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Erlöserkirche
Siersdorf
Heinrich-Franken-Strasse, Aldenhoven-Siersdorf
- Eingeweiht
1963
- ca.
200 Plätze
- Gottesdienste:
sonntags um 9 Uhr; vor dem 4. Sonntag im Monat am Vorabend um 18.30 Uhr
- Kindergottesdienst
(Kinderkirchenmorgen, auch KiKiMo genannt):
einmal je Monat
Nachdem sich die
Zahl der Gemeindeglieder in Siersdorf gegen Ende der 50er Jahre der
Grenze von 1000 näherte, war der Bau einer eigenen Kirche dringend
geboten. Bis dahin wurden die Gottesdienste für einige Jahre in
einem umgebauten Klassenraum der alten Dorfschule gehalten, der 1952
angemietet wurde.
Ermöglicht wurde der
Bau nebst seiner Ausstattung schließlich durch die Gründung eines
Kirchbauvereins und mehrere Schenkungen: Der Eschweiler
Bergwerksverein schenkte das Grundstück von ca. 2500 m²; die
Kommunalgemeinde stiftete zwei der drei Glocken und der
Kirchbauverein finanzierte den Großteil der Orgel.
Am 29. Oktober 1961
erfolgte die Grundsteinlegung und am 28. Oktober 1962 konnte die
Kirche eingeweiht werden. Architekt war, wie bei vielen Kirchen der
Region, Otto Gercke aus Stolberg. Ein knappes halbes Jahr nach der
Einweihung erklangen die Glocken.
Die zehnregistrige
Orgel der Firma Wilbrand konnte 1966 eingeweiht werden.
Mit Zusatzbestuhlung
und Öffnung des Raums unter der Empore fasst die Erlöserkirche etwa
250 Gottesdienstteilnehmer.
1984/85 wurden die
Außenwände zum Teil mit Kunstschiefer verkleidet, 1993 kam ein
dringend benötigter Anbau mit zwei Räumen für die Gemeindearbeit,
einer Küche und besseren Toilettenanlagen hinzu. 1999 erfolgten dann
der Einbau neuer Fenster und ein neuer Innenanstrich. Dabei erhielt
die Kirche auch neue Lampen.
Auf den 17m hohen
Glockenturm wurde 2000 eine Mobilfunkantenne gesetzt. Die
Mieteinnahmen sollen der Gemeinde in finanziell schwierigen Zeiten
helfen, die Betriebskosten der Kirche aufzufangen.
Die Orgel war zu
Beginn des neuen Jahrtausends in einem so schlechten Zustand, dass
der Gemeinde von mehreren Orgelbauern, Organisten und
Sachverständigen geraten wurde, sich nach einem anderen Instrument
umzusehen. Die darauf beginnende Spendensammlung reichte für einen
Neubau allerdings nicht aus. Eine günstigere Lösung fand sich im
Kauf einer gebrauchten Orgel der englischen Orgelbaufirma Blackett &
Howden mit dem Baujahr 1895, welche nach einer grundlegenden
Restaurierung im Mai 2008 in der Erlöserkirche eingebaut wurde.
Neben der Kirche
befindet sich eine große Wiese von ca. 1600 m². Hier sollten
ursprünglich ein Pfarrhaus, ein Kindergarten oder ein Jugendheim
gebaut werden. Doch wurden diese Planungen aus den späten 50er
Jahren hinfällig, weil sich Siersdorf nicht so stürmisch
entwickelte, wie es die damaligen Ausbaupläne der Kommune und des
EBV erwarten ließen:
Da die Zeche als
einziger nennenswerter Arbeitgeber nicht weiter ausgebaut wurde und
seit Mitte der 80er Jahre sogar ein starker Personalabbau betrieben
wurde, wuchs der Ort nicht weiter. Die Schließung der Zeche im
Dezember 1992 tat dann ein Übriges. So hat Siersdorf anstatt der um
1960 für 1980 erhoffte etwa 7000 Einwohner im Jahr 2009 ca. 2800
Einwohner, davon sind etwa 470 evangelisch!
Gernot
Ratajek-Greier, Pfr.
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