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Evangelische Kirchengemeinde Uerdingen arbeitet mit dem NKF

"Langfristiger und solider Überblick über die Finanzen ist unerlässlich"

Auch wenn die Umstellung auf das NKF Mehrarbeit bedeutet - für den Uerdinger Kirchmeister Klaus Fander, Diplom-Mathematiker und Softwarespezialist, überwiegen die Vorteile. Die Gemeinde hat sich mithilfe des Haushaltsbuchs auf neue Schwerpunkte geeinigt.

Kirchmeister Klaus Fander

Der Evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen im Kirchenkreis Krefeld-Viersen fehlt es nicht an Geschichte. Als erster Protestant bekam 1789 der niederländische Schiffer Wolter Mauritz das Bürgerrecht in der Stadt Uerdingen im damaligen Kurfürstentum Köln. Das erste Kirchengebäude konnte 1862 unter preußischer Herrschaft errichtet werden. „Gewachsen ist die Gemeinde vor allem durch Zuzug nach dem Zweiten Weltkrieg“, sagt der 42-jährige Diplom-Mathematiker Klaus Fander, der in seiner Gemeinde ehrenamtlich als Kirchmeister arbeitet. Viele Neubauten für die Kirchengemeinde wurden damals errichtet. Diese Neubauten seien aber der aktuellen Situation nicht mehr angemessen gewesen. Heute zählt die Gemeinde etwas über 5000 Gemeindemitglieder in den Krefelder Stadtteilen Uerdingen, Linn und Gellep-Stratum längs des Rheins. Die Johanneskirche aus den 1960er Jahren musste ebenso verkauft werden wie ein zu groß gewordenes Gemeindehaus.

Ein langfristiger und solider Überblick über die Finanzen ist in dieser Situaltion unerlässlich“, betont Fander. Nur so sei die Notwendigkeit der schmerzlichen Einschnitte glaubhaft zu vermitteln und die künftige Gemeindeentwicklung realistisch zu planen und zu steuern. Über das NKF-Haushaltsbuch sei es der Gemeinde gelungen, einen realistischen Überblick über die Aktivitäten zu bekommen und zu bewerten, was künftig mit welchen Mitteln gefördert werden soll.

„Wir haben uns auf Kirchenmusik und Kindergarten als Schwerpunkte festgelegt“, sagt der Kirchmeister. Im Gegenzug seien Mittel für andere Handlungsfelder reduziert worden. Aber auch für Pfarrerinnen, Pfarrer und die Mitarbeitenden mache dies die Arbeit leichter: „Die Erwartungen des Presbyteriums sind im Haushaltsbuch festgehalten, und die Zusammenarbeit wird somit stärker von Zielen bestimmt.“

Weitere Vorteile im Neuen Kirchlichen Finanzwesen
gibt es mittelfristig und langfristig, sagt der Kirchmeister. „Toll ist es, wenn ich in Zukunft in den Planungsunterlagen auf vergleichbare Zahlen mehrerer Jahre zurückgreifen kann.“ Mit dem NKF kommen zum Beispiel die integrierte Verwaltung von offenen Posten und die Berücksichtigung von Abschreibungen in der Anlagenbuchhaltung.

Der Aufwand für die Erfassung der Buchungen sei im Moment aber noch höher als vor der Umstellung, räumt Fander ein. Dafür komme die Gemeinde schneller und gezielter an Informationen. Doppelerfassung im Gemeindebüro und im zentralen Verwaltungsamt vermeide man. Aktuell sieht er bei ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden der Pilotgemeinden „einen enormen Aufwand“. Für Pfarrer und kirchliche Verwaltungsangestellte sei die Umstellung zum Teil „ein schmerzlicher Prozess“. Doch die Mehrheit der Presbyterinnen und Presbyter, wenn sie sich für Finanzen interessierten, sei eher in doppelter Buchführung ausgebildet als in der Kameralistik. Ein zentraler Punkt des NKF liegt für Fander auf der Hand: „Ich kann jetzt im Vorfeld steuern, wofür tatsächlich Geld ausgegeben werden soll, statt im Nachhinein Anordnungen zur Kenntnis zu nehmen“.

Als Vorstand eines Dienstleitungsunternehmens für Software übersieht Klaus Fander die Schwierigkeiten nicht. Jede Software-Einführung sei mit Problemen behaftet. „Glücklicherweise ist in den letzten Monaten mehr Professionalität spürbar, so dass ich nun auch an den Projekterfolg glaube“, sagt Fander. Essentiell seien für die Hauptamtlichen eine gute Grundlagenschulung in kaufmännischer Buchhaltung und eine Programmschulung, die auf die wichtigen Arbeitsvorgänge in der Praxis eingeht. Für Ehrenamtliche fordert er vor allem eine gute Dokumentation: „Was nutzt eine Schulung zur Haushaltsbucherstellung, wenn ich die Inhalte im Folgejahr vergessen habe.“

14.12.2010



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