Arbeitskreis Partnerschaften - aktuell

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Namibia: Kinder ohne Zukunft ?!

In diesen Tagen feierte der Kindernothilfe e.V., Duisburg sein 50jähriges Bestehen. Das Programm der Gründer lautete einfach: Kindern in Not zu helfen. Was sich so schlicht, ja fast naiv anhört, wurde zu einer beispielgebenden Erfolgsgeschichte. Schon nach zwanzig Jahren hatte die Kindernothilfe mehr als 100.000 regelmäßige Spender und unterstützte über 80.000 Kinder in mehr als 35 Ländern.

Eines der Länder war und ist Namibia. Hier werden vornehmlich Schulinternate (Hostels) und Kindergärten über direkte Kinderpatenschaften gefördert, wobei nachhaltige Armutsbekämpfung durch Bildung die zentrale Aufgabe ist. Deshalb fordert der Kindernothilfe e.V. u.a. die Einhaltung von pädagogischen Konzepten und die langfristige Verbesserungen der Lebensbedingungen ihrer Gemeinschaften. Eine regelmäßige Berichterstattung sowie den Nachweis erhaltener Gelder gehört zu den Anforderungen der Kindernothilfe.

Trotz häufiger Mahnungen erfüllten die von der Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia - Evangelisch Lutherische Kirche in Namibia (ELCRN) geführten Einrichtungen diese Grundvoraussetzungen nur unzureichend. Hinzu kommt, dass Namibia in der internationalen Armutsstatistik paradoxer Weise nicht zu den armen Ländern zählt, weil einige wenige sehr Reiche die Statistik entsprechend beeinflussen. So beschlossen die zuständigen Gremien des Kindernothilfe e.V., Duisburg, aus der Unterstützungsarbeit in Namibia stufenweise von 2008 bis einschl. 2011 auszusteigen. Dies bedeutet für etwa 19 Hostels sowie 40 - 50 Kindergärten das endgültige Ende der Betreuung ihr anvertrauter Kinder und Jugendlicher. Eines der betroffenen Kinder und Jugendlichen wäre übrigens unser Patenkind Lena Saal im Hostel Dorotheaheim in Bethanien (siehe neuesten Brief von Lena an anderer Stelle).

Am Samstag, 13. Juni trafen sich elf Vertreter aus den Kirchenkreisen Len-nep, Trier, Unna, Wesel, Wetzlar und Wuppertal sowie des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene (GMÖ) Niederrhein, Mittelrhein und Bergisches Land im Ev. Jugendheim Schermbeck. Als herzlich begrüßte Gäste aus Namibia hatten sie Charlotte Kharises, Simon Kharuxab und Lorenst Kuzatjike in ihrer Mitte. In einer sorgfältigen Analyse und verantwortungsvollen Diskussion galt es, Möglichkeiten der Hilfe zur Weiterfüh-rung von Hostels und Kindergärten in Namibia zu erarbeiten. Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise, die auch unsere Kirchenkassen und Spendenbereitschaft beeinträchtigt, keine leichte Aufgabe.

Die TeilnehmerInnen
Die TeilnehmerInnen

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Charlotte Kharises, Simon Kharuxab aus Leonardville/Namibia
Charlotte Kharises, Simon Kharuxab aus Leonardville/Namibia

Mit dem Vorsatz, nichts über die Köpfe unserer Partnergemeinden in Namibia entscheiden und ohne deren Willensbekundungen entscheiden zu sollen und können wurde beschlossen, eine entsprechende Anfrage an alle Kirchenkreise der ELCRN in Namibia zur richten. Geklärt werden muss, wie sich die betroffenen Gemeinden selbst den Bestand der Hostels und die Arbeit in ihren Kindergärten spätestens nach 2011 vorstellen. Nur bei ernsthaftem Willen der Beteiligten in Namibia wollen die bisher unterstützenden Kirchenkreise in Deutschland ein Konzept zur nachhaltigen Weiterführung der betroffenen Einrichtungen in Namibia erarbeiten und anbieten. Darin werden die Qualität der Erzieherinnen, ein pädagogisch leistungsstarker Bildungsansatz sowie die Anforderung an verantwortungsvollem Umgang, Verwendung und Mittelnachweis gleichfalls einen unabdingbaren Rang einnehmen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Partnerschaften in Schermbeck werden den Fortgang des Dialogs mit den Kirchenkreisen und Gemeinden in Namibia aufmerksam verfolgen und wo notwendig neue Entscheidungen fassen.

Klaus Schneider
Arbeitskreis Partnerschaften

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