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Das NKF-Projekt
Was ist NKF?
Die Landessynode 2006 hat deshalb beschlossen, das Finanzsystem der Evangelischen Kirche im Rheinland umzustellen von der kameralistischen Buchführung auf die kaufmännische Buchführung (auch Doppik genannt, abgeleitet vom Begriff Doppelte Buchführung in Körperschaften). Der Weg des kirchlichen Rechnungswesens führt also von der Kameralistik zur Doppik. Diese Umstellung des Rechnungswesens und die Einführung eines Zielfindungssystems mithilfe eines Haushaltsbuchs sind die Hauptbestandteile des Neuen Kirchlichen Finanzwesens. Dessen Einführung ist für alle Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland verpflichtend. Für das Neue Kirchliche Finanzwesen verwendet die rheinische Kirche das Kürzel NKF.
Den Begriff NKF gibt es auch bei Städten und Gemeinden, dort steht es für Neues Kommunales Finanzmanagement. Städte und Gemeinden auf dem Gebiet der EKiR in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland haben in den vergangenen Jahren ihr Rechungswesen umgestellt von der Kameralistik auf Doppik.
Mehr als 1000 Körperschaften der rheinischen Kirche, also Kirchenkreise mit ihren Gemeinden und Einrichtungen sowie das Landeskirchenamt selbst, werden das System ihres Rechnungswesens umstellen. Dabei ist das Projekt "Einführung NKF in der Landeskirche" organisatorisch getrennt vom Projekt "Einführung NKF in der EKiR". Die ersten Umstellungen in Pilotgemeinden und Einrichtungen erfolgten 2007. Bisher sind mehr als 200 Körperschaften auf dem Weg zum NKF. Zum 1. Januar 2012 haben die ersten zehn Kirchenkreise umgestellt. (Bitte lesen Sie auch die Seite zum Projektstand 2012.)
Eine Umstellung ist eine mehrmonatige, zum Teil länger als ein Jahr dauernde, arbeitsintensive Aufgabe mit festgelegten Arbeitsschritten. Sie wird von vielen Menschen in den Verwaltungsämtern, Kreiskirchenämtern und Gemeindebüros geleistet, besonders auch von vielen ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männern, die zum Beispiel Inventur machen oder sich in die neue Vewaltungssoftware MACH einarbeiten.
Geschult und unterstützt werden die Umsteller von Informationstechnologie- und Buchhaltungsfachleuten des NKF-Projektteams im Landeskirchenamt in Düsseldorf. Das Projektteam arbeitet bis Ende 2015 und wird geleitet von Diplom-Kauffrau Jutta Lehmann. Kirchenrätin Barbara Füten leitet das Dezernat VI.2 "Steuern, Meldewesen und Neues Kirchliches Finanzwesen".
Das Neue Kirchliche Finanzwesen hilft Kirchengemeinden, einen realistischen Blick auf ihr Vermögen zu bekommen und auf dessen Veränderung in einem Haushaltsjahr. Statt bloßer Auflistung von Einzahlungen und Auszahlen wie in der Kameralistik bietet das NKF eine Ergebnisrechnung anhand von Erträgen (Ressourcenaufkommen) und Aufwendungen (Ressourcenverbrauch). Der bisherige Haushaltsplan wird durch ein Haushaltsbuch ersetzt, das gemäß der Gemeindekonzeption auch inhaltliche Aussagen enthält.
Dabei sind Ressourcen mehr als Geld und Kapital. Sie umfassen Arbeitsstunden von hauptamtlichen und auch ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie Gebäude. Die Ergebnisrechnung bietet zum Beispiel Presbyterinnen und Presbytern eine erhebliche Hilfe bei Finanzentscheidungen. Sie können die Finanzentwicklung in der Gemeinde besser steuern.
Diese Finanzsteuerung unterstützt die Generationengerechtigkeit. Denn die Kirche kann mit dem Neuen Kirchlichen Finanzwesen, so urteilt Präses Nikolaus Schneider, besser ihrer Verantwortung gerecht werden, die mittel- und langfristige Leistungsfähigkeit zu erhalten, kirchliche Aufgaben zu vertretbaren Kosten zu erfüllen und keine finanziellen Lasten auf künftige Generationen abzuwälzen.
Um die Schönheit der kaufmännischen Buchführung wusste übrigens auch der Dichter und Jurist Johann Wolfgang von Goethe. In "Wilhelm Meisters Lehrjahre", erstes Buch, zehntes Kapitel, lässt er Wilhelms Freund Werner sagen: "Welchen Überblick verschafft uns nicht die Ordnung, in der wir unsere Geschäfte führen! Sie lässt uns jederzeit das Ganze überschauen, ohne dass wir nötig hätten, uns durch das Einzelne verwirren zu lassen. Welche Vorteile gewährt die doppelte Buchhaltung dem Kaufmanne! Es ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes, und ein jeder guter Haushalter sollte sie in seiner Wirtschaft einführen."
Das oberste Ziel der Kirche ist und bleibt die Verkündigung des Wortes Gottes, des Evangeliums. Zur Ermessung dieses Ziels sind kaufmännische Kennzahlen nicht sinnvoll nutzbar. Die Christuslegenden von Selma Lagerlöf enden mit dem Satz: "Denn was von dem Lichte bewirkt wurde, das in dunklen Zeiten von Jerusalem ausgegangen ist, lässt sich weder messen noch zählen."
Kennzahlen aus dem Haushaltsrechnungswerk können aber die Leitungsorgane der Kirche dabei unterstützen, die bestmöglichen Entscheidungen für unsere Kirche zu finden und zu treffen.
Deshalb ist die Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens unverzichtbar.
jth / 26.11.2011
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