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für den 22.10.2018

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Kirchenleitung im Gespräch

Präses entschuldigt sich für Kommunikationspannen

Gemeinden aus dem Südrhein in Koblenz

Am 11. September stellten sich Mitglieder der Kirchenleitung unter Führung von Präses Manfred Rekowski den durchaus kritischen Fragen der kirchlichen Basis; die Moderation des Abends lag in den Händen des Koblenzer Superintendenten Rolf Stahl.

In einem Eingangsstatement erläuterte Vizepräsident Dr. Johannes Weusmann die finanzielle Lage der Landeskirche und gab insbesondere Einblick in den Entscheidungsprozess, in dessen Folge die Landeskirche nun innerhalb von 5 Jahren 35 Prozent der landeskirchlichen Haushaltsmittel einsparen will. Als wesentliche Faktoren, die zu dieser Entscheidung geführt hätten, nannte er das dauerhafte strukturelle Defizit in Höhe von etwa 8 Mio. Euro, die aufgezehrte Ausgleichsrücklage sowie die Notwendigkeit, die Rücklagen der Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte (VKPB) aufstocken zu müssen. Präses Manfred Rekowski ergänzte aus seiner Sicht die unverzichtbaren Kennzeichen der Evangelischen Kirche im Rheinland, die auch zukünftig noch präsent und handlungsfähig sein müsse. Um dies erhalten zu können, dürften Entscheidungen jetzt nicht mehr hinausgeschoben werden; die ursprünglich in Aussicht genommene Länge des Beratungs- und Umsetzungsprozesses von nahezu 13 Jahren sei viel zu lang und habe lähmende Wirkung. Aus seiner Sicht liege die Aufgabe der Landeskirche auch zukünftig insbesondere in der Unterstützung, Förderung und – soweit möglich – Ergänzung der Angebote in den Gemeinden und Kirchenkreisen.

Nach dieser Eröffnung bestand Möglichkeit zu Rückfragen und zur Diskussion. Aus dem Kreis der anwesenden Superintendenten wurde bemängelt, dass das benannte Einsparvolumen öffentlich gemacht worden sei ohne Rücksprache mit den innerkirchlichen Gremien, insbesondere dem Finanzausschuss, zu halten. Pfarrer Peter Stursberg, Mitglied im Verwaltungsrat der VKPB, kritisierte ebenfalls, dass die Lage der Versorgungskasse in der kirchlichen Öffentlichkeit als angespannt dargestellt werde ohne zuvor das Gespräch mit den Gremien der VKPB gesucht zu haben. Der Präses erkannte diese Vorhaltungen als berechtigt an, bedauerte die Kommunikationspannen und entschuldigte sich. Er verwies auf den Zeitdruck, der entstanden sei, weil die Vorlagen für die Landessynode 2014 nun an die Ausschüsse überwiesen worden seien.

Neben der bei diesen Gelegenheiten unvermeidbaren Frage, ob die Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens nicht aufgrund der Schwierigkeiten und der entstehenden Kosten abgebrochen werden könne, äußerten sich auch Teilnehmende, die von den zu erwartenden Einsparmaßnahmen auf Landeskirchenebene Nachteile für die von ihnen verantworteten Arbeitsbereiche auf Kirchenkreis- und Gemeindeebene erwarten: die ehrenamtliche Mitarbeiterin einer Gemeindebücherei auf dem Hunsrück, der Jugendreferent im Kirchenkreis Koblenz, Albrecht Birx, sowie ein Vertreter der MAV im Kirchenkreis Simmern-Trarbach. Hier vermittelte das Kirchenleitungsmitglied Klaus Eberl mit seiner Antwort einen eher hilflosen Eindruck: Das seien zwar sehr schmerzhafte, dennoch aber unvermeidbare Entscheidungen.

Die Resonanz auf das trotz der kritischen Bemerkungen überaus sachliche Gespräch war positiv: Die Kirchenleitung vermittelt den Eindruck, tatsächlich auf die Fragen und Anregungen aus den Gemeinden und Kirchenkreisens hören zu wollen – in der Vergangenheit konnte man da nicht immer sicher sein. Bemerkenswert ist auch die Bereitschaft des Präses, Pannen einzugestehen und über Nachjustierungen nachzudenken. So gehörte er auch aufgrund einiger persönlicher Gespräche nach Ende der Veranstaltung mit zu den Letzten, die das Gemeindezentrum in Koblenz-Lützel verließen. (PS)

 

 



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