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Gedanken und Meinung in Märchenform zum Titel-Thema der aktuellen "Kontakt" aus der Sicht eines Mitglieds der sog. Trägergruppe Friedenskirche Neichen.

Angeregt durch die Bildergeschichte im Kontakt ist mir folgende Geschichte  eingefallen, die ich hier zur Diskussion stellen möchte:

 

 

Es war einmal ein Königreich, da lebte die Müllerfamilie Söhnki mit einem kleinen Eselchen.

Es war ihr Mittelpunkt, zwar etwas unscheinbar aber angenehm anzuschauen, sehr friedlich und genügsam.

Dann kam eines Tages eine Flüchtlings-Familie mit Namen Freaki zu ihnen.

Sie besorgte sich bald einen großen kräftigen Esel.

Der König hatte befohlen, dass sich die beiden Familien zusammenschließen sollten.

Das taten sie auch. Sie lebten eine ganze Weile in guter Nachbarschaft.

Doch eines Tages schien der Müllerfamilie Söhnki ihr Eselchen nicht mehr zu gefallen,

vielleicht weil  andere Müller in der Gegend größere Grautiere besaßen.

 

Und so wurden einige aktiv.

Einer sagte dem anderen Müller Freaki, sein Esel sei alt und  werde wohl in 10 Jahren tot sein.

10 Jahre vergingen, das Tier lebte immer noch.

Da holte man einen Eselspezialisten, der nebenher auch selber Esel verkaufte.

Der sollte mal sagen, wie es mit der Zukunft der Esel aussähe.

Der Esel, muss man wissen, hatte in diesem Land traditionell einen besonderen Wert, ein König der für die Menschen dort Größtes leistete , hatte seinerzeit mit einem Esel eine große Werbekampagne durchgeführt.

Einer von den Söhnkis sagte: Wir können den Großen schlachten, dann können wir den Armen viel abgeben.

 

Der Eselspezialist glaubte seinen Auftraggeber verstanden zu haben:

Er schrieb sehr viel Papier voll mit Zahlen, malte schöne schreckliche Kurven, und hoffte ein wenig darauf, dass sich niemand die Mühe machte, dies alles genau zu lesen und zu prüfen.

Er sagte, das große Grautier fräße zu viel, werde bald krank, es würde überhaupt nicht gebraucht und in Zukunft werde ja  alles noch viel schlimmer.

Er riet:

Ihr braucht einen noch größeren Esel, denn mit einem allein kommt ihr nicht aus.

Verkauft also beide Esel, ich kann euch dafür einen großen schönen Neuen besorgen.

Wenn es den Freakis nicht passt, zu dem einen Esel zu gehen dann können sie ja woanders hingehen, wer braucht die schon.

Der Ältestenrat vertraute dem Spezialisten, auch weil sie bisher noch nie schlechten Erfahrungen mit Spezialisten gemacht hatten.

Sie sagten sich, wenn da so viele Zahlen und Diagramme zu sehen sind wieso sollten wir die Ergebnisse anzweifeln, es wird schon in Ordnung sein.

 

Ein paar aus der Familie Freaki, die durch ein paar merkwürdige Äußerungen des Spezialisten aufmerksam geworden waren, sahen sich die Esel an, und merkten wie wichtig ihr Esel für ihre Familie war und wie wichtig es war einen Esel in der Nähe zu haben.

Sie sprachen auch mit anderen und merkten das ihr Esel auch für andere ein wichtiges Symbol war.

Sie machten sich schlau und je mehr sie prüften, desto weniger konnten sie nachvollziehen,

wieso ihr Esel sie ins Unglück stürzen sollte.

Und so baten den Ältestenrat, noch mal genau zu prüfen welche Ziele sie mit den Eseln verfolgten.

Derweil freuten sie sich über ihren schönen Esel, der auch für andere ein Symbol geworden war.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so freuen sie sich noch heute . 

 

Andreas Taudt  Anno Domino 2011

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