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GESAMTKONZEPTION DER
EVANGELISCHEN TRINITATIS-KIRCHENGEMEINDE
SCHLEIDENER TAL
-> hier
Zum
Wortlaut der Vereinigungsurkunde geht es -> hier
Wir sind überrascht, wie sehr die Öffentlichkeit nur
das vernimmt, was sie vernehmen möchte. Im Gegensatz zu dem, was in
Presse und Rundfunk über unsere Vereinigungsabsichten berichtet worden
ist, handelt es sich keinesfalls um eine „Zwangsmaßnahme von oben“ und
auch nicht um eine „finanzielle Notmaßnahme“.
Bereits vor Jahren haben die drei Gemeinden erkannt, dass die „fetten“
Jahre vorbei sind und im Sinne von „Nachhaltigkeit“ die Zukunft
vorbereitet werden muss. Deshalb beschlossen sie damals schon,
seelsorgerische Arbeit gemeinsam zu organisieren. Zudem wurde im Rahmen
von anstehenden Neubesetzungen im Blick auf die schon damals erkennbaren
Steuerrückgänge eine Pfarrerstelle eingespart.
Nachdem die drei Gemeinden diesen gemeinsamen Weg erfolgreich
eingeschlagen haben, lag es nahe, auch die administrative Gemeinsamkeit
zu suchen. Die Gemeindeleitungen versprechen sich so, einerseits durch
z.B. die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen für die mageren Jahre
besser gerüstet zu sein und andererseits etwa durch das Zusammenlegen
von mehreren „Minijobs“ auch in bescheidenem Rahmen sozial besser
abgesicherte Möglichkeiten bieten zu können.
Im Vorfeld einer ins Auge gefassten Vereinigung haben die Presbyterien
gesehen, dass jeder der drei Partner nicht in Reichtum schwelgt, aber
auch keine Schulden hat. Dies nicht zuletzt dank der Personalpolitik,
die bei einstelligem Prozentanteil an der Gesamtbevölkerung in der
Vergangenheit trotz breiter geographischer Zerstreuung überaus stark auf
das Ehrenamt zurückgreifen konnte. So kam es nach der erfolgreichen
gemeinsamen Arbeit zu den Grundsatzbeschlüssen der Leitungsgremien, auf
eine Vereinigung zuzugehen.
Erst nachdem diese „Verlobung“ unter den Partnern stattgefunden hat,
wird nun der Weg zur „Ehe“ eingeleitet. [26.10.06]
Für die
nächsten Monate 2006/2007 hat die Steuerungsgruppe vier neue
Arbeitsgruppen bzw. Arbeitsgebiete gebildet: [20.10.2006]
I Gottesdienstprofile
- Orientierung an den Gemeindegliedern in den einzelnen Orten
- Welche Angebote, wo?
- Ausgestaltung und Beteiligung
-> Theologie- und Gottesdienstausschuss
II Zusammenarbeit bestehender Gruppen
- Interne Kommunikation herstellen
- Interessen abfragen
- Gruppenleiter/innen gleicher Gebiete an einen Tisch
III Phantasien
- Ideen, Projekte für die Zukunft
- Profil der einzelnen Standorte
- losgelöst von Geld und Raumangebot
IV Verwaltung und Leitung
- Wie geht es ab dem 1. Juli 2007 mit der Verwaltung weiter?
Auf der
gemeinsamen Sitzung der drei Presbyterien am 27. September 2006 in Kall
wurde im Nachgang der Gemeindeversammlungen folgendes einmütig
vereinbart bzw. beschlossen:
1. Zum
1. Juli 2007 wird die Neubildung einer gemeinsamen
Kirchengemeinde, in die alle drei Gemeinden eingehen, angestrebt. Wenn
das Genehmigungsverfahren durch die Landeskirche es zulässt auch schon
zum 1. Juni 2007.
2. Der
Name der neuen Kirchengemeinde wird lauten:
Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal
3. Mit
Neubildung der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal
hat diese Kirchengemeinde 4 Pfarrstellen und zwar:
- Die 1. Pfarrstelle der bisherigen Evangelischen Kirchengemeinde Gemünd
wird 1. Pfarrstelle der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde
Schleidener Tal.
- Die 1. Pfarrstelle der bisherigen Evangelischen Kirchengemeinde
Schleiden wird 2. Pfarrstelle der Evangelischen
Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal.
- Die 1. Pfarrstelle der bisherigen Evangelischen Kirchengemeinde
Hellenthal wird 3. Pfarrstelle der Evangelischen
Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal.
- Die 2. Pfarrstelle der bisherigen Evangelischen Kirchengemeinde Gemünd
(Entlastungspfarrstelle des Superintendenten) wird 4. Pfarrstelle
der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal.
Der
Pfarrbezirk1 umfasst das Gebiet Kall und Heimbach (zuständig:
Pfr. Ude, Gemeindeglieder mit Hauptwohnsitz: 1944, mit
Nebenwohnsitz: 157, insgesamt: 2101).
Der Pfarrbezirk 2 umfasst das Gebiet Schleiden (auch mit
Gemünd) und Einruhr (zuständig: Pfr. Schumacher, Gemeindeglieder mit
Hauptwohnsitz: 2099, mit Nebenwohnsitz: 69, insgesamt: 2168).
Der Pfarrbezirk 3 umfasst das Gebiet Hellenthal, außer
Losheimergraben, Losheim und Kehr (zuständig: Pfr. Joswig,
Gemeindeglieder mit Hauptwohnsitz: 957. mit Nebenwohnsitz: 85,
insgesamt: 1042).
Die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal hat dann
Gemeindeglieder mit Hauptwohnsitz: 5000, mit Nebenwohnsitz: 311,
insgesamt: 5311
„Trinitatis“ (Dreifaltigkeit)
bezeichnet das besondere Profil des Christentums: Die göttliche Einheit
von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Dies haben wir Christen als unser
Proprium in den Dialog mit den anderen Religionen und mit dem Atheismus
einzubringen. Die Stärke der Dreieinigkeit liegt darin, dass sie auf den
Glauben an einen Gott verweist, der in sich selbst Beziehung,
Kommunikation und Gemeinschaft in Unterschiedlichkeit ist. Als
Gemeinschaft von drei Gemeinden, die in den letzten Jahren Erfahrungen
intensiver Kommunikation, wachsender Beziehungen und immer tragfähigerer
Gemeinschaft gemacht haben, erschien dieser Name den Beschließenden als
hervorragend geeignet und wurde einstimmig gewählt.
Das
Zusammengehen der Gemeinden des Schleidener Tales
Die
Gemeindeversammlungen in den 3 Gemeinden im Schleidener Tal im August
und September 2006 bilden ein wichtiges Etappenziel auf dem bereits
zurückgelegten Weg hin zum Zusammengehen. Dessen Zwischenstationen
bisher waren:
- die pfarramtliche Verbindung der Kirchengemeinden Schleiden und Gemünd
sowie der Kooperationsvertrag mit der Kirchengemeinde Hellenthal 2001
- die Entwicklung des Gemeinsamen Leitbildes der 3 Gemeinden des
Schleidener Tales 2003
- die regelmäßigen gemeinsamen Sitzungen der Presbyterien der 3
Gemeinden seit 2004
- die Verabschiedung der gemeinsamen Liturgie Ostern 2006.
Auch die jeweils
2 Sommerfreizeiten (für 9- 13-Jährige und 14-18-Jährige) und der
gemeinsame Konfirmandenunterricht sind Beispiele gelungener Kooperation,
binden sie doch insgesamt mehr als 100 Jugendliche pro Jahr an die
gemeinsame geistliche Heimat „Gemeinden des Schleidener Tales“. Nicht
vergessen werden darf in diesem Zusammenhang auch, dass am Ende der
durch die Gemeinden begleiteten Weges mit dem Evangelischen Friedhof in
Schleiden ein eigener Friedhof zur Verfügung steht, der einen
würdevollen Ruhepunkt bietet für verstorbene Gemeindeglieder aus allen
drei Nachbargemeinden und selbstverständlich auch für deren
nicht-evangelische Angehörige.
Etwa 25 Menschen
aus den 3 Gemeinden – darunter erfreulich viele Angehörige der
„mittleren Generation“ – haben sich in den letzten beiden Jahren in der
Lenkungsgruppe „Zukunft im Schleidener Tal“ in drei Arbeitsgruppen
bemüht, der gemeinsamen Zukunftsvision Gestalt zu geben.
Die Gruppe „Finanzen, Verwaltung und Organisation“ kam zu
folgenden Arbeitsergebnissen:
- Alle drei Gemeinden sind zur Zeit finanziell gesund. Ein strukturelles
Defizit gibt es nicht. Aus dieser Hinsicht spricht nichts gegen eine
Fusion.
- Im Personalbereich ist einerseits durch Synergieeffekte ein großes
Einsparpotential vorhanden, andererseits könnten durch eine Trägerschaft
im Verbund der 3 Gemeinden bestehende Beschäftigungsverhältnisse eher
abgesichert werden und durch größeren Stundenumfang attraktiver gemacht
werden.
- Hinsichtlich einer ersten gemeinsamen Presbyteriumswahl 2008 wird ein
Vorschlag unterbreitet, der 6 Wahlbezirke mit folgender Sitzverteilung
umfasst: Hellenthal 5, Schleiden 4, Harperscheid 2, Kall 3, Gemünd 3,
Heimbach 2 Sitze. Das Gesamtgremium umfasst demnach (mit einem gewählten
Mitarbeiterpresbyter und den 4 Pfarrern) 24 Mitglieder.
Die Gruppe „Befragung der Gemeindeglieder“ erreichte
mittels einer Briefaktion bei willkürlich ausgewählten 250 Befragten mit
38 Antworten eine überraschend hohe Rücklaufquote. Die Auswertung läuft
zur Zeit, erwartetet werden hier Hinweise zur Verbesserung des eigenen
Veranstaltungsangebotes der Gemeinde. Erkennbar ist, dass verstärkt
Angebote am Samstag gewünscht werden, vor allem von Familien.
Die Gruppe „Analyse des Ist-Zustandes“ erfasst seit dem
Frühjahr den Gottesdienstbesuch an jeder der 6 Gottesdienststätten mit
genauer Differenzierung der Altersstruktur. Erfreulich ist, dass
durchschnittlich gut 50 Menschen an jedem Ort erreicht werden, und dass
durch die zahlreichen Taufen in den Hauptgottesdiensten, durch das
breite Angebot an Familien- Jugend- und Kindergottesdiensten nicht nur
viele ältere, sondern auch viele junge Menschen erreicht werden.
Deutlich wurde, wie abwechslungsreich das Angebot an den jeweiligen
Orten ist und dass die Vernetzung in einer Gesamtgemeinde die
Möglichkeit bietet, stärker als bisher auf bestimmte Zielgruppen
zugeschnittene Gottesdienstangebote zu machen.
Einblicke
in die Arbeit...
Etwa alle
zwei Monate trifft sich die „große“ Steuerungsgruppe um die
Ergebnisse der drei Untergruppen wahrzunehmen, die Reaktionen der drei
Gemeindepresbyterien zu hören und die nächsten Schritte zu beschließen.
Grundaufgabe aller Gremien ist z.Z. die Erhebung des IST-Zustandes unserer
Gemeinden.
Dazu haben
die drei Untergruppen unterschiedliche Schwerpunkte bekommen:
-
UG 1 befasst sich mit Finanzen, Personalfragen und Gebäudebestand.
Diese Gruppe schaut, wie das Haben und die Verbindlichkeiten der Gemeinden
aussehen. Wie sieht der Gebäudebestand aus, welche Probleme könnten
auftreten, wie sind diese zu meistern.
-
UG 2 sammelt Informationen zu den verschiedenen Gruppen der
Gemeinden. Wie viel Zeit verbringen Menschen darin, wie viel ehrenamtliche
Arbeit wird investiert. Welche Altersgruppen erreichen wir, wo gibt es Lücken.
In einem zweiten Arbeitsauftrag sollen (vermeintlich) kirchenfernere
Menschen befragt werden, welche Erwartungen sie an ihre Gemeinde haben.
-
UG 3 hat nach den Zahlen geforscht, wie sich Gemeindeleben
in Taufen, Trauungen, Konfirmationen und Beerdigungen niederschlägt. Auch
wurden die außergemeindlichen Kontakte (z.B. zu den Städten und
Gemeinden, Vereinen, Schulen) beleuchtet. In nächster Zeit fällt die UG
3 in jedem Gottesdienst dadurch auf, dass die Gottesdienstbesucher nach
Alter und Geschlecht unterschieden gezählt werden.
Aufgrund
der Erkenntnisse aus den Untergruppen werden wir im nächsten Vierteljahr
sicherlich viel Beratungsmöglichkeiten haben, um dann zu sehen wie unser
Weg im Schleidener Tal weitergehen kann.
Wird
ständig ergänzt...
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