

Zweite Stufe der Kostenrechnung („Wo sind die Kosten angefallen?“). Hat die Aufgabe, die anfallenden Kostenarten verursachungsgerecht auf die Kostenstellen aufzuteilen, um so deren Kostenverbrauch zu überwachen.

Kostenträger

In der Regel an der Struktur der Leistungen orientierte Kostenzurechnungsobjekte, die zuordnen und verdeutlichen, wofür Kosten entstanden sind.

Kostenträgerrechnung

Dritte Stufe der Kosten- und Leistungsrechnung („Wofür sind Kosten entstanden?“). Hat die Aufgabe, die anfallenden Kostenarten verursachungsgerecht auf die Kostenträger zuzuordnen, um so deren Kostendeckung zu überwachen. Kann auch zur Kalkulation von Preisen genutzt werden.

Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)

Teilgebiet des kaufmännischen Rechnungswesens (internes Rechnungswesen), in dem Kosten und Leistungen erfasst, bewertet und zugeordnet werden, um verschiedene Auswertungszwecke zu bedienen.
Die Kosten- und Leistungsrechnung gliedert sich in die Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung.

Kredite

Unter der Verpflichtung zur Rückzahlung von Dritten aufgenommenen Finanzmittel. Kredite dürfen nur als (Rest-) Finanzierung von Investitionen oder für Zwecke der Umschuldungen von Krediten aufgenommen werden. Gleiches gilt auch für Innere Darlehen.

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L

Leistungsbereich

Während das Tätigkeitsspektrum der Kirchengemeinden und Kirchenkreise in Handlungsfelder, Teilhandlungsfelder und Handlungsobjekte gegliedert wird, werden die Aufgaben und Leistungen der Verwaltungsämter in Leistungsbereichen systematisiert. Die Leistungsbereiche bilden jeweils ein grobes Tätigkeitsfeld ab. Sie werden detailliert durch Leistungen. Leistungsbereiche und Leistungen der Verwaltungsämter sind für die EKiR verbindlich vorgegeben (Beispiele: Interne Dienste / Beratung und Betreuung von Kirchenkreisen und -gemeinden, IT-Dienste und Technische Services, Meldewesen und Kirchenbuchführung).

Liquidität

Liquidität ist die Bereitschaft und Fähigkeit einer Organisation, seinen bestehenden Zahlungsverpflichtungen termingerecht und betragsgenau nachzukommen. Kirchliche Körperschaften haben ihre Liquidität jederzeit sicherzustellen. Dazu wird empfohlen, bis zu einem Sechstel, mindestens einem Zwölftel der durchschnittlichen Auszahlungen der vorangegangenen drei Haushaltsjahre als freie Finanzmittel vorzuhalten (analog der bisherigen Regelungen zur Betriebsmittelrücklage). Bei Kassengemeinschaften kann davon abgewichen werden.

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N

Nachtragshaushalt

Nachträgliche Änderungen des Haushalts zur Deckung eines erheblichen Fehlbetrags oder zur Leistung bisher nicht veranschlagter Haushaltsmittel in erheblichem Umfang.

Niederschlagung

Befristete oder unbefristete Zurückstellung der Weiterverfolgung eines fälligen Anspruchs ohne Verzicht auf den Anspruch selbst. Mit Beschluss über eine Niederschlagung wird die zugrunde liegende Forderung wertberichtigt.

Nutzungsdauer

Unter der Nutzungsdauer wird im Allgemeinen die betriebsübliche Dauer der Nutzung eines Anlageguts verstanden. Unterschieden werden die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (erfahrungsgemäß immer erreichbare Dauer der Einsatzfähigkeit), die technische und die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Für die EKiR gilt eine verbindliche Tabelle mit Nutzungsdauern von Wirtschaftsgütern.

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O

Output-orientiert

Ausrichtung von Planungs-, Steuerungs- und Kontrollmechanismen an Leistungserbringungsmenge und -wert bei der Erstellung einer Leistung mit den zur Verfügung gestellten Mitteln.

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P

Passiva

Summe des Reinvermögens, der Sonderposten, der Rückstellungen, Verbindlichkeiten und der Passiven Rechnungsabgrenzungsposten, die in der Bilanz die Mittelherkunft nachweist.

periodengerecht

Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen zum Zeitraum ihrer Entstehung in der tatsächlichen oder erwarteten Höhe, unabhängig vom Zeitpunkt des tatsächlichen Geldflusses. Entscheidender Unterschied zwischen kameralem (zahlungsorientiertem) und kaufmännischem (ergebnisorientiertem) Rechnungswesen. Antizipiert z.B. in Form von Rückstellungen die zukünftigen kostenmäßigen Auswirkungen heutiger Entscheidungen.

Planfortschreibung

Mit dem Beschluss über den Haushalt gelten die darin festgelegten Haushaltsansätze als Ermächtigung. Die Ansätze sollen während des Haushaltsjahrs nicht verändert werden (Ausnahme: Nachtragshaushaltsplan). Für den Fall, dass über- oder außerplanmäßige Mittelbereitstellungen erforderlich werden, erhöhen diese die Ermächtigung. Dies geschieht in Form der Planfortschreibung. Die zur Deckung in Anspruch genommene Haushaltsposition wird im gleichen Umfang durch eine Planfortschreibung vermindert. Durch Beschluss übertragene Haushaltsreste erhöhen ebenfalls die Haushaltsermächtigung des Folgejahrs. Auch dies geschieht in Form der Planfortschreibung.

Produktivität

Produktivität ist das Verhältnis von mengenmäßigem Ertrag (gemessen in Stück, Kilogramm etc.) und mengenmäßigem Einsatz von Produktionsfaktoren (gemessen in Arbeitsstunden etc.).

Prozess

Ablauforganisatorische Linie vom Input zum Output; alle Beiträge / Aktionen zur Erstellung eines Produkts.

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R

Rechnungsabgrenzungsposten

Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) dienen der zutreffenden Ermittlung des Periodenüberschusses, indem Aufwendungen und Erträge dem Wirtschaftsjahr zugerechnet werden, indem sie − wirtschaftlich betrachtet − entstanden sind. Ein Rechnungsabgrenzungsposten ist zu bilden, wenn eine Einzahlung in einem Haushaltsjahr zu einem Ertrag in einem anderen Haushaltsjahr (z.B. Anzahlung auf eine Freizeit im Folgejahr) oder eine Auszahlung in einem Haushaltsjahr zu Aufwand in einem Folgejahr führt.

Reinvermögen

Summe aus Vermögensgrundbestand, Rücklagen und Bilanzergebnis. Das Reinvermögen kann mit dem Eigenkapital einer Bilanz nach dem Handelsgesetzbuch verglichen werden.

Ressourcen

Gesamtheit der zur Aufgabenerfüllung verfügbaren Finanzmittel, Vermögensgegenstände, Arbeits- und Dienstleistungen. Der Ressourcenverbrauch wird durch die Aufwendungen dokumentiert, während das Ressourcenaufkommen den Erträgen entspricht.

Ressourceneinsatz

Der zur Zielerreichung erforderliche Einsatz von Ressourcen.

Ressourcenverbrauchskonzept

Dem doppischen System immanentes Konzept der vollständigen Darstellung des zur kirchlichen Aufgabenerfüllung erforderlichen Ressourceneinsatzes.

Rücklagen

Rücklagen sind Bestandteil des Reinvermögens und werden auf der Passivseite der Bilanz dargestellt. Sie dürfen nur finanzgedeckt gebildet werden. Die Finanzdeckung (Finanzanlagen, Sichteinlagen etc.) wird auf der Aktivseite der Bilanz dargestellt. In der Bilanz wird das Kapitalvermögen unter den Rücklagen abgebildet.

Rückstellungen

Rückstellungen gehören zum Fremdkapital. Sie werden gebildet zur Abgrenzung von Aufwendungen im Jahr ihres Entstehens mit dem Wert der zukünftigen Verpflichtung (z.B. Pensionen, nicht genommener Urlaub, Altersteilzeit). Sie grenzen sich von Verbindlichkeiten dadurch ab, dass die Höhe und oder der Eintritt der Verpflichtung nicht sicher feststehen. Typische Beispiele für Rückstellungen sind Überstunden, nicht genommener Urlaub, Alterteilzeitvereinbarungen etc.

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S

Sammelanordnung

Anordnung für die Buchung von einzelnen oder wiederkehrenden Geschäftsvorfällen. Dasselbe gilt für eine einmalige Zahlung oder wiederkehrende Zahlungen für jeweils mehrere Zahlungspflichtige oder Empfangsberechtigte innerhalb eines Haushaltsjahrs, soweit nicht bereits der zugrundeliegende Geschäftsvorfall angeordnet wurde.

Schulden

Unter Schulden werden Rückstellungen und Verbindlichkeiten verstanden.

Sonderposten

Nach dem Bruttoprinzip sind Investitionen als Anlagevermögen mit ihren (vollen) Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zu bilanzieren. Für den Fall, dass die Investitionskosten voll oder teilweise von Dritten aufgebracht werden (z.B. kommunale / staatliche oder kirchliche Investitionszuschüsse), würde die Bilanz ein unausgewogenes Bild zeigen. Daher werden Zuwendungen Dritter für Investitionen auf der Passivseite als Sonderposten abgebildet, die über die Laufzeit des damit finanzierten Vermögensguts ertragswirksam aufgelöst werden. Auch für Sachspenden ist in gleicher Werthöhe ein Sonderposten zu bilden, wenn die Sachspende als Anlagevermögen bilanziert wird.

Sondervermögen

Sondervermögen sind organisatorisch verselbstständigte Einrichtungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Sie sind wirtschaftlich und verwaltungsmäßig, aber nicht rechtlich, selbstständig. Für sie werden Sonderrechnungen (eigener Haushaltsplan oder Wirtschaftsplan) und eigene Jahresabschlüsse erstellt. Zu den Sondervermögen gehören auch unselbstständige Stiftungen, soweit diese eine organisatorische Verselbstständigung erfordern. Voraussetzung ist, dass eine presbyteriale Gemeindesatzung (Art. 7 (5) KO) oder eine synodale Satzung (Art. 109 (3) und Art. 112 (1) KO) vorliegt.

Stellenübersicht

In einer Stellenübersicht werden alle Stellen für die hauptamtlich Beschäftigten ausgewiesen, unabhängig von ihrer Besetzung und untergliedert nach Beschäftigungsverhältnissen sowie Besoldungs- und Entgeltgruppen. Sie darf aus Datenschutzgründen keine Namen enthalten.

Stundung

Hinausschieben der Fälligkeit eines Anspruchs oder mehrerer Teile davon (Ratenzahlung). Die zugrunde liegende Forderung bleibt in ihrer Höhe bestehen.

 

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T

Teilhandlungsfeld

Untergliederung eines Handlungsfelds: Jedes Teilhandlungsfeld ist immer nur einem Handlungsfeld zugeordnet. Die Untergliederung der Handlungsfelder in Teilhandlungsfelder ist von der EKiR verbindlich vorgeschrieben. (Beispiel: Das Handlungsfeld I „Gottesdienst und Kirchenmusik“ gliedert sich in die Teilhandlungsfelder „Gottesdienst“ und „Kirchenmusik“). Die Teilhandlungsfelder der EKiR entsprechen den Gliederungsebenen der EKD-Statistik, so dass auch im NKF die Finanzstatistik bedient werden kann.

Handlungsobjekt

Untergliederung eines Teilhandlungsfelds, die von der EKiR verbindlich festgelegt ist. (Beispiel: Teilhandlungsfeld Gottesdienst: Gottesdienst, Kirche mit Kindern, Kirchliches Handeln an biographischen Übergängen, Spiritualität u.a.) Handlungsobjekte können weiter in Aufgaben untergliedert werden, hier sind eine beliebige Differenzierung und individuelle Bezeichnungen möglich.

Treuhandvermögen

Vermögensgegenstände, die der kirchlichen Körperschaft von Dritten für genau bestimmte Zwecke überlassen werden. Diese sind vom Vermögen der kirchlichen Körperschaft getrennt zu verwalten. Treuhandvermögen stellen z.B. Grablegate, unselbstständige Stiftungen oder Mietkautionskonten, die auf den Namen des Vermieters lauten, dar. Auf der Passivseite sind die damit verbundenen Verpflichtungen gegenüber dem Treugeber als Sonderposten darzustellen.

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U

Überplanmäßige Haushaltsmittel (Haushaltsermächtigung)

Haushaltsmittel, die den Haushaltsansatz (Haushaltsermächtigung) unter Einschluss der im Deckungskreis verfügbaren Haushaltsmittel oder aus dem Vorjahr durch Beschluss übertragenen Haushaltsreste übersteigen.

Überschuss (positives Bilanzergebnis)

Der Betrag, um den im Rahmen des Jahresabschlusses die Erträge einschließlich der Rücklagenentnahmen höher sind, als die Aufwendungen einschließlich der Rücklagenzuführungen.

Umlaufvermögen

Zum Umlaufvermögen gehören die Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäfts- oder Verwaltungsbetrieb zu dienen. Umlaufvermögen sind zum Beispiel Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Vorräte und Forderungen sowie die liquiden Mittel (Kassenbestand und Girokonten).

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V

Variable Kosten

Beschäftigungsabhängige Kosten. Stehen in einem bestimmten Verhältnis zur Ausbringungsmenge und verändern sich mit der Höhe der Ausbringung.

Verbindlichkeiten

Eine Verbindlichkeit liegt dann vor, wenn für die kirchliche Körperschaft gegenüber einem Dritten die Verpflichtung zu einer Leistungserbringung aufgrund von privatrechtlichen oder wirtschaftlichen Gründen besteht. Die Verbindlichkeiten beziehen sich i.d.R. auf Geldleistungen, bei denen der Leistungszwang hinreichend konkret bestimmt sein muss. Quantifizierbar ist eine solche Verpflichtung, wenn sie zum Abschlussstichtag der Höhe nach konkret benannt werden kann, z.B. durch den Rückzahlungsbetrag bzw. den Erfüllungsbetrag.

Verfügungsmittel

Beträge, die bestimmten Personen für dienstliche Zwecke ohne weitere Zweckbindung zur Verfügung stehen.

Vermögen

Alle Sachgüter, Rechte und Forderungen, über die eine Organisation als Eigentümer verfügt.

Vermögensgegenstand

Einzeln bewertbare und aktivierungspflichtige Gegenstände und Ansprüche, die zur Erfüllung der kirchlichen Aufgaben eingesetzt werden können.

Vermögensgrundbestand

Der Vermögensgrundbestand ergibt sich in der erstmaligen Eröffnungsbilanz als Differenz zwischen den Aktiva einerseits und den Rücklagen, Sonderposten und Schulden sowie ggf. einem passiven Rechnungsabgrenzungsposten andererseits. Sollte der Saldo negativ sein (Aktiva sind kleiner als die übrigen Positionen der Passivseite) wird statt des Vermögensgrundbestands ein „Nicht durch Reinvermögen gedeckter Fehlbetrag“ auf der Aktivseite bilanziert.

Verpflichtungsermächtigungen

Ermächtigungen zum Eingehen von Verpflichtungen für Baumaßnahmen (Instandhaltungen oder Investitionen) in künftigen Jahren. Eine Verpflichtungsermächtigung für Aufwendungen (z.B. für eine mehrjährige Sanierungsmaßnahme) kann als Haushaltsvermerk im Ergebnisplan ausgewiesen werden. Eine Verpflichtungsermächtigung für Investitionen kann in der Anlage zur Kapitalflussplanung mit den Jahresbeträgen der mittelfristigen Planung in den entsprechenden künftigen Haushaltsjahren ausgewiesen werden. Alternativ können Verpflichtungsermächtigungen in einer gesonderten Übersicht (Bestandteil des Haushalts) ausgewiesen werden.

Verwahrgelder

Einzahlungen, die für einen anderen angenommen und an diesen weitergeleitet werden (durchlaufende Gelder oder Zahlungen, die irrtümlich eingegangen sind). Sie sind als Sonstige Verbindlichkeiten zu erfassen.

Vorbücher

Als Vorbücher werden alle (EDV-) Systeme bezeichnet, die als Fachverfahren differenzierte Daten generieren, die dann zusammengefasst in die Buchhaltung übernommen werden. Beispiele sind die Personalabrechnungsverfahren, Friedhofverwaltungsprogramme, Fakturierungsprogramme für z.B. Kita-Gebühren, Bauabrechnungsprogramme, Miet-/ Nebenkostenabrechnungsprogramme. Auf die Vorbücher müssen u.a. auch die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung angewandt werden.

Vorräte

Umfasst alle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, die nicht sofort verbraucht und damit Aufwand werden. Der Verbrauch von Vorratsvermögen wird über die Inventur ermittelt. Vorratsvermögen ist nur zu erfassen, wenn sein Wert maßgeblich ist.

Vorschüsse

Auszahlungen, bei denen die Verpflichtung zur Leistung zwar feststeht, die endgültige Buchung aber noch nicht möglich ist. Sie sind als Sonstige Forderungen zu erfassen. Zu den Vorschüssen in diesem Sinne gehören nicht „Vorschüsse“ für Freizeiten, Gemeindefeste etc., die später abgerechnet werden. Diese Art von „Vorschüssen“ ist als Handvorschuss (Barauszahlung) zu behandeln.

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W

Wirtschaftsplan

Zusammenstellung der Aufwendungen und Erträge betriebswirtschaftlich geführter Einrichtungen. Dem Wirtschaftsplan ist auch ein Finanzplan beizufügen, aus dem die geplanten Investitionen und deren Finanzierung hervorgehen sowie eine Stellenübersicht und eine mehrjährige (i.d.R. fünfjährige) Finanz- und Ergebnisplanung, die das Planjahr und das Vorjahr umfasst.

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Z

Ziele

Wirkungen, die in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden sollen und die qualitativ sowie quantitativ beschrieben und überprüft werden können. Ziele sind SMART (spezifisch und schriftlich fixiert, messbar, attraktiv, realisierbar und terminiert) zu formulieren. Die Zielerreichung muss durch Kennzahlen messbar gemacht werden.

Zuschreibung

Erhöhung des Wertansatzes eines Vermögensgegenstands im Vergleich zum Wert in der vorhergehenden Bilanz. Aufgrund von Wertaufholungen nur bis zur Höhe der Anschaffungs- und Herstellungskosten möglich.

Zuwendungen

a) Zuweisungen

Zahlungen an Dritte oder von Dritten innerhalb des kirchlichen Bereichs.

b) Zuschüsse

Zahlungen an den oder aus dem außerkirchlichen Bereich.

Zweckvermögen

Vermögensteile der Körperschaft, die bestimmten Zwecken gewidmet sind.

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