Partnerschaftskomitee Namibia

    Bericht zur Delegationsreise 2008

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    Straßen in endloser Weite: Namibia
    Straßen in endloser Weite: Namibia
    Foto: Pfrn. Helma Pontkees
    Vom 28. Oktober bis 13. November 2008 besuchten Pfrn. Helma Pontkees (Partneschaftskomitee Namibia des Kirchenkreises Wesel) und Annette Salomo (Partneschaftskomitee Namibia des Kirchenkreises Tecklenburg) als Delegierte ihrer Kirchenkreise die Partnergemeinden im Kirchenkreis Otjiwarongo, Namibia

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      Zu Besuch bei den Partnern -
      Annette Salomo und Helma Pontkees als Vertreterinnen ihrer Kirchenkreise zu Besuch im Kirchenkreis Otjiwarongo

      Seit 1981 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Otjiwarongo (ELCRN) einerseits und den Kirchenkreisen Tecklenburg (Ev. Kirche von Westfalen) und Wesel (Ev. Kirche im Rheinland) andererseits. Getragen wird die Partnerschaft in den beiden deutschen Kirchenkreisen durch Vertreter/innen der Gemeinden im jeweiligen Partnerschaftskomitee. Eine wesentliche Grundlage dieser Partnerschaft bilden die wechselseitige Besuche der Partner und gemeinsame Workcamps für junge Menschen in Deutschland und in Namibia. In diesem Jahr war wieder ein Besuch aus Deutschland im Kirchenkreis Otjiwarongo an der Reihe und so besuchten wir, Annette Salomo und Pfarrerin Helma Pontkees, als Vorsitzende unserer jeweiligen Partnerschaftskomitees, Ende Oktober für knapp zwei Wochen die Gemeinden unseres Partnerkirchenkreises.

      Annähernd 2500 km in 13 Tagen umfasste unser Weg zu den Gemeinden des Kirchenkreises Otjiwarongo. Beeindruckend natürlich, wie jedesmal, wenn wir im Land sind, die Weite und die Vielfalt der Landschaft. Die Möglichkeit, geologische Entwicklungen schon auf große Entfernungen mit dem bloßen Auge zu erkennen, gibt es in Deutschland nun mal nicht. An anderes gewöhnt man sich jedoch schnell: Der geringe Autoverkehr zum Beispiel. So hatten wir auf der Strecke zwischen Kamanjab und dem Grootbergpass doch tatsächlich ein Gefühl wie beim heimatlichen Berufsverkehr, nur weil uns etwa alle 5-10 Minuten ein Fahrzeug entgegen kam.

      Impressionen rechts und links vom Wege
      Impressionen rechts und links vom Wege
      Foto: Pfrn. Helma Pontkees

      Besucht haben wir die Gemeinden Otjiwarongo, Khorixas, Fransfontein, Kamanjab, Sesfontein, Okakarara, Coblenz und Omaruru. Eigentlich hätte auch noch Opuwo auf dem Programm gestanden, aber das war dann doch nicht mehr unterzubringen und in Outjo reichte es auch nur für einen kurzen Zwischenstopp. In den Gemeinden werden wir von einer, nicht unbekannten, aber anderen Welt aufgenommen. Diese Welt ist, pauschal gesagt, schwarz, eher arm und hat HIV. Sie ist aber auch fröhlich, optimistisch, voller Gesang, jung, voller lachender und singender Kinder, gastfreundlich und spirituell.

      In jeder Gemeinde lernen wir die Mitarbeiter kennen, den Pfarrer, die Kindergärtnerinnen, die Mitarbeiterinnen des Hostels, die Lehrer/innen in den Schulen. Wir sprechen mit Presbyterinnen und Presbytern, Mitgliedern von gemeindlichen Partnerschaftsausschüssen, wir hören Chöre, haben zwischendurch oft die Gelegenheit Gemeindemitglieder kennenzulernen. Wir feiern zusammen Gottesdienst - Feiern im wahrsten Sinne des Wortes. So dauerte der Gottesdienst in Khorixas über fünf Stunden. Das ist für unsere Verhältnisse gewöhnungsbedürftig, aber es ist ein Fest und auch ein Erlebnis! 160 Mädchen und Jungen werden konfirmiert, 10 Kinder getauft. Es wird zum Abendmahl eingeladen. Alles wird in drei Sprachen gesprochen und es wird zwischendurch immer wieder gesungen. Entweder die angekündigten Verse aus dem Gesangbuch (welches nicht alle besitzen, aber viele wissen die Texte auswendig) oder beliebte, immer wiederkehrende, mehrstimmige, kurze Gesänge, oft Bibelworte, vielleicht vergleichbar mit den uns bekannten Taizégesängen. Diese hier sind wie Volkslieder. Alle kennen sie und singen sie in der richtigen Stimmlage. So wird immer vierstimmig gesungen, es wird getanzt, es hält keinen mehr auf den Bänken. Gottes Geist, seine Lebendigkeit spiegelt sich in den Menschen wieder. Diese tiefe Frömmigkeit - vom Kleinkind bis zum Greis - verbunden mit einer beeindruckenden Spiritualität gehört zu den tiefsten Eindrücken der ganzen Reise.

      Partnerschaft heißt: sich kennenlernen, aneinander Anteil nehmen und verstehen lernen, auf Fragen und Ängste hören, einander ernst nehmen und die Eindrücke vom Anderen in die eigene Kirche, in die eigene Gemeinde bringen - damit die Beziehung wächst. So gab es auch viele Gespräche über das Leben in den Gemeinden, die Situation in Deutschland (der 9. November, den wir in Coblenz verbrachten, ist schließlich für uns in Deutschland ein ganz besonderer Tag) und Namibia, über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Unser Hauptgesprächspartner war dabei Pfarrer Jermaine Tjongarero aus Omaruru, im Kirchenkreis Otjiwarongo zuständig für die Partnerschaft, der uns auf der Reise begleitete. Ohne seine Beteiligung wären viele Begegnungen sicher nicht möglich gewesen. Interessant war es natürlich auch, die Entwicklungen und Fortschritte zu sehen, die in den Gemeinden in den letzten Jahren stattgefunden haben. Immerhin liegt der letzte längere Besuch von Vertreter/innen unserer Kirchenkreise im Kirchenkreis Otjiwarongo nun schon 4 Jahre zurück. Und noch weitere Begegnungen brachte diese Reise mit sich. Vor vielen Jahren gab es, zumindest im Kirchenkreis Wesel, auch Kontakte zu Mitgliedern der deutschen Gemeinde im Bereich Otjiwarongo und Outjo. Irgendwann sind diese Kontakte abgerissen. Nun war es durch Frau Barbara Caspers in Omaruru und Pfarrer Lucchesi in Otjiwarongo, möglich, wieder eine Verbindung herzustellen. Schön wäre es, wenn dies auch zukünftig einen Austausch, etwa über den Versand von Gemeindebriefen und anderen Informationen per E-Mail, zur Folge hätte. Schließlich sind die Schritte, die die drei lutherischen Kirchen in Namibia aufeinander zu machen, schon seit Jahren Thema bei den Treffen unserer Partnerschaftskomitees. Da war es schon schade, dass wir von den deutschsprachigen Gemeinden bislang so gut wie nichts mitbekommen haben.

      Jetzt zurück in Deutschland ist es unsere Aufgabe, die Eindrücke unserer Reise an die Menschen in unseren Gemeinden weiterzugeben, um dadurch deutlich zu machen, dass wir alle Teil der einen weltweiten Kirche Jesu Christi sind. Im nächsten Jahr freuen wir uns dann auf den Gegenbesuch von Menschen aus unserem Partnerkirchenkreis. Und wer weiß, vielleicht wird ja auch einmal eine gemeinsame Begegnung von Menschen aus der ELCRN, der ELCIN-GELC, der EKvW und der EKiR möglich.

      Annette Salomo, Helma Pontkees

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