Arbeitskreis Partnerschaften - aktuell
Land und Leute
- Forderungen der Herero an Berlin
Windhuk. In Namibia haben Repräsentanten der Herero- und Nama-Völker gemeinsame Forderungen zur Entschädigung für ein Massaker durch kaiserlich-deutsche Truppen präsentiert.
Das Positionspapier sieht den Kauf von Land, den Bau von Schulen und Gesundheitszentren, Straßen, Kulturzentren, Bildungseinrichtungen und deren Folgefinanzierung vor. Damit habe Herero-Häuptling Kuaima Riruako den Reparationsforderungen "weiteren Schwung" gegeben, schrieb eine in der Hauptstadt erscheinende Zeitung am Donnerstag.
Der Schießbefehl des Generals Lothar von Trotha gegen die Herero (1904) und die nama (1905) stelle "im Sinne des internationalen Rechts ein Vökermordverbrechen" dar, "für das wir eine gerechte Wiedergutmachung fordern", zitiert die Zeitung aus dem Dokument. Es soll an die Bundesregierung un den Bundestag weitergeleitet werden.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung - WAZ, 21.12.2007
- Aussöhnung mit Namibia
Bonn. 100 Jahre nach den Massakern deutscher Kolonialtruppen an Völkern Namibias haben deutsche und namibische Regierungsvertreter am Dienstag in Bonn eine Versöhnungsinitiative gestartet.
Die Bundesregierung verpflichtet sich in dem Memorandum, in den nächsten drei bis fünf Jahren insgesamt 20 Millionen Euro für das südafrikanische Land bereitzustellen. Das Geld soll in wirtschaftliche, soziale und kulturelle Kleinprojekte fließen, teilte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung - WAZ, 7.11.2007
- Nachfahren von General von Trotha in Namibia
 Generalleutnant Lothar von Trotha Quelle: National Archives, Windhoek |
Omaruru. 100 Jahre nach dem Massaker am Herero-Volk in Namibia durch deutsche Truppen haben Nachfahren des damaligen Befehlshabers an einer Gedenkfeier teilgenommen. Auf ihrer privaten Versöhnungsreise beteiligten sich etwa ein Dutzend Nachfahren des Generals Lothar von Trotha an einem Marsch zum Friedhof in Omaruru, wo die getöteten Herero bestattet sind. Beteiligt war auch Alfred Maharero, Nachfahre des damaligen Herero-Anführers Samuel Maharero.
Die Deutschen wurden freundlich aufgenommen. General von Trotha hatte am 2. Oktober 1904 nach einem Aufstand den "Vernichtungsbefehl" gegeben, mehr als 65.000 Herero starben.
|  Häuptling Samuel Maharero Quelle: Lernbuch NAMIBIA, S. 105, (P.Hammer Verlag) |
Westdeutsche Allgemeine Zeitung - WAZ, 8.10.2007
- Namibia bekämpft Armut
Ein Dorf testet Grundeinkommen
In Otjivero, einem kleinen Ort im Osten Namibias, wird ab Januar 2008 in einer zweijährigen Testphase die Einführung eines Grundeinkommens für ale Bürgerinnen und Bürger Namibias getestet. Die Idee entstand im Jahr 2002, als eine Regierungskommission Namibias das so genannte "Basic Income Grant" (BIG) als Mittel zur Armutsbekämpfung empfahl. Seitdem ist das BIG in einer eigenen Kampagne progagiert und namibiaweit diskutiert worden.
Die Kampangne wird beworben von der Evangelischen Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN), einer VEM-Mitgliedskirche, insbesondere von deren Abteilung für Soziale Entwicklung ("Desk for Social Development", DfSD), die von den beiden VEM-Mitarbeitenden Dr. Claudia Haarmann und Dr. Dirk Haarmann geleitet wird. In der Vorbereitung auf das BIG haben die beiden promovierten Entwicklungsfachkräfte unter anderem über Kirchengemeinden eine weitreichende Studie zu den Ursachen von Armut in Namibia durchgeführt, um praxisnahe Lösungsansätze zu finden.
Ab Januar erhalten nun die registrierten 1005 Dorfbewohner Otjiveros monatlich 100 NamibiaDollar (12 Euro). Diese Summe soll den Menschen aus der Armut zu mehr Eigeninitiative verhelfen, denn oft machen schon kleine Beträge einen großen Unterschied im Alltag, wenn das Haushaltsgeld knapp ist: sei es das Fahrgeld für den Bus, um sich in der nächsten Stadt nach einer Arbeit umzuschauen oder damit die im Haushalt lebenden Kinder eine warme Mahlzeit am Tag bekommen. Denn vielerorts in Namibia nehmen die nicht mehr berufstätigen Großeltern ihre Enkelkinder auf, wenn die mittlere Generation an Aids gestorben ist.
Inzwischen hat das BIG-Projekt viele Bündnispartner gefunden: Die Kampagne wird getragen vom namibischen Kirchenrat, Anti-Aids-Initiativen, dem nationalen Gewerkschaftsbund und diversen Instituten.
Die Umsetzung de Pilotphase kostet umgerechnet 315.000 Euro, die durch Spenden eingeworben werden. Am 6. August hat Bischof Dr. Zephania Kameeta daher einen Projekt-Fonds eröffnet, der der Finanzierung dient. Die erste Einzahlung in diesen Fonds tätigte Dr. Hage Geingob, der ehmalige Premierminister Namibias.
Weitere Informationen über die Kampagne gibt es im Internet auf der Webseite der Kampagne unter "www.bignam.org" (ELCRN/VEM)
VEM-Infoservice Oktober 5/2007
Kirche hilft in Namibia
Düsseldorf. Mit einem Grundeinkommen für alle soll in einem Ort nahe der Hauptstadt von Namibia die Armut bekämpft werden. Das bislang einzigartige Projekt in Omitara starte im Januar, teilte die Ev. Kirche im Rheinland mit. Sie unterstützt das Vorhaben mit 20.000 Euro. Das Pilotprojekt für das afrikanische Land ist auf zwei Jahre angelegt. Das Geld soll durch Spenden aufgebracht werden. (epd)
Westdeutsche Allgemeine Zeitung - WAZ, 3.10.2007
- Antrittsbesuch des namibischen Botschafters bei der VEM
Einen Überblick über die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia hat Prof. Dr. Peter Katjavivi, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Namibia in der Bundesrepublick Deutschland, bei seinem Antrittsbesuch bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) am 19. Juli in Wupertal gegeben. In diesem Zusammenhang zeigte er auch großes Interesse, ein Netzwerk zwischen Zivilgesellschaften, Kirche und Staat aufzubauen. Dabei sehe er als studierter Historiker die VEM als einen wichtigen Partner an, insbesondere das Archiv der Archiv- und Museumsstiftung Wuppertal, das u.a. Berichte von Missionaren seit etwa 1840 über die Bevölkerung und Situation im heutigen Namibia aufbewahrt. |
 Botschafter Prof. Dr. Peter Katjavivi |
VEM-Infoservice 08/2007
(Anmerkung: zur Missionstätigkeit im früheren Deutsch-Südwestafrika siehe auch "Der Weg nach Sesfontein - The road to Sesfontein" unter Bücherecke/ Buch Sesfontein)
- Landfrage in Namibia gewinnt an politischer Brisanz
Spätetens seit Sicherheitskräfte in Simbabwe am 11. März eine Protestkundgebung blutig niederschlugen und den Oppositionspolitiker Morgan Tsvangirai festnahmen und brutal misshandelten ist die prekäre Lage in dem südafrikanischen Land wieder stärker auch ins europäische Bewusstsein gelangt. Ein Kernproblem in Simbabwe und auch in Namibia und Südafrika ist die Landreform. Die Kontrolle über das Land zu gewinnen war ein zentrales Instrument des Kolonialismus und der Apartheid - jetzt ist die Beseitging der ungerechten Landverteilung eine der größten Herausforderungen der post-kolonialen Staaten in der Region. "Landreform und ländliche Armut im Südlichen Afrika" war auch das Schwerpunktthema eines gut besuchten Seminars in der Ökumenische Werkstatt Bethel vom 9. bis 11. März 2007, vorbereitet von Christian Hohmann, Pfarrer im Regionaldienst für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen und vom Mainzer Arabeitskreis Südliches Afrika in Zusammenarbeit mit Christoph Beninde vom Zimbabwe Netzwerk e.V. und er Koordination Südliches Afrika (KOSA).
"Kriegstrommeln in Südwest" lautete der reißerische Aufmacher eines mehrseitigen Artikels im Spiegel von Mitte 2004. In Anspielung an die Schlacht am Waterberg am 14. August 1904 benutzte der Artikel die Gedenkfeiern zum 100. Jahrestages dieses Krieges zwischen den Herero, Nama und Damara un den deutschen Schutztruppen, im Alarmsignale von drohenden "Aufständen" und Vertreibungen weißer deutschstämmiger Farmer von ihrem Grund und Boden auszusenden.
Erste Enteignungen in Namibia
Seitdem hat sich in der Landfrage in Namibia Einiges getan. Es hat erste Enteignungen gegeben, weitere Enteignungen stehen an. Am 1. Dezember 2005 übernahm der Staat die Farm Ongombo West im Distrikt Windhoek, am 5. Dezember folgten zwei weitere Farmen, Okorusu und Marburg im Distrikt Otjiwarongo, im Besitz von Heidemarie Lacheiner-Kuhn seit 91 bzw. 78 Jahren. Auf diese Enteignungen gegen Entschädigungzahlung seitens der Regierung, die allerdings unter dem marktwert lagen, haben die bisherigen Eigentümer mit Klagen reagiert; unter den etwa 5000 zumeist deutschstämmigen weißen Farmern, welche in den zentralen und südlichen Landesteilen, der ehemaligen "Polizeizone", 44 Prozent der Landfläche Namibias kommerziell bewirtschaften, haben sie große Unsicherheit ausgelöst.
(...)
Regierung Pohamba uner Druck; Pläne für Landreform vorglegt
Der Druck auf die Regierung für eine radikalere und effektive Landreform kommt aber nicht nur von bisher benachteiligten Gruppierungen wie den Herero. Die durch die Gedenkfeiern ausgelöste öffentliche Debatte hat die tiefe emotionale Bindung an Landbesitz, an Grund und Boden, und zugleich die wichtige symbolische Bedeutung von Landrefom und Landrückgabe verdeutlicht(...), was u.a. in den Worten von Bischof Kameeta: "Die Verletzung der Landrechte verletzte die Seelen der Menschen. Die Wiederherstellung des Landbesitzes dagegen ist die Wiederherstellung der Seele des Volkes" Ausdruck fand.
Am 16. August 2006 veröffentlichte die Regierung den lang erwarteten Bericht zur Landreform un den strategischen Aktionsplan zur Umsetzung der weitgehenden Beschlüsse. Die Regierung hat sich darin zum Ziel gesetzt, bis 2020 für die Ansiedliung von 6727 Familien ingsgesamt 10,3 Millionen Hektar kommerziellen Farmlandes zu erwerben. Weiter fünf Millionen Hektar sollen in den kommunalen Gebieten an kleine Betriebe verteilt werden. Die dafür benötigte Gesamtsumme wird auf 3,7 Milliarden N$ geschätzt - das entspricht etwa 500 Millionen Euro.
Deutsche Verantwortung ist gefordert
Die deutsche Bundesregierung hat besonders in den vergangenen Jahren, auch im Bewusstsein der besonderen historischen Verantwortung, die Unterstützung der Landrefom über GTZ und die Kreditanstalt für wiederaufbau zu ihrem Schwerpunkt der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit in Namibia gemacht.
(...)
Gefährlich wäre die Stoßrichtung der Landreform, wenn sie dazu dient, nur eine Gruppe von weißen kommerziellen Farmern durch schwarze zu ersetzen, und damit die Tendenz verstärkt, dass der notwendige gesellschaftliche Umgestaltungsprozess in Namibia (...) bisher mehrheitlich einer kleinen Elite zugute kommt. Diese Tenzdenz verstärkt sich auch in den kommunalen Gebieten, in denen sich privilegierte lokale Minderheitn auf Kosten des Gemeinwohls bereichern. Deshalb muss eine erfolgreiche nachhaltige Landreform eingebettet sein in eine integrierte Entwicklungspolitik für die ländlichen Gebiete.
(...)
Dabei braucht es ein behutsames Vorgehen, damit auf der einen Seite diese Projekte wirlich Gemeinschaften zugute kommen, welche in der Folge kolonialer enteignung besonders gelitten haben, damit aber auf der anderen Seite vermieden wird, partikularistische ethnische Interesssen zu bedienen, welche Zwietracht säen anstatt Versöhnung zu stiften.
Vermittlungsrolle der Kirchen
Bei diesem Umsetzungsprozess fällt den Kirchen in Namibia eine besondere Vermittlerrolle zu, hier neben der Integrationsperson von Bischof Kameeta vor allem dem Namibischen Kirchenrat. In Deutschland sind besonders die Vereinte Evangelische Mission (VEM) und die Rheinische Landeskirche beteiligt, zusammen mit den Kirchlichen Partnern in Namibia den Versöhnungs- und Landreformprozess solidarisch zu begleiten.
Der gemeinsame Bericht einer "Fact-fining Mission" von Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) und VEM (10.-14.10.2005) liegt jetzt vor. Er enthält eine deutliche Kritik an dem bisherigen Landreformprozess und an den unklaren Kriterien für die erfolgten Enteignungen und mahnt eine besondere Berücksichtigung von benachteiligten Gruppen bei der anstehenden Landreform an, darunter vor allem Farmarbeiterfamilien, Angehörige der San, HIV-Infizierte und Frauen.
(Theo Kneifel)
VEM-Infoservice 04/2007
- Mindesteinkommen in Namibia gefordert
- Geschichte Namibias kehrt heim
.....Archivmaterial der einstigen Rheinischen Mission ging nach Namibia - "Historischer Tag" für die Geschichtsschreibung
Das Staatsarchiv Namibias hat Briefe und andere Zeitdokumente der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) erhalten. Bei einer Feier in der namibischen Hauptstadt Windhoek gingen vor allem Briefe einstiger rheinischer Missionare im damaligen Deutsch-Südwestafrika und der Kap-Region an das Staatsarchiv. Zusammen mit den Zeitdokumenten dienen sie der Aufarbeitung des ersten Genozids des 20. Jahrhunderts in Namibia. |
 Haus der VEM in Wuppertal |
 Der Tintenpalast in Windhoek, Sitz der Regierung Namibias |
Die Übergabe der Dokumente inklusive eines Findbuchs fand gestern zur Eröffnung einer Ausstellung über die VEM statt. Darin geht es auch um die blutige Niederschlagung des Aufstands der Herero, Nama und Damara vor hundert Jahren. In den Völkermord der deutschen Kolonialtruppen, dem Schätzungen zufolge 90.000 Menschen zum Opfer fielen, waren rheinische Missionare verwickelt. |
An der Ausstellungseröffnung und der Übergabe der Archivdokumente in der Nationalgalerie in Windhoek nahmen neben dem Direktor des namibischen Staatsarchivs auch der Staatssekretär im Erziehungsministerium sowie die stellvertretende Parlamentspräsidentin teil.
Von einem "historischen Tag" sprach der Bischof der Evangelischen Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) und Vorsitzender (Moderator) der VEM, Dr. Zephania Kameeta. Schließlich habe jahrzehntelang nur eine kleine Gruppe Zugang zu den historischen Quellen gehabt. Er sei "sehr dankbar", dass das Material nun in Namibia für alle zugänglich sei.
(Quelle: www.vemission.org)
- Namibia hat gewählt
Der Sieg von Hifikepunye Pohamba (69) bei den Präsidentschaftswahlen in Namibia kündigt eine neue politische Ära an. Pohamba wird Nachfolger des Gründungspräsidenten Sam Nujoma (75), der im März 2005 nach drei Perioden aus dem Amt scheiden wird.
Pohamba, der gegen sechs andere Kandidaten angetreten war, konnte 76,4 % der Stimmen auf sich vereinen, die Regierungspartei SWAPO erreichte bei den Parlamentswahlen, zu denen neun Pareien angetreten waren, 76 % der Stimmen, ebenso viel wie 1999. |
 Hifikepunye Pohamba, Präsident Namibias |
"Namibia ist ein riesiges Land mit geringer Bevölkerung - wir brauchen einander, um entscheidend zum sozialen und wirtschaftlichen Wohlergehen beizutragen", betonte Pohamba in einer Rede nach der Wahl. Er versprach, während seiner fünfjährigen Amtszeit Schwerpunkte auf Erziehung und Gesundheit, auf mehr Macht für Schwarze und auf den Kampf gegen HIV/Aids zu setzen. Seine Regierung werde die Menschenrechte achten und gegen Kriminalität und Korruption angehen. (IRIN)
VEM-Infoservice 12/2004 u. 01/2005
- Nujoma lobt Rolle der Kirchen
Sam Nujoma, der am 21. März 2005 aus dem Amt des Präsidenten Namibias geschieden ist, hat die Rolle der Kirchen in seinem Land gewürdigt: "Die Kirche hat in der sozialen und geistigen Sphäre unserer Gesellschaft immer eine wichtige Rolle gespielt, weil sie für Frieden, Gleichklang und Gleichheit sowie die nationale Versöhnung geworben hat", erklärte er bei einer Feier, die vom Namibischen Kirchenrat organisiert worden war.
"Hier in Namibia sind die Kirchen eine strategische Partnerschaft mit der Regierung für den Aufbau des Staates eingegangen", erklärte Nujoma bei dem Treffen in der Lutherischen Hosiannakirche in Katatura, dem dichtbevölkertsten Viertel Windhoeks. Vor der Unabhängigkeit war Katatura ein Township, in dem unter den Apartheidsgesetzen Südafrikas ausschließlich Schwarze lebten. |
Sam Nujoma, ehemaliger Präsident Namibias |
Etwa 90 Prozent der Bevölkerung Namibias von 1,4 Millionen sind Christen, davon wiederum gut die Hälfte Lutheraner. "Ich fordere die Kirche auf, weiter die Botschaft der Liebe, des Friedens, der Gerechtigkeit und der Fairness zu predigen", sagte Nujoma, der auch nach seinem Rückzug aus dem Präsidentenamt Vorsitzender der SWAPO bleiben wird. (ENI)
VEM-Infoservice 04/2005
- Landreform: Prinzip williger Verkäufer und williger Käufer
 Düne 45 mit Akazienbaum |
Premierminister Theo-Ben Gurirab hat versichert, dass die Landreform in Namibia nach dem Prinzip williger Verkäuferund williger Käufer ablaufen wird. "Wir haben unmittelbar nach der Unabhängigkeit beschlossen, mit der Frage der Landreform in einer Art und Weise umzugehen, die nicht zu einer Destabilisierung unserer Gesellschaft führen wird", sagte Gurirab, der versicherte, dass die Regierung einen jährlichen Beitrag von 20 Millionen N$ für den Aufkauf von Farmen und die Umsiedlung landloser Bewohner bereitstellen werde. Präsident Sam Nujoma appellierte an die weißen Farmen: "Es wird immer Platz für sie sein, vorausgesetzt, dass sie Teil dieses Landes sein wollen." (Internet: www.fernweh-pur.de)
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- Die Namib Wüste - älteste Wüste der Welt?
 Impression der Namib-Wüste |
Die Namib - mit einer Fläche von 34000 km2 eine der weltweit größten, aktiven Sandwüsten außerhalb der Sahara. Obwohl sie im Vergleich zu dieser klein ist, finden sich in der zentralen Namib so gut wie alle Dünen-Typen, die bekannt sind. Foto: AZ-Archiv |
Die Namib Wüste bildet einen schmalen Streifen westlich der Großen Randstufe entlang der Atlantik-Küste zwischen dem Olifants River in Südafrika und dem Carunjamba Fluss in Angola. Dieser Streifen ist damit ungefähr 2000 km lang, jedoch nur 150 km breit. Die zentrale Namib zwischen Lüderitz und dem Kuiseb Fluß stellt mit einer Fläche von 34000 km2 eine der weltweit größten, aktiven Sandwüsten außerhalb der Sahara dar. Obwohl sie im Vergleich zur Sahara klein ist, finden sich in der zentralen Namib so gut wie alle Dünen-Typen, die bekannt sind.
Die unterschiedlichen Dünen -Typen verteilen sich in verschiedenen Regionen von West nach Ost entsprechend der vorherrschenden Windverhältnisse. Diese reichen von den starken Südwest-Winden direkt an der Küste bis zu den schwächeren, Nordwest- bis Ostwinden weiter im Inland.
Das Alter der Namib hat von jeher die Wissenschaftler beschäftigt. Vor kurzem gefundene Fossilien geben uns heute mehr Auskunft über den wahren Sachverhalt und das Alter der Tertiären Wüstenablagerungen, die unter der heutigen Namib zu finden sind, und die für den Ruf der Namib als älteste Wüste der Welt verantwortlich sind. Die ersten Anzeichen der Wüstenbildung gab es vor 35 Millionen Jahren, zogen sich alledings durch verschiedene Entwicklungen und Zeitstufen hin. Vor etwa 5 Millionen Jahren kehrten die trockenen Bedingungen zurück und die Kalkkrusten, die vielerorts heute in der Namib anzutreffen sind, wurden gebildet.
( nach Dr. Gabi Schneider, Direktorin des Geologischen Landesamtes, 23.02.2002)