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Schermbeck |
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Eröffnung der Wanderausstellung "Erinnert Namibia! Mission, Kolonialismus und Freiheitskampf"
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Chancen für ein besseres Miteinander
In der Schalterhalle der Volksbank, in der im Alltag zumeist zukunftsorientierte Geschäfte getätigt werden, schien die Zeit am Sonntag nicht nur eine Stunde lang stillzustehen. Der Partnerkreis der evangelischen Georgsgemeinde lud sogar zu einem Zeitensprung in die Vergangenheit ein, zu einem Ausflug in eine vom Kolonialismus geprägte Phase der deutschen Geschichte.
"Erinnert Namibia!" heißt die von Volksbank-Vorstandsmitglied Rainer Schwarz eröffnete Wanderausstellung, die bis zum 16. Juni anhand großformatiger Schautafeln die Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia, dem ehemaligen DeutschSüdwestAfrika, deutlich machen soll, und zwar unter dem Schwerpunkt der Landokkupation und der kriegerischen Auseinandersetzungen. |
Am Mikrofon: Rainer Schwarz, Vorstand der Volksbank Schermbeck |
Josef Nahame (li.) und Alaje Toure (re.) |
Mit Trommelwirbeln kündigten Josef Nahame aus Ruanda und Alaje Toure aus Senegal die Wortbeiträge der einzelnen Gastredner an und luden zugleich zu einem Ausflug in die afrikanische Musikkultur ein. "Europa trägt die Verantwortung für viele Ausbeutungen und zahlreiche Ab-hängigkeiten in der Dritten Welt", erinnerte Superintendent Friedhelm Polaschegg in seinem Grußwort. Er dankte der Volksbank dafür, dass sie es ermögliche, die in Kirchen gängige Erinnerung an Ignoranz und Arroganz gegenüber Ländern der Dritten Welt in die Öffentlichkeit zu tragen. |
Landrätin Birgit Amend-Glantschnig zog in ihrer Ansprache Parallelen zwischen dem Geschehen in Deutsch-Südwest-Afrika vor einem Jahrhundert und mancherlei aktuellen Geschehnissen auf der Welt. Auch heute gebe es genügend Beispiele aus verschiedenen Nationen, die von ungerechtfertigten Gebietsansprüchen, kriegerischen Auseinandersetzungen und Gebietsansprüchen zeugten.
Als stellvertretender Bürgermeister würdigte Dieter Albedyhl die auf dem christlichen Glauben basierende Partnerschaft zwischen dem heutigen Namibia und dem Kirchenkreis Wesel als eine gute Chance für eine bessere Zukunft im Miteinander beider Völker.
Pastor Wolfgang Bornebusch von der Evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck erinnerte an die Arbeit des Partnerschaftskreises in den letzten zehn Jahren. In der Partnerschaft mit Lohm verbinde die gemeinsame Geschichte, in der Partnerschaft mit den venezuelanischen Kindergärten "Las Torres" stehe die Unterstützung armer Bevölkerungsgruppen im Vordergrund. Die Partnerschaft mit Sesfontein in Namibia verbinde beide Beweggründe zu einem intensiven Handlungsansporn. Bornebusch gab seiner Hoffnung Ausdruck, die Ausstellung möge deutlich machen, in welch intensiver Weise "auch unser Land in den Kolonialismus verstrickt war." Eine Studentengruppe aus Münster hat ihren Besuch der Ausstellung in der Volksbank angekündigt.
Zu einer umfangreichen Betrachtung der "Gedanken zu Anspruch und Wirklichkeit deutscher Kolonialzeit" lud Klaus Schneider als Mitglied des Partnerschaftskreises ein. Schneider, der Verfasser zahlreicher Beiträge zum Ausstellungsthema ist und vor drei Jahren das noch erhältliche zweisprachige Buch "Der Weg nach Sesfontein" herausgab, suchte Antworten auf die Frage "Gehörte uns Hereroland?". Nach einer umfangreichen illustrierten Darstellung des Auftretens deutscher Kolonialherren und der kriegerischen Auseinandersetzungen überließ Schneider den Gästen die Antwort auf die gestellte Frage. Wer noch unsicher war, fand spätestens beim Betrachten von neun großen Schautafeln als Antwort die Andeutung, dass Deutschland kein Recht hatte zur blutigen Okkupation eines Landes.
Eine Chance für beide Länder, einen neuen Weg in die Zukunft zu beschreiten, wies der Text des zum Schluss vorgespielten Liedes "Together we can make it" auf.
Helmut Scheffler, |
Dorstener Zeitung/Ruhrnachrichten |
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Wenige Tage später besuchte eine Gruppe Studentinnen und Studenten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Wanderausstellung in der Volksbank Schermbeck:
UNI Münster in Namibia-Ausstellung
Am Mittwoch, 9. Juni besuchten 34 Studenten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Wanderausstellung "Erinnert Namibia!" in der Volksbank Schermbeck.
Das Studienseminar der Uni Münster |
Unter Leitung von Prof. Dr. Horst Gründer informierten sich die Teilnehmer des Historischen Seminars der Universität über die deutsche Kolonialgeschichte im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. Sie wurden von Marketingleiter der Volksbank, Helmut Seyer, begrüßt und |
erhielten eine Einführung in Inhalt und Systematik der Bild- und Textpräsentation durch Klaus Schneider, Mitglied des 'Arbeitskreise Partnerschaften' der Ev. Kirchengemeinde Schermbeck. Im Verlauf des anschließenden Rundgangs vertieften die jungen und auch etwas älteren Studenten ihr Seminarwissen über den antikolonialen Widerstand der Völker Namibias in den Jahren 1904 - 1907/08. Ebenso fanden der Videofilm über "Namibia und die Deutschen" sowie verschiedene, z. Tl. historische Exponate aus Namibia und angrenzende Länder große Aufmerksamkeit. |
Einführung durch Klaus Schneider (vorne) |
Im Anschluss daran ergänzte eine rege Aussprache bei einer Tasse Kaffee und Gebäck die gewonnenen Eindrücke. Mit einem herzlichen Dank für die Gastfreundschaft der Volksbank sowie für die sachkundige Führung durch die eindrucksvolle Ausstellung verabschiedeten sich die Gäste, um eine weitere fachbezogene Veranstaltung in Köln zu erreichen.
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