Partnerschaftskomitee Namibia - aktuell

    Ein Bericht aus dem Arbeitskreis Partnerschaften der Ev. Kirchengemeinde Schermbeck

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    Historie
    Der Aufstand
    Mission und Missionare
    Augenzeugenberichte

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    "Uns gehört Hereroland !"
    Freiheitskampf der Herero, Nama, Bergdamara u.a. in Namibia 1904 - 1907

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    Teil 1: Historie

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    Afrika mit Namibia Geographische Lage und Geschichte Namibias

    Namibia grenzt im Norden an Angola und Zambia, im Osten an Zimbabwe und Botswana sowie im Südosten und Süden an die Republik Südafrika. An der Ostspitze des Caprivi-Zipfels befindet sich das einzige Vierländereck der Erde (Zambia, Zimbabwe, Botswana und Namibia). Der Atlantische Ozean bildet auf einer Länge von etwa 1.500 km die westliche Grenze. Mit einer Gesamtfläche von rund 825.000 km² ist Namibia fast 1,5 Mal so groß wie Deutschland. Gehört aber mit nur 1,82 Millionen Einwohnern (2002) zu den am dünnsten besiedelten Staaten der Erde.

    Die Anfänge der Besiedlung reichen bis ca. 26.000 v. Chr. zurück, als erste Felsmalereien in der sog. Apollo-11 Höhle in den Hunsbergen im Süden entstehen. Im 12. Jhd. n. Chr. bauen Strandloiper - möglicherweise Verwandte der San-Buschleute - aus Walfischrippen die ersten Hütten. Die San, auch Buschleute oder Buschmänner genannt, sind die Ureinwohner Namibias.

    Wandmalerei bei Twyfelfontein
    Wandmalerei bei Twyfelfontein
    Aufn.: Wilfried von Krosigk (2003)

    Portugiesen landen 1486 als erste Europäer an der Küste Namibias. Im 15./16. Jhd. wandern Hereros in den Norden und Nordosten ein und verdrängen die einheimische San-Bevölkerung. Die Buren beginnen im 18. Jhd. mit der Besiedlung des Südens von Namibia, gefolgt von Nama-Stämmen aus Südafrika. Im 19. Jhd. kommt es vermehrt zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Nama und Herero um das verbleibende Weideland.

    Seit 1842 beginnt die Arbeit der Rheinischen Missionsgesellschaft, Barmen, angeführt durch die Missionare Franz Heinrich Kleinschmidt und Carl Hugo Hahn.

    Der verhältnismäßig kurzen, von 1884 bis 1915 nur etwa 30 Jahre dauernden Kolonialzeit unter den Deutschen folgt ab 1915 die Mandatsherrschaft der Südafrikanischen Union. Der 1919 gegründete Völkerbund bestätigt die Mandatsregelung zu Gunsten Südafrikas, das ab 1934 das Nachbarland als seine fünfte Provinz verwaltet. Dies bedeutet eine enge wirtschaftliche, ethnische und rechtliche Anbindung an Südafrika, was z.B. ab 1951 zur Einführung der unseligen Apartheidgesetze führt. In dieser Zeit widersetzt sich Südafrika den Forderungen und Auflagen der UNO (als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes) zur Rückgabe der Treuhandschaft.

    Bereits früh regt sich in Südwestafrika der Widerstand gegen die Mandatsmacht, angeführt 1922 durch die Bondelswart-Nama im Süden des Landes und über all die Jahre beharrlich fortgesetzt von verschiedenen Volksgruppen. Politischen Ausdruck fand diese Bewegung in der Gründung der ‚South West Africa People's Organization' (SWAPO), die sich 1960 aus der ‚Ovamboland People's Organization' (OPO) gebildet hatte. Nach langen und blutigen Kämpfen erlangt Südwestafrika, das sich ab 1968 auf Beschluss der UNO "NAMIBIA" nennt, am 21. März 1990 seine Freiheit und staatliche Unabhängigkeit.

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    Ursachen und Hintergründe des Herero-Aufstandes

    Ab 1883 erwirbt der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz, mit häufig fragwürdigen bis betrügerischen Mitteln, große Landstriche Namibias. Nach beharrlichem Drängen stellt 1884 Reichskanzler Bismarck Südwestafrika unter den Schutz des Deutschen Reiches. Die Kolonialisierung nimmt ihren Lauf, aus Südwestafrika wird ‚Deutsch-Südwestafrika'. Die Erfahrung von zwanzig Jahren deutscher "Schutzherrschaft" lässt bei den einheimischen Stämmen die Hoffnung auf menschenwürdiges Zusammenleben mit den deutschen Siedlern und der Militärregierung als furchtbaren Irrtum erkennen. Das Vertrauen, dass die Ausbreitung der Deutschen einmal Halt machen würde und die Menschen Südwestafrikas wieder ein eigenbestimmtes und unabhängiges Leben würden führen können, haben sie gänzlich verloren.

    Franz Aldolf Lüderitz
    Franz Aldolf Lüderitz
    Quelle: Lernbuch NAMIBIA, S. 74 (P.Hammer Verlag)

    Neuere Verhandlungen der Kolonialmacht über die Einrichtung von Reservaten für die namibischen Stämme erkennen sie als Vorbereitung zur Enteignung ihrer letzten traditionellen Siedlungs- und Weidegebiete und damit zur endgültigen Versklavung. Rechtlosigkeit, Betrug und Beraubung durch Händler und Farmer sowie drohender Landverlust sind die Hauptgründe, die 1904 überall im Hereroland zu Zusammenkünften und geheimen Beratungen der Großleute und Häuptlinge der Herero führen.

    In seinem Brief vom 6. März 1904 - also bereits nach Ausbruch des Krieges - an Gouverneur Theodor Leutwein schreibt der Oberhäuptling Samuel Maharero:

    "Otjisonjati, den 6. März,
    An den großen Gesandten des Kaisers, Gouverneur Leutwein.
    Deinen Brief habe ich erhalten, und ich habe gut verstanden, was Du mir und meinen Großleuten geschrieben hast. Ich und meine Großleute antworten folgendermaßen: Der Anfang des Krieges ist nicht jetzt in diesem Jahr durch mich begonnen worden, sondern er ist begonnen worden von den Weißen, wie Du (ja selbst) weißt, wie viele Hereros durch die weißen Leute besonders Händler mit Gewehren und in den Gefängnissen getötet sind"

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