Vereinigung der
VikarInnen, der PfarrerInnen zur Anstellung, PastorInnen im Sonderdienst
sowie der nicht oder nur befristet beschäftigten TheologInnen
in der Evangelischen Kirche im Rheinland

Rheinischer Konvent

Herzlich willkommen!

Der RHEINISCHE KONVENT ist die Vereinigung der Pastoren und Pastorinnen der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

Auf dieser Homepage finden sich Themen, Anlässe und Informationen, die Pastorinnen und Pastoren in der Evangelischen Kirche im Rheinland betreffen. Wir bemühen uns um Aktualität, was angesichts des ehrenamtlichen Engagements aller Konventsmitglieder leider nicht immer sicher zu stellen ist.

Neue Satzung

Neue Satzung zum Download

Am 21. April wurde auf der Delegiertenkonferenz die neue Satzung des Rheinischen Konvents beschlossen. – Aufgrund unserer Geschichte verstehen wir uns als Gremium, das den generationsübergreifenden Kontakt und die Solidarität aller TheologInnen der EKiR fördert. Und so werden uns die Themen der bisher vertretenen Gruppen weiter interessieren. Den PfarrerInnen z.A. steht seit der Gründung der Pfarrvertretung diese zur Vertretung ihrer Interessen zur Verfügung. Die VikarInnen sind in letzten Zügen ihrer dann selbständigen Vertretung (die im Rahmen von Änderungen im Ausbildungssystem der EKD notwendig wurde). Insgesamt spiegelt sich in der neuen Satzung die veränderte Struktur und Aufgabenstellung des Rheinischen Konvents als Interessenvertretung der Pastorinnen und Pastoren in der EKiR wieder.

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Pressemitteilung zum 1. Treffen der Pastor/innen mit Präses Schneider

Die Stellungnahme des Konvents zum Treffen mit Präses Schneider am 21. Mai 2011 zum Herunterladen und Ausdrucken.

Erstes Treffen zwischen Präses Nikolaus Schneider und den Pastorinnen und Pastoren der Evangelischen Kirche im Rheinland

Aufarbeitung vergangener Fehlentscheidungen soll Weg in die Zukunft bahnen

 

Düsseldorf – 24.05.2011

Am Samstag, den 21. Mai 2001 haben sich in Düsseldorf-Derendorf im Gemeindezentrum der Zionskirchengemeinde zum ersten Mal Vertreter und Vertreterinnen der Kirchenleitung mit Pastorinnen und Pastoren der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) getroffen. Neben dem Präses, Pfarrer Nikolaus Schneider, waren Oberkirchenrat Pfarrer Manfred Rekowski und die beiden nebenamtlichen Kirchenleitungsmitglieder Renate Brunotte und Dr. Monika Lengelsen anwesend. Die Gruppe der Pastorinnen und Pastoren war durch vier Vorstandsmitglieder des Rheinischen Konvents und etwa 25 weitere Personen vertreten.

Das Treffen war intensiv vom Rheinischen Konvent in Zusammenarbeit mit dem Dezernenten für Personalentwicklung, Kirchenrat Pfarrer Dr. Volker Lehnert, Abteilung I des Landeskirchenamts, vorbereitet worden.

In einem Statement formulierte der Rheinische Konvent verschiedene Anliegen: Die gut zwanzigjährige Geschichte des Standes der Pastorinnen und Pastoren, die bei vielen von ihnen mit seelischen Verletzungen und auch materiellen Einschränkungen verbunden ist, muss aufgearbeitet werden. In einem zukunftsorientierten, theologisch fundierten Kontakt soll gemeinsam zur Gestaltung relevanter kirchlicher und gesellschaftlicher Themen gearbeitet werden. Zukünftig soll die Gruppe der über 540 Pastorinnen und Pastoren in der Gemeinschaft der Ordinierten angemessen wahrgenommen werden.

Das Gespräch zwischen Pastorinnen und Pastoren und Mitgliedern der Kirchenleitung der EKiR wurde von den Beteiligten als ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung früherer Planungs- und Kommunikationsfehler mehrheitlich als konstruktiv wahrgenommen.

Das Treffen endete mit folgenden Ergebnissen und Vereinbarungen:

1. Die Kommunikation über bisher Erreichtes soll nicht nur den Pastorinnen und Pastoren erneut vermittelt werden, sondern verstärkt auch den Superintendentinnen, Superintendenten und Presbyterien der EKiR.

2. Zur Vertretung der Interessen der Pastorinnen und Pastoren soll der Rheinische Konvent einen Platz auf der Landessynode einnehmen.

3. Der Status der Pastorinnen und Pastoren soll im Rahmen einer „Theologie des pastoralen Ehrenamts“ reflektiert und ausgestaltet werden.

4. Zur Wahrung der Ordinationsrechte sollen auch die im Rahmen der „Ergänzenden pastoralen Dienste“ geleisteten Gottesdienste anerkannt werden.

5. Es soll eine externe, wissenschaftliche Aufarbeitung der Herausbildung des Standes der Pastorinnen und Pastoren erfolgen.

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Weitere Informationen zum Treffen mit Präses Schneider und Mitgliedern der Kirchenleitung

Düsseldorf – Knapp 30 von über 500 betroffenen rheinischen Theologinnen und Theologen trafen am 21. Mai erstmalig mit Präses Nikolaus Schneider, ebenfalls derzeitiger EKD-Ratspräsident, und Mitgliedern der Kirchenleitung zusammen, um über die Entwicklung und Situation der nicht verbeamteten Pastoren in ihrer rheinischen Landeskirche zu reden. Die Kirchenleitung war an diesem Nachmittag durch Renate Brunotte, Oberkirchenrat Manfred Rekowski, sowie Dr. Monika Lengelsen vertreten. Komplexe Verstrickungen einer fehlenden Personalplanung in der Vergangenheit wurden dabei deutlich: „Wir haben bis 2003 alles getan, was planerisch denkbar war, aber wir hatten die demografischen Entwicklungen nicht auf dem Schirm“, erklärte Präses Schneider. „Das ist uns spät, für Sie zu spät aufgefallen.“ Auf diese späte Erkenntnis hin vorgenommene Maßnahmen bezeichnete er als „Hilfs-“ und „Notmaßnahmen“. Dazu gehörten Verhandlungen und Vereinbarungen mit anderen Landeskirchen und internationalen Partnerkirchen wie in der Schweiz, in Frankreich und den USA. „Wir sind bereit, für die Bereiche, in denen wir Verantwortung tragen, diese auch zu tragen. Wo wir Fehler gemacht haben, wollen wir sie benennen und dazu stehen“, fasste Präses Nikolaus Schneider das Interesse der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland zusammen.

Auch die anderen Kirchenleitungsvertreter machten deutlich, wie wichtig für sie das Gespräch über den Umgang der rheinischen Landeskirche mit ihren Pastoren sei. „Ich finde es gut, dass wir und Sie heute hier sind und die Dinge für Sie verbessern, die Sie zum Teil massive Traumatisierungen erlebt haben“, zeigte Renate Brunotte großes Verständnis. Die Kirchenleitungsvertreter waren betroffen von den im Gespräch beschriebenen individuellen Folgen der früheren Synoden- und Kirchenleitungsbeschlüsse.

Ausgehend von erlebten Verletzungen bei den Pastoren wurden mit Blick auf die Zukunft auch sehr konkrete Forderungen besprochen: Zur Aufrechterhaltung der Ordinationsrechte sollten auch bezahlte Gottesdienste im Rahmen der „Ergänzenden pastoralen Dienste“ angerechnet werden, war einstimmiges Votum, das die Kirchenleitung nun weiter beschäftigen wird.

Noch weitere Verabredungen wurden getroffen: Eine Aufarbeitung der Geschichte der Pastoren in der EKiR soll vorangetrieben werden, wozu eine wissenschaftliche Bearbeitung sowie ein nachhaltiger Aufarbeitungsprozess der massiven Verwundungen gehört. Bisher getroffene Regelungen und Veränderungen zum Status der Pastoren werden diesen noch einmal als Materialsammlung zur Verfügung gestellt. Zukünftige Synoden- oder Kirchenleitungsbeschlüsse seien deutlicher auf Nachhaltigkeit zu überprüfen und zur Entscheidungsfindung herangezogene Zahlen sollen belastbarer sein als in der Vergangenheit. Auch über einen Vertreter auf der Landessynode für die Pastoren wird die Kirchenleitung beraten. Pastoren sollen zukünftig als Gesprächspartner zu Rate gezogen werden, wenn es um die Wahrnehmung von Kirche in der Öffentlichkeit geht. Die pastoral ausgebildeten Theologen seien nicht nur Notlösung und Vertretungspool, sondern eine Ressource für die Kirche, fasste Kirchenrat Dr. Volker Lehnert zusammen: „Was irgendwann als Notlösung entstand, entpuppt sich jetzt als großer Schatz.“

 

Info: Hintergrund des Treffens

Bis 2003 wurde auf Kirchenleitungsebene damit gerechnet, dass die Entwicklung von Pensionierungen und Neubesetzungen bei Pfarrstellen linear verlaufe. Daher hatte man Möglichkeiten gesucht, ausgebildete Theologen im Pool der Bewerber zu halten. Das Instrument dazu war seit 1985 der Sonderdienst, in dem Pfarrer häufig in besonderen und neuen Arbeitsbereichen wie Notfallseelsorge oder Öffentlichkeitsarbeit tätig waren. Doch die Entwicklung verlief nicht linear. Durch sinkende Gemeindegliederzahlen und sinkende Finanzkraft wurden in vielen Gemeinden und Einrichtungen Pfarrstellen gestrichen. Somit gibt es jetzt über 500 vollständig ausgebildete rheinische Theologinnen und Theologen mit Ordinationsrechten, aber ohne Pfarrstelle.

Am 21. Mai kamen die Pastoren nun mit Präses Nikolaus Schneider und Mitgliedern der Kirchenleitung darüber ins Gespräch. Die Theologen hatten in den vergangenen Jahrzehnten ihre Heimatkirche, die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR), nicht nur als Ausbildungs- und Arbeitsplatz wahrgenommen. Sie hatten auch erlebt, dass sie ihre Angestellten verbeamtete und später doch in die Arbeitslosigkeit entließ – zum Teil mit traumatisierenden und existenzbedrohenden Folgen.

„Dieses Treffen ist nicht das 'große Versöhnungstreffen' oder der 'Tag der Abrechnung'“, mahnte der Rheinische Konvent die Teilnehmenden dieses Treffens im Vorfeld. Es sei vielmehr ein erster Schritt, eine Grundlage für die Aufarbeitung der „frühen Jahre“ der Pastoren, also die Entstehungszeit des so genannten Sonderdienstes in der EKiR. Etwa 70% der Pastoren erhielten nach bis zu zehn Jahren Sonderdienst eine (feste) Pfarrstelle. Unter den anderen gab es viele, die sich beruflich neu orientieren mussten. Darum wünschen sie „sich von der Kirchenleitung der EKiR einen offenen und verantwortungsvollen Umgang mit den 'ungewollten Nebeneffekten' einer in der Vergangenheit nicht existierenden Personalplanung und ein offenes Wort, das die Situation anerkennt, das ehrlich benennt, was gelaufen ist.“ Das Problem betraf aber auch viele, die nach der Ausbildungsphase entlassen wurden. Ohne weitere Spezial-Aus- bzw. Weiterbildung konnten und können sie nur schwer angemessene berufliche Alternativen aufbauen. Vertreter der Kirchenleitung hatten diese Situation in der Vergangenheit mehrfach öffentlich beschönigt und eigene Verantwortung von sich gewiesen, was die betroffenen Theologen kränkte und entsetzte.

„Es war das Problem, wie es kommuniziert wurde“, beschrieb eine Teilnehmerin am 21. Mai ihre Verletzung durch bürokratische und dadurch oft verletzende Formulierungen in Schreiben der Landeskirche, wie die Regelungen zum Erhalt der Ordinationsrechte, die zeitgleich mit der Entlassung aus dem Dienst eintreffen. Kränkungen wie eine Verpflichtung zum ehrenamtlichen Predigen und anderes, so der Rheinische Konvent, habe sich nicht nur emotional und spirituell, sondern oft auch finanziell existenzgefährdend ausgewirkt. Auch wenn niemand gezwungen ist, die Ordinationsrechte aufrecht zu erhalten, möchten die wenigsten Pastoren darauf verzichten. Die meisten hatten ihren Beruf als ‚Berufung’ verstanden und können sich daher kaum dazu durchringen, sich ganz von ihm zu trennen, obwohl es nicht möglich ist, den Lebensunterhalt damit zu verdienen. Eine Verpflichtung zu ehrenamtlichen pastoralen Diensten sei außerdem weder theologisch noch sachlich überzeugend. Ehemals Verbeamtete werden für eine spätere Rente nachversichert und erhalten ein Übergangsgeld, sie haben aber keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und Existenzgründungs-Unterstützungen durch die Arbeitsagenturen. Manche haben auch nicht mehr die Möglichkeit, von der privaten zu einer gesetzlichen Krankenversicherung zu wechseln. Dies bedeutet für manche Betroffenen besondere finanzielle Belastungen oder sogar einen Abstieg in die Armut. All das lasse Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche nach der Glaubwürdigkeit von Kirche insgesamt, besonders aber der rheinischen Landeskirche als Arbeitgeberin fragen, mahnte der Konvent.

Präses Nikolaus Schneider als ranghöchster Theologe der Rheinischen Kirche war selbst zu den Entstehungszeiten des Sonderdienstes Leiter der Personalabteilung und an den wesentlichen Entscheidungen mit beteiligt. Er ist seit 2003 Präses, damit Repräsentant der 2,82 Millionen Evangelischen im Rheinland und hat sich besonders die Sozialethik zum Thema gemacht. Das Treffen am 21. Mai markierte nun den Beginn einer Gesprächs- und Verstehensgrundlage: Die Kirchenleitungsmitglieder konnten ihre Gründe für die damals zu treffenden Entscheidungen erläutern, die anwesenden Pastoren ihre individuellen Verletzungen und Nöte, die aus den Kirchenleitungs- und Synodenbeschlüssen für sie folgten.

Auch für die Gegenwart mahnten die Pastoren an, dass ihr Status weitestgehend unbekannt sei und viele ungenutzte Chancen darin lägen: Eine besondere Art, als Pastorin oder Pastor zu leben, seien die so genannten „Ergänzenden pastoralen Dienste“ der freiberuflichen Theologen, die zwar von der Landeskirche gewollt und beschlossen, aber kaum in den Kirchenkreisen und Gemeinden bekannt seien. Nicht verbeamtete Pastorinnen und Pastoren leben und arbeiten zudem meist an Schnittstellen von Kirche und Gesellschaft, bringen daher zusätzliche Erfahrungen ein, die den verbeamteten Theologen vorenthalten sind. Diese Qualifikationen seien eine Chance für die Kirche, sich auch in bisher ungenutzten gesellschaftlichen Räumen einzubringen und sie seien auch bei Bewerbungen höher zu bewerten als Noten aus theologischen Examina, die zum Teil schon Jahrzehnte zurück liegen, so waren sich der Konvent in seinem Statement wie auch die anwesenden Pastoren einig.

Diese Themen in Zukunft intensiver und strukturierter bearbeiten zu können, erhoffen sich die Pastoren nach diesem ersten Gesprächsauftakt mit Präses Nikolaus Schneider.

Simone Lehnert, Daniela Loster und Daniela Emge

 

 

 

 


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